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Lärm, Verkehr und fehlende Toiletten

Anwohner kritisieren Mehrgenerationenpark in Altötting: Planungen „idealistisch“

Der Bolzplatz am Hüttenberger Weg ist laut Bürgermeister Stephan Antwerpen schon in die Jahre gekommen.
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Der Bolzplatz am Hüttenberger Weg ist laut Bürgermeister Stephan Antwerpen schon in die Jahre gekommen. Hier soll in Kürze ein Mehrgenerationenpark entstehen.
  • Jens Zimmermann
    VonJens Zimmermann
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Einigen Anwohnern stößt der geplante Bau des Mehrgenerationenparks am Hüttenberger Weg sauer auf. Im Zuge der Beteiligung der Öffentlichkeit meldeten sich einige Anwohner und sehen kritische Punkte und Verbesserungspotential. 

Altötting – Die Stadtverwaltung und Bürgermeister Stephan Antwerpen haben in Bezug am geplanten Mehrgenerationenpark am Hüttenberger Weg, der im September oder Oktober fertiggestellt sein soll, zwei Schrieben erreicht. Dabei werden viele Kritikpunkte aufgezählt, die aus der Sicht der Anwohner nicht berücksichtigt wurden.

Kritikpunkte am Mehrgenerationenpark in Altötting: Lärm, Verkehr und fehlende Toiletten

„Wir alle haben uns bewusst für einen Wohnort entschieden, der in einer sehr ruhigen Ecke in Altötting liegt“, heißt es in einem Brief. Im Prinzip würden sie kinderfreundliche Einrichtungen unterstützen, doch bereits jetzt würde es am Bolzplatz Lärmbelästigung durch Jugendliche geben, die das Gelände für ihren abendlichen Umtrunk nutzen. Der Schall würde vom Mehrgenerationenpark ungehindert zu ihnen durchdringen. Die Planungen seien sehr idealistisch und sehr einseitig.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die fünf Stellplätze, die derzeit vorgesehen sind. Im Wohngebiet an der Georgenstraße gebe es bereits jetzt wenige Parkplätze und zum Spielplatz keinen Gehweg. Die zuführenden Straßen zum Gelände seien teilweise sehr eng. In diesem Zuge sollte auch das derzeitige Tempo 30 überdacht werden. Das Vorhaben werde „unweigerlich zu einem vermehrten Verkehrsaufkommen führen, wodurch sowohl die Sicherheit unserer Kinder als auch die Wohnqualität sämtlicher Anwohner erheblich beeinträchtigt werden“, heißt es weiter im Schreiben. Sie fordern daher einen Lärmschutzwall.

In einem weiteren Antwortschreiben inklusive einer Unterschriftenliste wurde zudem bemängelt, dass die Anwohner im Vorfeld nicht über die Pläne informiert wurden. Auch fehlende Toiletten werden an der Planung bemängelt. „Wie kann ein Park ohne Toiletten inklusiv sein?“, lautet eine Frage der Anwohner. Dafür werden die Besucher die umliegende Umgebung nutzen, so die Befürchtung.

„Vernachlässigter“ Bolzplatz muss weichen - der richtige Standort?

Auch zum Zustand des Bolzplatzes, der für dieses Projekt weichen muss, haben die Anwohner etwas zu bemängeln: „Dafür ist die Stadt verantwortlich. Dieser wird seit Jahren vernachlässigt, wodurch sich der derzeitige Zustand ergeben hat“, so der Vorwurf. Der Bolzplatz wäre trotzdem immer gut besucht worden.

Es gebe noch einige Punkte zu klären. Auch ob der Standort wirklich der ideale Platz für den Mehrgenerationenpark darstellt. Aber auch am Hüttenberger Weg könnte mit den richtigen Maßnahmen ein gutes Projekt entstehen, bei dem die Anwohner, die Nutzer, die Stadt und alle anderen profitieren könnten.

Stadt Altötting: „Kinderlärm keine Belastung“

In einer Stellungnahme der Stadt Altötting heißt es zu diesem Thema: „Der Stadtrat hat grundsätzlich Verständnis für den Wunsch und das Bedürfnis nach Ruhe der Anlieger im Wohngebiet. Kinderlärm steht jedoch unter einem besonderen Toleranzgebot der Gesellschaft.“ Dies sei vom Gesetzgeber so festgesetzt worden. Geräuscheinwirkungen von Kinderspielplätzen seien grundsätzlich keine schädliche Umwelteinwirkung.

Auch der Freistaat Bayern sehe Kinderlärm nicht als belastend an. Im Wohngebiet gehöre er vielmehr zum sozialen Leben. Auch der Stadtrat stehe hinter dieser Aussage. Dennoch habe die Stadt ein Schallschutzgutachten in Auftrag gegeben. Dort heißt es: „Gegen den beschriebenen Betrieb des Spielplatzes mit Sportanlagen bestehen aus schalltechnischer Sicht keine Bedenken.“

Zudem sei die vorhandenen Tempo-30-Zone bereits für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit bewirkt. Diese würde durch die enge Straßenführung verstärkt. Beim Thema Parkplatz gebe es keine vorgegebene Anzahl. Die Stadt rechne jedoch damit, dass die Anfahrt zur Anlage größtenteils ohne Auto erfolgen werde. Sollten die Stellplätze nicht ausreichen, könnten diese aber erweitert werden.

Keine Toiletten, kein Vandalismus

Toiletten habe die Stadt bewusst nicht geplant – wie bei allen anderen Kinderspielplätzen im Stadtgebiet. „hiermit soll auch Vandalismus vorgebeugt werden“, heißt es seitens der Stadt. Der Behindertenbeauftragte habe sich zudem positiv über den Standort als auch über das ganze Projekt nur positiv geäußert.

Während Konrad Heuwieser (FW) die Beschwerden als Bestätigung sieht, dass das „alles nicht ganz unproblematisch ist“, hat Angelika Tupy (CSU), Referentin für Schule, Kindertagesstätten und Spielplätze, eine Lanze für alle Familien gebrochen, die in diesem Wohngebiet wohnen und dort etwas geboten haben wollen. „Bisher haben wir nur kritische Stimmen gehört, aber es gibt auch positive. Diese freuen sich allerdings und schweigen“, so Tupy vor dem Gremium. Es dürfte spannend bleiben, inwieweit die Stadt manchen Anwohner entgegenkommen werden.

jz

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