Homeschooling im Abschlussjahr

Zwei Schülerinnen über die aktuelle Situation: „Die Lehrer geben sich wirklich Mühe!“

Jasmina Behabetz aus Mühldorf und Miriam Kriegl aus Altötting haben eines gemeinsam: Sie sind beide im letzten Schuljahr.
+
Jasmina Behabetz aus Mühldorf und Miriam Kriegl aus Altötting haben eines gemeinsam: Sie sind beide im letzten Schuljahr.

Jasmina Behabetz aus Mühldorf und Miriam Kriegl aus Altötting haben eines gemeinsam: Sie sind beide im letzten Schuljahr. Jasmina an der FOS/BOS Mühldorf und Miriam an der Berufsschule Altötting. Beide sollen in ein paar Monaten ihre Abschlussprüfungen schreiben, trotz Lockdown, Homeschooling und dem ein oder anderen technischen Problem.

Altötting/ Mühldorf - Am Mittwoch erst hat ein Sprecher des Kultusministeriums angekündigt, dass Gymnasien, FOS und BOS, sowie berufliche Schulen ab 1. Februar wieder zurück in die Klassenzimmer dürfen. Allerdings nur im Wechselunterricht, und natürlich mit FFP2-Masken. Eine Lösung, die den beiden Schülerinnen nicht so gut gefällt, wie man vermuten könnte: „Jetzt ist gerade so etwas wie Routine mit Online-Unterricht eingekehrt, und jetzt müssen wir wieder umstellen“, meint Jasmina dazu. Wertschätzend spricht die angehende Fachabiturientin von der Mühe der Lehrkräfte: „Auch die Lehrer haben manchmal technische Probleme, aber sie sind immer für Fragen erreichbar. Dass man sich als Schüler in den Online-Meetings nicht direkt angesprochen fühlt und leicht mal mit seinen Gedanken abdriftet, liegt ja nicht an ihnen.“


Miriam absolviert eine Ausbildung zur „Kauffrau für Büromanagement“, und steht, wie Jasmina, kurz vor den Abschlussprüfungen. Vor allem der Ausbildungsbetrieb unterstütze die Lehrlinge mit Vorbereitungsmaterial, erzählt die Berufsschülerin. Dass sie die Prüfungen schaffen wird, bezweifelt sie nicht im Geringsten. Bloß wie der Wechselunterricht funktionieren soll, kann sich Miriam nicht vorstellen. „Schulaufgaben müssen ja doppelt geschrieben werden, einmal für die Online-Klasse und einmal für die Real-Klasse. Und wie genau die zwei Gruppen unterrichtet werden sollen, das weiß ich nicht.“

Miriam: „Wir sehen die Lehrer, aber sie uns nicht. Manchmal geht es deswegen auch zu schnell im Unterricht. Wenn wir noch schreiben, oder etwas nicht verstehen, dann merkt der Lehrer das ja nicht.“

Miriam glaubt nicht, dass ihre Klasse im Vergleich zu vorherigen Jahrgängen große Defizite habe. Auch sie ist dankbar für die Unterstützung der Lehrer, die teilweise auch am Wochenende für ihre Schüler erreichbar sind. Nur die sozialen Kontakte fehlen ihr sehr, und den Lehrern fehlen die Schüler: „Einige haben uns extra darum gebeten, dass wir Profilfotos in den Online-Meetings benutzen. Sodass sie uns wenigstens sehen können.“ Das ist in Jasminas Klasse anders: „Wir sehen die Lehrer, aber sie uns nicht. Manchmal geht es deswegen auch zu schnell im Unterricht. Wenn wir noch schreiben, oder etwas nicht verstehen, dann merkt der Lehrer das ja nicht.“

Jasmina: „Man hat nicht das Gefühl, das Abi zu machen. Es ist irgendwie irreal.“

Manche Schüler würden sich nicht trauen nachzufragen, meint Jasmina, "vielleicht weil auch sie die Klasse nicht sehen können, und nicht wissen, ob sie mit ihrer Frage allein dastehen.“ Vor allem die Motivation leide unter dem Homeschooling, berichtet Jasmina: „Man hat nicht das Gefühl, das Abi zu machen. Es ist irgendwie irreal.“

Ab Montag soll es nun für die Abschlussschülerinnen weitergehen. Und obwohl einige Mängel von ihnen angesprochen wurden, war das Fazit durchaus positiv, denn: dass sie ihre Prüfungen bestehen werden, da sind sich beide sicher.

dha

Kommentare