Bürgerforum als kommunikativer Marktplatz

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Ohne Gegenstimme wählte die Gründungsversammlung des Bürgerforums Altötting ihre Vertreter: Michaela Resch (vorne von links), Renate Dorfner, Hubertus Hauger, Bernhard Ott und (hinten von links) Bernd Passer, Agota Adamietz, Monika Dorfner, Dr. Robert Oeder.

Altötting - Das "Bürgerforum Altötting" hat sich gegründet: 28 Landkreisbewohner diskutierten engagiert über die Ziele und Grenzen der Plattformen auf kommunaler Ebene.

Mit einer vorläufigen Satzung und einem achtköpfigen Vertretergremium startet das „Bürgerforum Altötting“ in sein erstes Jahr.

„Wir wollen hier etwas ganz Neues wagen“, eröffnete Moderatorin Michaela Resch die Gründungsversammlung unter der Schirmherrschaft von Landrat Erwin Schneider. Wohl auch deshalb rangen die Teilnehmer erst einmal um die grundsätzliche Ausrichtung eines lokalen Bürgerforums. So sollen die Bürgerinnen und Bürger eine Anlaufstelle für ihre politisch motivierten Ideen und Vorschläge haben – im Netz genauso wie bei regelmäßigen Treffen. Doch auch thematisch abgesteckte Diskussionsrunden sollen dort ihren Platz finden bis hin zu den alltäglichen Sorgen und Nöten. Anknüpfungspunkte gibt es genug: die Mitfahrgelegenheit zum Konzert, zum Kindergarten, zum Einkaufen, der Meinungsaustausch über den neuen Bebauungsplan, über die Eislaufhalle, über die Shopping-Mall, die Rettungsaktion für das verwaiste Wirtshaus, der Zusammenschluss gegen Rechts, der kommunikative Marktplatz gegen die Einsamkeit.

Dabei wird das „Bürgerforum Altötting“ landkreisweit arbeiten, allerdings auch auf der Ebene der Städte und Gemeinden eine eigene Seite einrichten. Um konkurrenzfähig mit anderen Plattformen zu werden, plant das Bürgerforum, seine Internetseite neu zu gestalten. Mit der erhofften finanziellen Unterstützung des Landkreises soll die Nutzerfreundlichkeit ein hohes Niveau erreichen. Die jetzige Kontaktadresse im Netz ist lediglich als Übergangslösung gedacht.

Auch die mit großer Mehrheit angenommene Satzung ist erst einmal ein Provisorium. Der Burghauser Bernd Passer, einer der Initiatoren des lokalen Bürgerforums, begründete seinen Vorstoß, ein Regelwerk zu formulieren: „Wir wollen ja kein Chaos-Club sein“, sagte er, „unsere Vorschläge und Ideen müssen wir kanalisieren können.“ Doch schon an der Begrifflichkeit schieden sich die Geister: War „Satzung“ einigen zu starr, favorisierten sie die Überschrift „Leitlinien“. Innerhalb eines Jahres soll jetzt an der vorläufigen Satzung gefeilt und dann erneut ein Votum abgegeben werden.

Ohne Gegenstimme wählten die Anwesenden ihre Vertreter und Administratoren: Agota Adamietz, Monika Dorfner, Renate Dorfner, Hubertus Hauger, Dr. Robert Oeder, Bernhard Ott, Bernd Passer und Michaela Resch werden dem Bürgerforum ein Gesicht geben.

Entwickelt hat sich das „kleine“ Bürgerforum aus einer Initiative des Bundespräsidenten Christian Wulff, der deutschlandweit 10 000 Menschen zu einem Meinungsaustausch aufgefordert hatte und damit politische Beteiligung forcieren wollte. Innerhalb von drei Monaten erarbeiteten je 400 Männer und Frauen in 25 Städten und Landkreisen ihr „Bürgerprogramm“ zu relevanten gesellschaftlichen Themen. Auch der Landkreis Altötting war dabei und zeichnete sich als außerordentlich diskussionsfreudiger Teilnehmer aus. Im Ausschuss „Demokratie und Beteiligung“ erarbeiteten die Forumsmitglieder die Idee eines kommunalen Bürgerforums. Sogar in Bonn und in Berlin durfte die Altöttinger Delegation auf Einladung der Bertelsmann-Stiftung ihre Vorschläge vorbringen. Landrat Erwin Schneider zeigte sich von Anfang an offen und setzte für das „Bürgerforum“ eine Sondersitzung im Kreistag an. Jetzt müssen die Kreisräte über eine finanzielle Unterstützung des Partei unabhängigen Gremiums entscheiden.

Pressemeldung Bürgerforum

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