21 Brauereien, 21 Zapfhähne

So feiert eine ganze Region den "Tag des Bieres"

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Altötting/Graming - 500 Jahre Reinheitsgebot am "Tag des Bieres" dieses Jahr. Der "Kleine Brauer - Große Biere" Brauerei-Verbund feiert heute in Graming. 

500 Jahre alt ist es heute geworden, das Reinheitsgebot. Landauf, landab gibt es unzählige Veranstaltungen dazu. Die wohl wichtigste im Raum Inn-Salzach und dem angrenzenden Oberösterreich findet heute in Graming bei Altötting statt. 21 Zapfhähne von 21 Brauereien sind an einem Ort versammelt. Da heißt es quasi einmal durch die heimische Brauewelt und zurück.

„Zwei Seiten – das reicht“

Die Sportschützen St. Georg: Nachzügler oder Frühstart?

Punkt 11 Uhr: Die Sportschützen St. Georg feuern fünf Salutsalven ab. Jede steht für 100 Jahre Reinheitsgebot. Im Anschluss sprechen Veranstalter und Kommunalvertreter. „Das Reinheitsgebot steht auf zwei Blättern Papier“, sagt Herbert Hofauer, 1. Bürgermeister der Kreisstadt Altötting. Wenn man das mit heutigen Lebensmittel-Vorschriften vergleiche, könne man nur den Kopf schütteln. „Mehrere Dutzend Seiten lang sind die. Die Brauer wissen halt: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe - das reicht“.

Ein Hektoliter = 100 Liter

Feuer und Flamme für das Reinheitsgebot und die regionalen Brauer: Altöttings 1. Bürgermeister Herbert Hofauer

Kleine Brauereien mit einem Jahresausstoß von rund 20.000 Hektolitern werden gerne auch als Gasthausbrauereien bezeichnet. Ihr Kundenkreis ist „rund um den Schornstein“ zu finden. Stefan Borer, ein findiger Gastwirt aus Österreich kam vor rund 10 Jahren auf die Idee, die doch alle zusammenzuführen und die Idee zu „Kleine Brauer – Große Biere“ war geboren. 

Herbert Hofauer (links außen) und Karlmann Detter (rechts außen) begrüßen einen Stammgast aus Italien. Das Brauer-Treffen ist für ihn ein Pflichttermin.

Neun Jahre später gibt es sogar Stammgäste aus Italien und Holland, die zu den Brauer-Treffen kommen. Karlmann Detter erzählt von lieben Freunden statt von Kunden, wenn er über sie spricht. Einer leihe sich immer ein Radl bei ihm aus, damit er damit die faszinierende, heimische Bier-Welt erkunden kann.

„Hoffentlich geht das gut!“

Gegen 12 fallen erste Regentropfen in Graming.

12 Uhr: Die Witterung lässt zu wünschen übrig. Der Himmel zieht mehr und mehr zu. Erste kleine Tropfen fallen vom Himmel aber die Veranstalter haben natürlich an alles gedacht. Sogar eine Heizung gibt es im eigens aufgestellten Zelt.

„Von wegen Craft Bier!“

Die Bierkönigin Jaqueline bei "Kleine Brauer - Große Biere"

An den beiden Langseiten haben sich die 21 Brauereien mit ihren Ständen postiert. Gegen eine Pfandgebühr gibt es ein 0,2 Liter – Probierglas. Mit dem geht es an die Stände zur Verkostung gegen einen symbolischen Unkostenbeitrag pro Füllung. „Von wegen Craft Bier!“, sagen die Vertreter dieser 21 Brauereien zum aktuellen Biertrend aus Amerika. „Craft heißt ja nix anderes wie Handwerk. Das machen wir seit 500 Jahren schon so" und dann schaut Bier-Königin Jaqueline auch noch vorbei.

Monatelange Planung ins Blaue?

Historisches Lagerleben auf dem Freibadparkplatz nebenan. Mehr dazu gibts in der Fotostrecke.

„Wir haben monatelang geplant“, sagt Sabine Detter vom Weißbräu Graming, „und wie es scheint, haben wir alles richtig gemacht“. Tatsächlich ist es das 9. Fest dieser Art. Erfahrungswerte hätte das Team um Sabine Detter trotzdem keine gehabt für den „Tag des Bieres“, insbesondere weil dieses Jahr das Jubiläum des Reinheitsgebots anstand. Darüber hinaus präsentieren sich heute alle 21 Brauereien im Verbund „Kleine Brauer – Große Biere“ auf der jährlichen Veranstaltung alle. Das war die vorherigen acht Male nicht so. Mehr als drei Dutzend Mitarbeiter sind heute beim Ausrichter des Brauertreffs, dem Weißbräu in Graming, im Einsatz. Dazu kommen die freiwilligen Helfer, wie die Sportschützen, die Feuerwehr oder auch der Historische Verein Alt-Tilly mit seinem Lagerleben auf dem Freibad-Parkplatz nebenan. „Wahnsinn“, sagt Sabine Detter nach den ersten Stunden, „es läuft“.

Auto stehen lassen!

Das Auto besser stehen lassen!

Einmal durch die heimische Brauwelt und zurück „aber dann bitte mit nicht mehr mit dem Auto“, warnen die Brauer und der Bürgermeister. Ob mit dem Wohnwagen oder Zelt oder im Auto schlafen: „Wir bringen alle unter“, versprachen die Graminger Veranstalter im Vorfeld. „Außerdem haben wir in Altötting tolle Taxis“, legt der Bürgermeister nach.

Nach Fünf Jahrhunderten reicht ein Tag nicht!

Die Musik machte mal kurz Pause, da legte er los.

Es wird weiter gefeiert in Graming. Heute Abend noch zum "Tag des Bieres" mit den 21 Zapfhähnen der 21 Brauereien aber auch ohne die 20 Kollegen ist beim Weißbräu auch morgen noch so einiges geboten. Das komplette Programm gibt es hier.

So sah es bis Nachmittag aus:

"Tag des Bieres": So feiert die Region 2v2

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