Die Altöttinger Bürgermeisterkandidaten nach der Wahl

Hofauer: "Keinen Schmusewahlkampf geführt"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Bürgermeister Herbert Hofauer (Freie Wähler) wurde schon im ersten Wahlgang im Amt bestätigt.
  • schließen

Altötting - Herbert Hofauer hat sein Bürgermeisteramt souverän verteidigt. Den Kurs einer konsensorientieren Stadtratspolitik möchte er in den nächsten sechs Jahren fortsetzen.

In Altötting haben sich die Wähler bereits im ersten Wahlgang deutlich für Amtsinhaber Herbert Hofauer ausgesprochen. Der parteilose Kandidat der Freien Wähler Altöttings holte 63,31 Prozent der Stimmen und steht nun vor seiner vierten Amtszeit. "Ich habe mich sehr gefreut. Ich habe fast eine Zwei-Drittel-Mehrheit geholt, und das bei zwei Gegenkandidaten", sagte Hofauer gegenüber unserer Redaktion. Seinen SPD-Herausforderer Hubert Rothmayer, der 29,4 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinte, lobte Hofauer ausdrücklich. "Kollege Rothmayer hat ein sehr beachtliches Ergebnis erzielt."

Nun, nach bereits 19 Jahren im Amt, freue er sich auf die nächsten sechs Jahre, so Hofauer. Ernste Zweifel an einem erneuten Wahlsieg hatte der Bürgermeister nie. "In der Stadt war keine Wechselstimmung da", sagte Hofauer. Vielmehr habe es Anerkennung der Bürger für die Arbeit von Stadtrat und Stadtverwaltung gegeben.

"Fühle mich nicht als Bürgermeister einer Partei"

In den kommenden sechs Jahren möchte Hofauer die tendenziell konsensorientierte Altöttinger Stadtpolitik fortsetzen. "Wir hatten immer ein gutes Miteinander im Stadtrat", lobte Hofauer. Für eine gute Politik brauche es einen Stadtrat, der alles mitträgt, und eine gute Stadtverwaltung. "Und die haben wir."

Hofauers Freie Wähler kommen auf sieben Sitze, die CSU ist mit elf Sitzen die stärkste Fraktion im Stadtrat. Die Union, die keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt hatte, hat die Kandidatur von Hofauer zwar nicht unterstützt, lobte den Bürgermeister im Wahlkampf aber ausdrücklich. "Ich fühle mich nicht als Bürgermeister einer Partei", stellte Hofauer heraus, der im Stadtrat eine Zusammenarbeit über alle Fraktionen hinweg anstrebt. Im Wahlkampf war die CSU selbstverständlich dennoch ein Konkurrent. "Die CSU hat keinen Schmusewahlkampf geführt", sagte Hofauer.

Rothmayer: "Können selbstbewusster auftreten"

"Ich bin mehr als zufrieden. Damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Das ganze Team ist stolz darauf", sagte Hubert Rothmayer, Bürgermeisterkandidat der SPD. Er selbst holte bei der Bürgermeisterwahl 29,4 Prozent, die SPD hat bei der Stadtratswahl mit 16,47 Prozent das Ergebnis der letzten Wahl (11,48 Prozent) klar verbessert. Vier SPD-Politiker sitzen künftig im Stadtrat - doppelt so viele wie bislang. Das gute Abschneiden bei der Stadtratswahl führt Rothmayer auch darauf zurück, dass die SPD dieses Mal einen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt hatte. Nach Ansicht der Bürger sei es schlicht die Aufgabe einer Partei, einen Kandidaten zu stellen, so Rothmayer.

Spannend wird die Frage, wie sich die SPD im Stadtrat künftig positionieren wird. "Wir können ein bisschen selbstbewusster auftreten", findet Rothmayer. Allerdings werde man sich, wenn es um die Sache geht, immer einigen müssen.

Vogl: "Mache weiter meinen Mund auf"

Bürgermeisterkandidat Günther Vogl (Republikaner) zeigte sich zufrieden mit seinem Wahlergebnis von 7,29 Prozent. 5 Prozent sei sein Wunschergebnis gewesen, 10 Prozent wäre eine Sensation gewesen, so Vogl. "Das Ergebnis liegt also ziemlich genau in der Mitte. Ich bin sehr zufrieden." Im Stadtrat kommen die Republikaner auf 5,07 Prozent - eine leichte Verbesserung im Vergleich zur letzten Wahl, aber weniger, als der Bürgermeisterkandidat der Partei erhalten hat. "Die Kandidatur der FDP hat uns einige Stimmen geraubt", sagte Vogl, der auch weiterhin als einziger Republikaner im Altöttinger Stadtrat sitzen wird.

Eine Blockadehaltung möchte Vogl im Stadtrat nicht einnehmen. "Was gut ist, werde ich unterstützen. Das ist meistens der Fall", erklärte Vogl. "Wenn etwas nicht richtig ist, mache ich meinen Mund auf. Notfalls stehe ich auch alleine da."

Zurück zur Übersicht: Stadt Altötting

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser