Kindergärten im Visier von Einbrechern

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Altötting - Vier Mal innerhalb einer Woche waren Kindergärten im Landkreis das Ziel von Einbrechern. Die Polizei geht inzwischen von einer Serie aus.

Vier Mal gerieten binnen einer Woche Kindergärten und Kindertagesstätten im Landkreis Altötting ins Visier von Einbrechern. Drei Mal waren die Täter erfolgreich, einmal blieb es bei einem Einbruchsversuch. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass es sich um eine Einbruchsserie handelt.

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Vergangene Woche wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag in die Kindertagesstätte St. Margarethe in Hirten eingebrochen, eine Nacht später scheiterten Einbrecher bei dem Versuch, dort erneut einzudringen. In dieser Woche waren in der Nacht von Montag auf Dienstag gleich zwei Kindergärten das Ziel von Einbrechern: In Marktl stieg am Montagabend zwischen 16.15 und 21 Uhr ein unbekannter Täter in den Kindergarten am Kapellweg ein und in Mehring wurde irgendwann zwischen Montag, 18 Uhr, und Dienstag, 6.15 Uhr, in den Kindergarten St. Martin eingebrochen.

Die Polizeiinspektion Altötting erklärte gegenüber innsalzach24, man gehe inzwischen davon aus, dass es sich um eine Einbruchsserie handelt. Ob und in welchem Umfang Spuren zur Ergreifung des Täters oder der Täter vorliegen, möchte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen allerdings noch nicht sagen. Man sei dran an dem Fall und arbeite eng mit der Polizeiinspektion Burghausen zusammen.

Steckt hinter den Einbrüchen Beschaffungskriminalität?

Warum ausgerechnete Kindergärten ins Visier von Einbrechern geraten sind, kann sich die Polizei nicht so recht erklären. In der Regel ist in Kindergärten kaum Beute zu machen und der bei Einbrüchen angerichtete Sachschaden übersteigt diese oft um ein Vielfaches. In Marktl wurden 250 Euro erbeutet, in Mehring waren es gar nur 70 Euro. Der Sachschaden liegt indes in Marktl bei 800 Euro und in Mehring bei rund 1600 Euro. Die Polizei vermutet, dass die Kindergärten vor allem deshalb zum Ziel von Einbrechern wurden, weil sie allesamt nicht alarmgesichert waren.

Oftmals befindet sich in einem Kindergarten lediglich das Essensgeld der Kleinen, in der Kindertagesstätte St. Margarethe in Hirten machten die Einbrecher jedoch fette Beute. Mit roher Gewalt hebelten dort die Täter einen Tresor aus der Wand, in dem die Einnahmen aus dem Martinsumzug aufbewahrt wurden - immerhin ein vierstelliger Betrag.

Weil aber - in der Regel - nur Minimalbeträge erbeutet werden, schließt die Polizei aus, dass internationale Täter am Werk sind, die für Einbrüche extra nach Deutschland fahren. Vielmehr handle es sich wohl um Beschaffungskriminalität. Demnach gingen die Einbrüche auf das Konto von Drogenabhängigen, die mit der Beute ihre Sucht finanzieren. Dafür spricht, dass die Täter leichte Ziele auswählen, auch wenn sie sich dafür mit geringer Beute zufrieden geben müssen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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