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Busverbindungen zwischen Altötting und Mühldorf: Leserfragen beantwortet

„Wirkt so, als würde sich niemand wirklich für den Ausbau des ÖPNV interessieren“

Wo (noch) der Stadtbus Mühldorf regelmäßig stoppt, wäre auch für den Pilotbusverkehr ein fixer Ablaufpunkt. Unser Bild entstand am Mühldorfer Bahnhof.
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Der Stadtbus in Mühldorf am Inn.

Wie genau funktioniert der landkreisübergreifende Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) zwischen Altötting und Mühldorf am Inn, wer ist eigentlich für was zuständig, wo kann man sich informieren und was ist für die Zukunft geplant? Mit diesen Fragen eines Lesers haben wir uns an die zuständigen Behörden gewendet.

Altötting/Mühldorf am Inn - „Nachdem es hieß, dass der Mühldorfer Stadtbus Mühldorf nicht mehr fährt, habe ich die Stadtverwaltungen von Altötting und Mühldorf angeschrieben. Leider haben sie meine Fragen nicht beantwortet und mir nur immer wieder das selbe Standard-Anschreiben geschickt: Ich solle mich an eine bestimmte Behörde wenden“, berichtet ein Leser aus Altötting gegenüber unserer Redaktion. Er ist nicht der erste Leser aus der Region, die sich wegen Fragen zum ÖPNV an uns wenden. Beispielsweise gingen wir bereits Ende Mai Fragen von Ulrich Ewald aus Töging an das Busunternehmen Brodschelm nach. „Nach mehreren E-Mails an mehreren Behörden wurde mir wiederum mitgeteilt, ich solle mich an den Bus-Unternehmer wenden.“

Leser aus Altötting hat viele Fragen zu ÖPNV zwischen Altötting und Mühldorf am Inn

„Dieser wiederum verwies mich zurück an die Stadtverwaltungen der beiden Kreisstädte. Es wirkt also so, als würde sich niemand wirklich für den Ausbau des ÖPNV interessieren. Auf die Frage, warum es keine vernünftigen Busrouten, keine vernünftige Haltestellen-Punkte, keine gute Taktung hab ich bis heute noch keine Antwort“, fährt er fort. „Viele wohnen in Altötting und arbeiten in Mühldorf oder umgekehrt. Haben sie schon Mal Mitarbeiter vom ODU oder dem Globus Bau- und Lebensmittelmarkt morgens um 7 Uhr gefragt warum sie das Auto zur Arbeit anstatt dem ÖPNV nutzen? Ich kann ihnen die Antwort jetzt schon geben. Entweder es gibt gar keine Bushaltestelle oder die Antwort lautet: Es fährt um die Uhrzeit kein Bus beziehungsweise ich bräuchte das drei bis fünffache an Zeit.“ 

Bianca Frisch ist für die Strecke vom Bahnhof in die Stadt auf den Stadtbus angewiesen.

Ende August sollte der Mühldorfer Stadtbus seine letzte Fahrt unternehmen. Denn Stadt und Betreiber konnten sich nicht einigen. Doch Ende Juli haben beide wieder miteinander gesprochen und ein wichtiges Ergebnis erzielt, wie die OVB-Heimatzeitungen berichteten. Der Mühldorfer Stadtbus kann jetzt doch bis Jahresende weiter fahren. Seine letztendlich ungewisse Zukunft macht den Menschen in der Kreisstadt zu schaffen. Denn für Menschen wie Bianca Frisch, die auf die Linien 1 und 3 angewiesen ist, gehört der Bus zu einem selbstbestimmten Alltag, wie sie der Zeitung erzählte. Auch der Stadtrat beschäftigt sich mit dem Thema. Fraktionsübergreifend besteht Einigkeit darüber, dass eine Stadt wie Mühldorf einen Stadtbus braucht. Ideen sollten schnell auf den Tisch kommen, wie der Mühldorfe Anzeiger Ende August schrieb.

Stadt und Landkreise erläutern komplexe Zuständigkeiten beim ÖPNV über Landkreisgrenzen hinaus

„Das Thema ÖPNV ist natürlich ein komplexes Thema, das viele Akteure und Interessensgruppen angeht. Die Kreisstadt Mühldorf am Inn betreibt einen Stadtbus, welcher ausschließlich innerhalb des Gemeindegebietes der Kreisstadt verkehrt. Die Zuständigkeit der Stadt Mühldorf am Inn für das Thema ÖPNV endet damit an unserer Gemeindegrenze. Selbiges gilt für die Kreisstadt Altötting“, berichtet eine Sprecherin der Kreisstadt Mühldorf am Inn, nachdem wir dort die Fragen unseres Lesers vorgelegt haben, „Für den überörtlichen Verkehr, zur Verbindung der Ortschaften, sind die Landkreise zuständig. Also in diesem Fall die Landkreise Mühldorf und Altötting.“

„Im öffentlichen Personennahverkehr sind die Zuständigkeiten in einzelne Bereiche aufgeteilt. Dabei gibt es unterschiedliche Aufgabenträger, die für verschiedenen Bereiche zuständig sind. Die Städte Mühldorf am Inn und Waldkraiburg sind für die Stadtverkehre zuständig. Der Landkreis Mühldorf a. Inn ist für die überörtlichen Linienverkehre zuständig“, berichtet wiederum Wolfgang Haserer, Pressesprecher des Landratsamts Mühldorf am Inn, „Für den jeweiligen Linienbetrieb beziehungsweise Unterhalt der Linien und Haltestellen sowie die jeweiligen Fahrpläne ist wiederum der Linieninhaber beziehungsweise der Busunternehmer zuständig. Je nachdem ob es sich um eine Stadtbuslinie handelt oder um eine überörtliche Linie kann entweder die Stadt oder der Landkreis Auskunft erteilen.“

Landratsämter verweisen auf Informationsangebote im Internet und Beratungsangebote

Auf der Internetseite des Landratsamts könnten Bürger eine Übersicht über die Buslinien im Landkreis finden. Die Linien 1-4 sind beispielsweise Stadtbuslinien der Kreisstadt Mühldorf am Inn. Auch das Landratsamt Altötting verweist auf sein ÖPNV-Fahrplanheft. „Diesem können Sie entnehmen, dass es stündliche Verbindungen zwischen Altötting und Mühldorf am Inn gibt“, so dessen Pressesprecher Markus Huber. „Wenn es sich – wie im beschriebenen Fall einer Fahrt von Altötting nach Mühldorf – um eine landkreisübergreifende Linie handelt, sind mehrere Zuständigkeiten gegeben, da sich dann die betroffenen Landkreise die Aufgabenträgerschaft teilen. Mit den Linien 10, 11 und 12, betrieben durch die Elite-Reisen Vorderobermeier, bestehen regelmäßige Verbindungen in den Nachbarlandkreis. Außerdem besteht zwischen Altötting und Mühldorf eine gut ausgebaute Bahnverbindung in stündlicher Taktung“, fährt unterdessen Wolfgang Haserer für das Mühldorfer Landratsamt fort, „Natürlich können sich Bürger bezüglich Rückfragen der Buslinien oder den Zuständigkeiten für einzelne Buslinien jederzeit an die Landratsamt-Mitarbeiter des Fachbereichs ÖPNV wenden.“

Über die erwähnten Angebote hinaus hat der Landkreis Altötting im Februar diesen Jahres eine Studie zur Verbundintegration in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse zum jetzigen Stand noch nicht vorliegen. Zudem hat der Landkreis aktuell eine Stelle für einen ÖPNV-Manager ausgeschrieben“, berichtet Markus Huber weiter. „Aktuell hat der Landkreis Mühldorf a. Inn unterschiedliche Ansätze zum Ausbau des ÖPNV. Zum 1. Januar diesen Jahres startete die Buslinie 7548 Haag-Mühldorf mit einer deutlich verbesserten Taktung. Weitere Taktverbesserungen sind bereits in Planung, so beispielsweise auf der Linie 9409 Dorfen-Haag-Wasserburg“, fährt unterdessen Wolfgang Haserer fort, „Parallel dazu arbeitet der Landkreis an einem Modellprojekt mit Bedarfsverkehren im Bereich Oberbergkirchen, Zangberg, Mettenheim. Das Pilotprojekt soll dazu dienen, Erfahrungen solcher flexiblen Mobilitätsformen im ländlichen Raum zu erproben.“

Begutachteten den neuen Kleinbus der Fa. Weber Reisen, der ab Januar auf der Linie 57 unterwegs ist: v.l.n.r. Julia Hirschberger (Fachbereichsleitung Mobilität, ÖPNV und Schülerbeförderung im LRA), Landrat Max Heimerl, Melanie Schäfer (RBO), Astrid Matejka-De Jonghe (LRA), Richard Weber (Weber Reisen) und Klaus Bliemhuber (LRA)

„Weiterhin haben sich der Landkreis und die sieben Kommunen Ampfing, Buchbach, Haag, Neumarkt-St. Veit, Oberbergkirchen, Schönberg und Schwindegg zusammengeschlossen, um ein Sharing-Projekt im ländlichen Raum auf die Beine zu stellen. Seit Herbst 2020 sind in den Projektkommunen Car-Sharing-Fahrzeuge im Einsatz. Im Frühling 2021 wurden diese durch Fahrzeuge der Mikromobilität, wie E-Bikes, Lastenräder, E-Roller, ergänzt. Weitere Infos zu diesem Projekt gibt es auf dessen Website“, so Haserer weiter. Wie berichtetet, wird dieses teils sehr positiv aufgenommen. In Haag machte Ende August des vergangenen Jahres OVB-Autor Karlheinz Günster, der zuvor noch nie ein Elektroauto gefahren ist, den Praxistest. „So einfach kann das sein“, lautete sein insgesamt positives Fazit. Auch im Nachbarlandkreis Altötting zeigte man bereits Interesse.

„Für ODU-Mitarbeiter aus Altötting gibt es eine tägliche Verbindung“, schließt unterdessen Wolfgang Haserer seine Antworten auf die Fragen unseres Lesers:

Hinfahrt:Rückfahrt:
Zug: 06:09 Uhr AÖ>MÜAbfahrt Linie 7517 ODU: 16:25 Uhr
Ankunft Bhf MÜ: 06:23 UhrAnkunft Linie 7517 Bhf MÜ: 16:35 Uhr
Abfahrt Linie 7517 Bhf MÜ: 06:42 UhrAbfahrt RB 42 Bhf MÜ: 16:37 Uhr
Ankunft Linie 7517 ODU: 06:50 UhrAnkunft Bhf AÖ: 16:51 Uhr

„Globus-Mitarbeiter aus Altötting könnten ebenfalls den Zug nehmen und gegebenenfalls zu Fuß beziehungsweise mit dem Fahrrad die Strecke vom Bahnhof zum Arbeitsplatz von etwa zwei Kilometern zurücklegen.“

hs

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