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Ergebnis der Verkehrsschauen in Altötting vorgestellt

Tempo 60 auf der St2107? Schwellen auf der Kiem-Pauli-Straße? - So wurde entschieden

Ein Tempolimit auf 60 km/h und Schwellen für die Kiem-Pauli-Straße waren zwei Vorschläge, die in der Verkehrsschau betrachtet wurden.
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Ein Tempolimit auf 60 km/h und Schwellen für die Kiem-Pauli-Straße waren zwei Vorschläge, die in der Verkehrsschau betrachtet wurden.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Wie kann man die Verkehrssituation in der Stadt Altötting verbessern? Mit dieser Frage hatten sich die Behörden im Rahmen von Verkehrsschauen auseinander gesetzt. Nun wurden die Ergebnisse vorgestellt und teils dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt.

Altötting - In der jüngsten Stadtratssitzung wurden dem Gremium die Gremium durch den Leiter des Tiefbauamts, Dipl.-Ing. (FH) Richard Wiesinger die Ergebnisse der Verkehrsschauen vorgestellt. Im Zuge dessen wurden eine Reihe von Anträgen zur Verbesserung der Verkehrssituation vorgestellt. Teils wurden diese nach der Prüfung im Rahmen der Verkehrsschauen bereits abgelehnt, andere kamen zur Abstimmung. So wurde etwa die Umwandlung von Moosacker-und Wiesmüllerweg in eine Fahrradstraße beschlossen. Dagegen der Vorschlag für Schwellen auf der Kiem-Pauli-Straße wurde abgelehnt.

Eine Verkehrsschau ist ein verwaltungsbehördlicher Vorgang, bei dem die Straßenausstattung einer Straße regelmäßig geprüft wird. Ziel dabei ist eine Optimierung der Verkehrssicherheit. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Unfallschwerpunkte und Bahnübergänge gelegt. Beteiligt werden neben der verantwortlichen Straßenverkehrsbehörde, die Straßenbaubehörde und die Polizei.

1. Errichtung einer Fahrradstraße in der Alzgerner Straße

Vorangegangen war eine Anfrage von Stadtrat Holger Gottschalk (SPD). „Es wurde festgestellt, dass die Alzgerner Straße nicht zur Anordnung einer Fahrradstraße geeignet ist, da von keiner der beiden Richtungen aus Anschlussradwege vorhanden sind“, so Wiesinger. „Es wird empfohlen, Fahrradstraßen nur dort anzuordnen, wo auch ein Radwegenetz entsprechend vorhanden ist.“ Seitens der Polizei sei empfohlen worden, ein schlüssiges Radwegekonzept zu erarbeiten.

2. Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung im Bereich der St2107

Wenn ein Bus vom Energiesparwerk kommend, in die St2107 in Richtung Norden auffahren wolle, dieser Bereich in einer leichten Steigungsphase in der Längsachse der Fahrbahn sei und sich Busse oder auch sonstiger Schwerverkehr sehr schwer tue, in den fließenden Verkehr einzufädeln. In dieser Sache sei Stadtrat Anton Dingl (Freie Wähler) durch das Busunternehmen Vorderobermaier um Hilfe gebeten worden. Als Lösung schlage er eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung auf der St 2107 vor.

„In Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt Traunstein und der Polizeiinspektion Altötting darf ich Ihnen mitteilen, dass wir keine zwingende Notwendigkeit sehen, in diesem Streckenabschnitt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 60 km/h zu reduzieren“, heißt es in einer von Wiesinger zitierten Antwort des Landratsamts hierzu. „Im Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 31. Mai 2021 gab es zwar sieben kleinere Unfälle, davon aber nur einen einschlägigen, also beim Einschleifen auf die St2107. Insgesamt ist das Unfallgeschehen somit als eher gering zu betrachten und deshalb kein zwingender Grund für eine Änderung.“

3. Verkehrssituation am Moosackerweg/Wiesmüllerweg

Beide Wege sind derzeit wegen der laufenden Ausbauarbeiten an der Mühldorfer Straße gesperrt. Anlieger hätten vorgeschlagen, die Sperrung dauerhaft zu belassen, da dies für sie zu einer Verbesserung der Lebensqualität führe. „Eine Sperrung für jeden Verkehr ist dauerhaft nicht möglich, da es eine öffentliche und mit Steuergeldern errichtete Straße ist“, so Wiesinger. „Allerdings haben wir festgestellt, dass dort nun vermehrt Fahrradfahrer unterwegs sind. Daher es möglich, den genannten Bereich von der Tüßlinger Straße kommend bis zur Chiemngaustraße einmündend als Fahrradstraße angeordnet werden könnte.“ Verkehrsrechtlich würde auch einiges dafür sprechen.

Auch Bürgermeister Stephan Antwerpen (CSU) sprach sich für diese Lösung aus. „Ich selber fahre dort fast täglich mit dem Rad durch. Im nächsten Haushalt könnten wir dann Mittel dafür bereitstellen, dass als ordentliche Fahrradstraße zu ertüchtigen. Aus dem Stadtrat gab es keinen Wiederspruch und das Projekt erhielt ein einstimmiges O.K.. „Jetzt müssen wir noch abwarten, was die Verkehrsbehörde des Landratsamts dazu sagt“, gab Bürgermeister Antwerpen zu bedenken.

4. Verkehrssituation im Bereich Hüttenberger Weg/Kiem-Pauli-Straße

Stadtrat Konrad Heuwieser (Freie Wähler) hatte im Nachgang zum Bericht zur Verkehrsschau in der vorletzten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses angeregt, ein Halteverbot am Hüttenberger Weg anzuordnen. Dort sei die Verkehrssituation schlecht einsehbar. „Es wurde festgestellt, dass dort ‚rechts vor links‘ gilt. Ebenso ist hier eine Tempo-30-Zone bereits angeordnet. Das Parkverbot ist nicht zwingend notwendig, ein Fahrversuch konnte ohne jegliche Beeinträchtigung durchgeführt werden“, so Wiesinger weiter. „Es ist davon auszugehen, dass dort gelegentlich unübersichtliche Fahrzeuge wie Kleinbusse und so weiter parken. Dieses Phänomen tritt mittlerweile im gesamten Stadtgebiet auf und berechtigt nicht zu einer Sonderbehandlung einzelner Straßen.“

5. Verkehrssituation in der Kiem-Pauli-Straße

Stadtrat Marcel Seehuber (Die Liste) hatte in der Stadtratssitzung Anfang Mai berichtet, dass es in der Kiem-Pauli-Straße zu vielen Überschreitungen des Tempolimits von 30 km/h kommen würde. „Darüber hatten sich mir gegenüber Anwohner beklagt.“ Er schlug daher vor, dort versuchsweise Schwellen anzubringen. „Dieser Vorschlag wurde kontrovers diskutiert. Die Polizei war damit einverstanden, dort einen Testlauf zu unternehmen“, so Wiesinger. Auch im Stadtrat traf der Vorschlag auf kritische Stimmen. Albert Poletty (CSU) mahnte, die Schwellen würden einiges an Lärm verursachen. Wolfgang Erdmann (Freie Wähler) regte stattdessen regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen an. Am Ende wurde der Antrag mit 13 zu 9 Stimmen abgelehnt.

6. Herrenmühlstraße

Stadtrat Marcel Seehuber (Die Liste) hatte beantragt, in der Herrenmühlstraße statt einer streckenbezogenen Geschwindigkeitsbegrenzung eine Tempo-30-Zone einzurichten. „Nach Rücksprache bei der Verkehrsbehörde des Landratsamts sind die Voraussetzungen für beides die gleichen. Da auch das Unfallgeschehen keine Rolle spiele, bleibt es bei der aktuellen Regelung“, so Wiesinger.

7. Verkehrssituation am Tillyplatz/Verkehrsüberwachung auf der Herzog-Arnulf-Straße

Weiterhin berichtete Wiesinger, die Verkehrssituation am Tillyplatz müsse noch begutachtet werden. Freie Wähler-Stadrat Tobias Klaffke regte außerdem eine Überwachung der Einhaltung des Tempo-30-Limits auf der Herzog-Arnulf-Straße zu überwachen. „Da wohnen viele junge Leute mit neuen, schnellen Autos, die sich leider teils nicht daran halten. Teilweise wird das echt gefährlich und es wäre gut, etwas zu unternehmen, bevor etwas passiert. Zur Not können sie das Messgerät auch gerne bei mir dort in die Einfahrt stellen, wenn das der Sache dienlich ist.“

hs

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