Prozess wegen Beleidigung

König Salomo zu Gast am Amtsgericht

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Altötting - Ein paar derbe Beleidigungen hatten einen Prozess am Amtsgericht Altötting zur Folge. Ein Urteil gab es keines, genau deshalb waren am Ende alle zufrieden.

Es waren nur wenige Worte, ausgesprochen in einem Fitnessstudio im März dieses Jahres. Die Wortwahl war aber so derbe und beleidigend, dass sie ihrem Urheber eine Anzeige einbrachten. Am Montag musste sich der Mann nun für Worte wie "scheiß Türken" am Amtsgericht Altötting als Angeklagter verantworten.

Entschuldigung beendet die Verhandlung

Beleidigung ist freilich kein Kavaliersdelikt und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Am Amtsgericht Altötting ist es aber gar nicht zu einem Urteil gekommen. Stattdessen endete die Hauptverhandlung so, wie ein Disput wohl auch außerhalb des Gerichtssaals am sinnvollsten beigelegt wird: Der eine entschuldigt sich, der andere nimmt die Entschuldigung an und die Sache ist erledigt. "Das ist ganz salomonisch ausgegangen", kommentiert Richter Dieter Wüst das Resultat der Verhandlung gegenüber innsalzach24.de.

Entschuldigungen gibt es regelmäßig in Gerichtsverhandlungen, doch nur selten wird das Verfahren danach eingestellt. Anders bei Beleidigungen: "Beleidigung ist ja ein so genanntes Strafantragsdelikt. Das heißt, da muss immer ein Strafantrag vom Beleidigten vorliegen", erklärt Wüst. Nach der Entschuldigung des Angeklagten hat der Beleidigte seinen Strafantrag zurückgezogen. Damit konnte die Beleidigung seitens der Justiz gar nicht weiter verfolgt werden und das Verfahren wurde eingestellt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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