Auszeichnung der Allianz pro Schiene

„Bundesweites Vorzeigemodell“: Stadt Altötting „freut sich sehr“ über Bahnhof des Jahres

Bahnhof des Jahres 2020 Altötting
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Das historische Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert war auch ein Grund für die Verleihung der Auszeichnung.

Altötting/Berlin - Eine hohe Auszeichnung wurde dem Bahnhof in Altötting zuteil. Die Bahnstation wurde von einer Fachjury des gemeinnützigen Verkehrsbündnisses „Allianz pro Schiene e.V.“ zum „Bahnhof des Jahres 2020“ gewählt.

Update, 13.05 Uhr - Pressemitteilung Stadt Altötting


Die Mitteilung der Stadt im Wortlaut

Den Titel „Bahnhof des Jahres“ vergibt das gemeinnützige Verkehrsbündnis „Allianz pro Schiene“ in diesem Jahr an die Stadt Altötting. Diese bundesweit einzigartige Auszeichnung geht in diesem Jahr an den Bahnhof Altötting. Die Stadt Altötting freut sich sehr über diese besondere Auszeichnung.


Erster Bürgermeistern Stephan Antwerpen nahm am 25. September 2020 die Ehrung im Namen der Stadt Altötting bei einer Videokonferenz entgegen. Den „Preis“ wird Frau Staatsministerin Kerstin Schreyer, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, im Rahmen einer kleinen Feier demnächst vor Ort an die Stadt Altötting überreichen. Die Jury war sehr beeindruckt vom Altöttinger „Schmuckstück für die Reisenden“ und begründet ihre Entscheidung wie folgt:

Egal ob Pilger, Pendler, Anwohner oder Urlauber – für alle beginnt oder endet an diesem Bahnhof die Zugfahrt mit einem Genuss. Dieser Bahnhof heißt seine Nutzer im wahrsten Sinne des Wortes willkommen. Vorbildhaft steht er für ein tolles Angebot im ländlichen Raum mit einer hohen Aufenthaltsqualität. In Altötting ist es gelungen, Tradition und Moderne zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Das historische, sanierte Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert und der Bahnhof insgesamt bieten innovative Dienstleistungen für die Mobilität im 21. Jahrhundert. Damit ist der Bahnhof Altötting ein Schmuckstück für alle Reisenden in Bayern und darüber hinaus.

Ganz besonders hat uns als Jury der Service für Radfahrer gefallen, der für einen Bahnhof dieser Größenordnung fast einzigartig in Deutschland ist. Mit hochwertigen Stellplätzen, abschließbaren Fahrradboxen mit Stromanschluss, mit einem Aufenthaltsraum samt Umkleidekabine, einer Werkbank zur Reparatur und einem barrierefreien Zugang zu den Gleisen bietet Altötting alles, was die Herzen der Radfahrer – egal ob Pendler oder Ausflügler – höherschlagen lässt.

Die Ladestation für E-Bikes an der Nordseite ist geeignet für fast alle Räder – hier können Reisende 95 Prozent der Fahrradmarken mit bereitgestellten Adaptern aufladen. Eine solche universelle Ladestation ist (noch) eine Besonderheit in Deutschland. Mit seinem Angebot für Radfahrer ist der Bahnhof des Jahres 2020 auch ein bundesweites Vorzeigemodell und sticht aus der Masse hervor.

Aber nicht nur die Verknüpfung mit dem Fahrrad stimmt: Der Busbahnhof ist unmittelbar benachbart. Park and Ride-Parkplätze einschließlich Lademöglichkeit für E-Autos stehen direkt am Bahnhof zur Verfügung und sogar ein Car-Sharing-Angebot ist vorhanden. Zu dem attraktiven Paket für die Nutzer des Bahnhofs gehören ein Bistro mit frischen Produkten und Sitzplätzen im Bahnhofsgebäude und im Freien.

Gleich nebenan können die Menschen im Reisebüro Fahrkarten buchen oder sich informieren. Für Eilige steht ein überdachter Fahrkartenautomat bereit. Zur Wohlfühlatmosphäre trägt das unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude bei, das 1896 zur Eröffnung des Bahnhofes errichtet wurde. Die Stadt Altötting ist seit 2005 Eigentümerin und hat seitdem die Anlagen behutsam und mit Rücksicht auf den Denkmalschutz saniert. Die großzügige, offene Wartehalle, einst für die vielen Wallfahrer gebaut und noch heute Pilger- oder Bethalle genannt, lädt durch die gelungene Sanierung heute wieder zum Verweilen ein. Eine Besonderheit stellt der sogenannte Pilgerbahnsteig dar, der mit einer Länge von 220 Metern für Pilgersonderzüge zur Verfügung steht.“

Die Generalsanierung des Bahnhofs Altötting mit Kosten in Höhe von 3,1 Mio. Euro konnte nur Dank großzügiger Fördermittel des Bundes und des Freistaates Bayern realisiert werden. Aus dem Programm „Soziale Integration im Quartier“ und verschiedenen Programmen der Städtebauförderung sowie der RÖFE erhielt die Stadt Altötting 1,8 Millionen Euro an Fördermittel. Weitere rund 180.000 Euro Zuschuss kamen durch die Bayerische Landesstiftung, den Bezirk Oberbayern, den Landkreis Altötting sowie die Deutsche Bahn. Erster Bürgermeister Stephan Antwerpen dankte hierfür allen Zuschussgebern sehr herzlich. Sein besonderer Dank galt auch der Jury des Verkehrsbündnisses „Allianz pro Schiene“.

Pressemitteilung Stadt Altötting

Erstmeldung, 10.40 Uhr

Seit 2004 kürt das Verkehrsbündnis jährlich den Bahnhof des Jahres, welcher aus Kundensicht den Reisenden Komfort in jeder Hinsicht bietet. Eine zehnköpfige Fachjury bestehend aus Experten verschiedener Bahn- und Verkehrsverbände besucht unangemeldet die von Bahnreisenden online eingesendeten Vorschläge und beurteilt die Bahnhöfe nach einer Checkliste. In einer Pressemitteilung veröffentlichte das Bündnis nun die Einschätzung der Kommission, nachdem bereits im Juni bekannt wurde, dass der Bahnhof für den Wettbewerb nominiert wurde.

Diverse K.O.-Kriterien

Neben der Sauberkeit und Barrierefreiheit werden unter anderem auch die Anbindungen an öffentliche Verkehrsmittel oder die Integration des Bahnhofs in die Stadt beurteilt. Sollte ein Bahnhof kein Personal oder keine Möglichkeit zum Getränkekauf, relevante Sicherheitsmängel oder weniger als 38cm Bahnsteighöhe besitzen, so gilt dies als K.O.-Kriterium. Auch wenn die Bahnhofshalle oder die Bahnsteige nicht oder kaum barrierefrei sind, fällt der Bahnhof grundsätzlich aus der Preiswertung.

„Angebot für Radfahrer sticht aus der Masse hervor“

In Altötting würdigte die Jury besonders den Service für Fahrradfahrer. Neben abschließbaren Fahrradboxen mit Lademöglichkeiten für E-Bikes gibt es auch eine Umkleidekabine für Fahrradfahrer sowie eine Werkbank samt Werkzeug für kleinere Reparaturen. Für einen Bahnhof dieser Größenordnung sei dies fast einzigartig in Deutschland, so die Jury. „Mit seinem Angebot für Radfahrer ist der Bahnhof des Jahres 2020 auch ein bundesweites Vorzeigemodell und sticht aus der Masse hervor“, heißt es weiter in der Beurteilung der Fachjury.

Das historische Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert sei auch perfekt an den übrigen Verkehr angebunden. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Busbahnhof, zudem ist ein Park-and-Ride-Parkplatz samt Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge angeschlossen. Ein Bistro mit frischen Produkten sowie Sitzplätzen im Innen- und Außenbereich runden das Kundenangebot ab, stellte die Jury fest. „Am Bahnhof Altötting finden die Reisenden eine perfekte Verbindung von hoher Aufenthaltsqualität mit umfassenden modernen Mobilitätsangeboten“, bilanziert die Kommission abschließend.

Der Bahnhof Altötting in Zahlen

  • Durchschnittliche Reisende pro Tag: 1200
  • Durchschnittliche Züge am Tag: 35
  • Anzahl der Bahnsteiggleise: 3
  • Bruttogeschossfläche Empfangsgebäude: 937 qm
  • Bahnhofsfläche: 4531 qm
  • Barrierefrei: ja

aic

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