Azubi-Mangel

Immer mehr Lehrstellen bleiben unbesetzt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Altötting - Immer mehr junge Menschen beginnen lieber ein Studium. Im Landkreis bleiben einfach zu viele Lehrstellen unbesetzt. Hier die Gründe für den Azubi-Mangel:

Die Unternehmen im Landkreis Altötting haben trotz eines großen Angebots an Lehrstellen erneut weniger Azubis eingestellt als im Vorjahr. Die heimischen Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistung schlossen 2013 insgesamt 508 Ausbildungsverträge ab, ein Minus von 5,0 Prozent im Jahresvergleich. Bereits 2012 war die Zahl der Neu-Verträge um 1,5 Prozent geschrumpft.

„Der Mangel an Bewerbern greift um sich und betrifft alle Branchen“, sagt Ingrid Obermeier-Osl, Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern und Vorsitzende des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf. Jedes fünfte Unternehmen gab in einer IHK-Umfrage an, dass es nicht alle Lehrstellen besetzen konnte. Als Hauptgrund nannten die Unternehmen, dass keine geeigneten oder überhaupt keine Bewerbungen vorlagen. Einerseits verlassen zunehmend geburtenschwächere Jahrgänge die allgemeinbildenden Schulen und der Trend zum Studium und zu weiterführenden Schulen wie der Fachoberschule hält an. Andererseits stellt die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger die Unternehmen vor Probleme. Die IHK-Vizepräsidentin sieht vor allem die Bildungspolitik in der Pflicht. Das bayerische Schulsystem müsse gewährleisten, dass die Jugendlichen besser aufs Berufsleben vorbereitet werden.

„Auch in den Betrieben muss die Ausbildung zur Chefsache werden“, appelliert Obermeier-Osl an die Wirtschaft. Die Betriebe, die in eine attraktive Ausbildung investieren und neue Bewerbergruppen ansprechen, hätten im zunehmenden Kampf um den Nachwuchs die Nase vorn, so die IHK-Vizepräsidentin. Obermeier-Osl empfiehlt allen Unternehmen, frühzeitig auf Schüler zuzugehen, Absolventen mit weniger guten Noten eine Chance zu geben und neue Angebote wie Duales Studium und Teilzeitausbildungen einzuführen. Auch Studienabbrecher seien in der Ausbildung willkommen, so Obermeier-Osl. „Bewerber mit Abitur und Studienerfahrung können die Ausbildungsdauer um bis zu achtzehn Monate verkürzen“, erläutert die IHK-Vizepräsidentin.

Obermeier-Osl ermutigt gleichzeitig alle Schüler, in den anstehenden Schulferien Betriebspraktika zur Berufsorientierung zu nutzen und sich frühzeitig über Ausbildungsbetriebe und die hervorragenden Karriereaussichten für Azubis zu informieren. Zahlreiche Angebote finden sich in der Praktikumsbörse www.sprungbrett-bayern.de und in der IHK-Lehrstellenbörse unter www.ihk-lehrstellenboerse.de. Die IHK-Vizepräsidentin kündigt auch eine Neuauflage des erfolgreichen IHK-Bildungsexpress für den Herbst an.

Grundsätzlich ist die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ungebrochen hoch: Der Arbeitsagentur wurden im vergangenen Jahr im Landkreis Altötting insgesamt 859 offene Lehrstellen aus allen Ausbildungsbereichen gemeldet, ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon blieben jedoch 99 unbesetzt.

Insgesamt sind 251 IHK-Unternehmen im Landkreis Altötting in der Ausbildung aktiv und stehen für rund 52 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse im Landkreis.

Pressemitteilung IHK München und Oberbayern

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Stadt Altötting

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser