An Pfingsten

Tausende Fußwallfahrer kommen in Altötting an

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Ankunft der Fußwallfahrer in Altötting

Altötting - Das Pfingstwochenende stand auch in diesem Jahr im „Herz Bayerns“ wieder im Zeichen der vielen Fußwallfahrer von nah und fern.

Rund 20.000 Wallfahrer aus Altbayern und darüber hinaus haben sich, wie alle Jahre, über das Pfingstwochenende nach Altötting aufgemacht: über 3500 „Regensburger“, mehr als 2500 „Münchner“ und viele kleinere Gruppen haben die Gemeinschaft im Glauben gesucht – und gefunden. 

In diesem Jahr hatten die Regensburger ihren Bischof Rudolf Voderholzer mit dabei und mit ihm in der Altöttinger Basilika eine gemeinsame Messe gefeiert. 

Los ging es aber am Samstag (8. Juni) bereits um 6.30 Uhr mit der Gruppe aus Eichendorf-Wallerfing, nahtlos schlossen Riedenburg, Freising, Erding, Otzing-Michaelsbuch, Ismaning, Winzer, Hallbergmoos-Goldach, Eichenried/Moosinning/Eicherloh, Kirchberg im Wald und zum insgesamt 388. Mal die Deggendorfer an. 

Weitere Gruppen, alleine am Samstag, kamen aus Euernbach-Scheyern, Bruckberg, Furth sowie Altdorf bei Landshut und Gündlkofen-Oberglaim. 

Treffen und Wiedersehen mit Bekannten und Freunden 

Auch am Pfingstsonntag (9. Juni) konnten die Ersten, die im Gnadenort übernachtet hatten, schon frühmorgens um 6 Uhr die ersten Heiligen Messen feiern. 

Generell ist die Übernachtung eine logistische Meisterleistung: wo übernachten zum Beispiel die „Münchner“ auf ihrem drei bis viertägigen Fußmarsch aus der Landeshauptstadt? In Sporthallen, Gemeindezentren aber oftmals auch, seit Generationen gepflegt, in Gast-Familien. „Geld will da niemand! Da bringt man sich dann kleine Geschenke oder Andenken mit.“, sagt Anni Pfaffenberger, die sich seit Jahren in Babensham dem Münchner Zug anschließt. 

Am Sonntag gegen 6.30 Uhr wurde dann die 139. Straubinger Wallfahrt an der Herrenmühlstraße erwartet und von der Altöttinger Musikkapelle zur Basilika geleitet. Weitere Wallfahrergruppen kamen aus Stephansposching, Bad Säckingen und aus Subotica (Serbien). Den Abschluss der großen Pilgerzüge bildet am Montag die erst seit 63. Jahren stattfindende „Münchner“ Wallfahrt, bei deren Einzug generell viele Gruppen aus dem Großraum München teilnehmen. 

Wallfahrer an Pfingsten in Altötting

Treffpunkt am Pfingstmontag ist morgens traditionell die Wallfahrtskirche in Heiligenstadt bei Tüssling. Von dort wird dann gemeinsam gegangen. Alleine Freising kam in diesem Jahr mit vier Einzelgruppen, wie Andreas Kollin und sein Schwiegervater Erwin Prechtl von der Bereitschaft des Roten Kreuzes dort erzählen. Andere erzählen noch ganz andere Geschichten. 

„Montag ist auch traditionell der Tag, an dem viele Gruppen aus der näheren Umgebung ankommen“, sagt Stadtpfarrer, Stiftsdekan und Wallfahrtsadministrator Günther Mandl aus Altötting. So freut sich der 72-Jährige neben der „Legio Mariae“ aus München auch auf mehrere hundert Wallfahrer aus Neumarkt St.Veit, Trostberg, Burghausen, Hochburg-Ach(Österreich), Pförring-Pfaffenhofen sowie aus der Partnerstadt, dem schweizerischen Einsiedeln, das ebenfalls ein berühmter Wallfahrtsort mit einer schwarzen Madonna ist. 

Teilnehmerin Anni Pfaffenberger: „Es ist eine geistige Reinigung!“

Über die Beweggründe gibt es die unterschiedlichsten Aussagen der Gläubigen. Manche nehmen teil, um das Gemeinschaftserlebnis zu spüren: Beten (Rosenkranz), Singen, Stille und Unterhaltung wechseln sich an den vier Tagen ab. „Da lernt man viele neue und interessante Menschen kennen!“, sagt beispielsweise der 30-jährige Bernd aus Freising.

Andere gehen mit, weil sie es schon über die Familie so kennen und schätzen gelernt haben. Dabei übernehmen auch schon die Jüngeren Verantwortung. So sind Kilian, Marianne, Maria und Jakob, allesamt zwischen 13 und 23 Jahren alt, der Gruppe 2 von München vorausgegangen und helfen die Wege abzusperren und danach auch wieder alles aufzuräumen. 

Andere Helfer sind die zahlreichen Familienangehörigen, welche mit dem Auto oder Bus anreisen und die Fußwallfahrer dann in Altötting wieder abholen. So gehen ernstzunehmende Schätzungen davon aus, dass die Kreisstadt mit ihren 12.000 Einwohnern am Pfingstwochenende immer von rund 30.000 Gläubigen bevölkert werden. 

Abseits der Religiosität bleibt positiv zu vermerken, dass man durch die Wallfahrt nicht nur innerlich rein zu werden scheint, wie es eine Teilnehmerin formulierte, sondern dass die Gläubigen auch keinen Müll hinterlassen.

pbj

Rund 1.400 Oberpfälzer waren bei der 334. Fußwallfahrt mit dabei.

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