"Blutabnahme im Akkord"

PFOA-Monitoring: Darum dauert das so lange mit den Ergebnissen

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PFOA-Monitoring: Es dauert bis Herbst, bis die Ergebnisse da sind
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Landkreis Altötting – Die ersten Ergebnisse der Bluttests im Rahmen des PFOA Monitorings werden wohl erst für den Herbst 2018 erwartet. Das berichtet die Heimatzeitung unter Berufung auf einen Sprecher des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Ende Januar hatte das PFOA-Monitoring am Staatlichen Gesundheitsamt begonnen. Insgesamt 931 Freiwilligen wird dazu Blut abgenommen: ein offenbar straffer Zeitplan für alle Beteiligten. Allein am ersten Tag des PFOA-Monitorings im Landkreis Altötting standen 46 Blutabnahmen auf dem Plan.

Ende Januar hat die PFOA-Studie von Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Gesundheitsamt Altötting begonnen.

Der Erste Freiwillige, der drankommt, ist Wolfgang Kattner (52) aus Emmerting. Seit rund 20 Jahren wohne er dort und wolle einfach nur wissen, wie hoch die Konzentration von PFOA und anderen perflourierenden Substanzen in seinem Blut ist. Mit Untersuchungen am Blut von Emmertingerinnen und Emmertingern hatte die aktuelle Diskussion über den unter Verdacht, krebserregend zu sein, stehenden chemischen Hilfsstoff begonnen.

Zügiger Ablauf

Sind die Freiwilligen pünktlich, haben sie den Fragebogen ausgefüllt und die Einverständniserklärung unterschrieben, geht es auch schon los. „Es piekst ein bisschen“ und schon sind zwei Röhrchen gefüllt mit Probandenblut. Soviel braucht es für die Tests auf PFOA und andere perflourierende Substanzen.

Lange Wartezeit

Wie die Heimatzeitung unter Berufung auf einen Sprecher des LGL berichtet, dauert es wohl bis Herbst, bis die Ergebnisse da sind. Als Gründe nennt der LGL-Sprecher 

  • die Komplexität der Untersuchungen 
  • wie auch die große Anzahl der Proben. 

Letztendlich ist dieses Monitoring laut Berichten des Landratsamtes auf die Halbwertszeit von perflourierenden Substanzen im menschlichen Körper ausgerichtet. Es soll ein „Vorher/Nachher“ geben. Das ist offenbar auch mit einem enormen Verwaltungsaufwand verbunden.

Heute messen und nach Ablauf der Halbwertszeit von PFOA im menschlichen Körper: Das ist das Ziel der PFOA-Studie von Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Gesundheitsamt Altötting.

Alternativen?

Der AfD-Kreisverband hatte Anfang Januar via einer Flyer-Aktion insbesondere in Kastl zu einer Blutuntersuchung quasi zum Selbstkostenpreis aufgerufen. Die Ergebnisse liegen bereits vor. Unterschied: Die Teilnehmer mussten 70 Euro bezahlen. Aus rechtlichen Gründen teilt sich dieser Betrag auf 67 Euro für die reinen Laborkosten und 3 Euro Bearbeitungsgebühr auf. In Deutschland darf ein Arzt nicht umsonst arbeiten. 

Bereits Ende Januar lagen die Ergebnisse der Blutuntersuchungen vor. Unterschied: Es sind nicht so viele und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen - wenn sie das wollen - nach Ablauf der Halbwertszeit von PFOA im menschlichen Körper (sie wird mit zwischen 3 und 5 Jahren geschätzt) nochmal zur Blutabnahme und natürlich nochmal aus der eigenen Tasche zahlen. Die Kosten für das PFOA-Monitoring von LGL und Staatlichem Gesundheitsamt Altötting übernimmt der Freistaat Bayern und damit der Steuerzahler.

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