Urteil am Landgericht Traunstein gefallen

Messerattacke vor Seniorenheim: Notwehr!

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Altötting/Traunstein - Das Urteil ist gefallen: Die Messerattacke vor einem Seniorenheim war Notwehr. Der Beschuldigte wird also nicht in einer Psychiatrie untergebracht.

Ein Mann aus dem Landkreis Altötting, der einem Seniorenheim-Mitbewohner ein Messer in den Bauch gerammt hatte, wird nicht in der Psychiatrie untergebracht. Im Sicherungsverfahren am Montag am Landgericht Traunstein wurde deutlich, dass der Mann aus Notwehr gehandelt hatte. Er sei entsprechend angegriffen worden, erläuterte Staatsanwalt Andreas Miller gegenüber unserer Redaktion. Bisher habe man gedacht, der Mann habe die Notwehrsituation provoziert. Wäre dies tatsächlich der Fall gewesen, hätte sich der Beschuldigte nicht auf Notwehr berufen können.

Der Mann und das Opfer der Messerattacke waren schon Tage vor jenem Vorfall aneinander geraten. Im Streit schubsten sie sich gegenseitig, wobei der Altöttinger stürzte und sich das Schlüsselbein brach. Auch der Messerattacke war ein Streit - samt beiderseitigen Beleidigungen - vorausgegangen. Der Mann aus dem Landkreis Altötting stach schließlich zu - offenbar aus Notwehr - und verletzte seinen Widersacher dabei schwer.

Keine Unterbringung in einer Psychiatrie

Anlass für das Sicherungsverfahren war eine chronische Schizophrenie, die den Beschuldigten schuldunfähig macht. Am Ende eines Sicherungsverfahrens steht die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung - es sei denn, der Antrag der Staatsanwaltschaft wird, wie in diesem Fall, zurückgewiesen. Eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus ist gemäß Paragraf 63 des Strafgesetzbuchs nur dann gerechtfertigt, "wenn die Gesamtwürdigung des Täters und seiner Tat ergibt, dass von ihm infolge seines Zustandes erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten sind und er deshalb für die Allgemeinheit gefährlich ist". Angesichts der Notwehrsituation des Altöttingers sah das Gericht dies nicht als gegeben an.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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