Debatte im Stadtrat

Altötting: Wie "öko" sollte der Strom sein?

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Altötting - Noch bis Ende 2016 bekommt die Stadt Strom aus dem aktuellen Liefervertrag. Im Stadtrat entbrannte eine Debatte, ob Altötting danach auf Ökostrom setzen soll.

Nicht nur die Bürger und Firmen in Altötting, sondern auch die Stadt selbst braucht Strom, beispielsweise für das Rathaus. Der aktuelle Liefervertrag läuft bis Ende 2016, für die Zeit danach wird sich die Stadt erneut an einer sogenannten Bündelausschreibung beteiligen. Bei einer Bündelausschreibung tun sich mehrere bayerische Kommunen zusammen, um gemeinsam Angebote zur Stromlieferung einzuholen - das spart in der Regel Verwaltungsaufwand und nicht zuletzt Geld.

An der erneuten Beteiligung an der Bündelausschreibung bestand im Stadtrat am Mittwochnachmittag deshalb kein Zweifel. Uneins war das Gremium allerdings bei der Frage, wie viel Ökostrom es denn sein soll. Bei der Bündelausschreibung hat die Stadt zwei Optionen: "100 Prozent Ökostrom" oder "Normalstrom", wobei im Normalstrom ebenfalls eine gewisser Ökostrom-Anteil enthalten ist - ein je nach Anbieter schwankender Wert.

Gottschalk: Mein Gewissen ist ruhiger mit Ökostrom

"Wir sind bis jetzt gut gefahren mit dieser Ausschreibung", sagte CSU-Fraktionssprecher Klaus Müller. In der Fraktion habe man sich für den Normalstrom entschieden, auch wegen der Kostenfrage. "Und da ist sicher auch wieder Ökostrom dabei." In den Fraktionen von SPD und Freien Wählern gab es hingegen unterschiedliche Meinungen. "Es war schon eine Diskussion", sagte SPD-Fraktionssprecher Hubert Rothmayer zu den Beratungen seiner Fraktion und Andrea Wibmer (Freie Wähler) erklärte, dass ihre Fraktion mehrheitlich für Normalstrom sei, es aber auch andere Meinungen gebe. Sowohl Rothmayer als auch Wibmer baten deshalb um eine Abstimmung über die Frage des Ökostroms.

SPD-Stadtrat Holger Gottschalk plädierte für 100 Prozent Ökostrom. "Wir haben als Stadt eine Vorreiterrolle", sagte Gottschalk. Mit 100 Prozent Ökostrom könnte man ein Vorbild sein, so Gottschalk. "Mein Gewissen ist ruhiger, wenn es hundert Prozent Ökostrom ist." Bürgermeister Herbert Hofauer konstatierte: "Man kann wirklich beide Meinungen gut vertreten."

Vogl: Vögel werden "geschreddert"

Als klare Ökostrom-Skeptiker gaben sich Dr. Rudolf Saller (FPD) und Günther Vogl (Republikaner). "Der Eingriff in die Natur bei so einem Windpark ist nicht ohne", befand Saller und Vogl sagte, dass Ökostrom "definitiv nicht besser für die Umwelt" sei. Für Windräder brauche man seltene Erden aus China, Vögel wurden zudem von den Windrädern "geschreddert", so Vogl.

Die Abstimmung verlief relativ eindeutig. Nur drei Stadträte votierten für 100 Prozent Ökostrom. Die anschließende Abstimmung über die erneute Bündelausschreibung war unstrittig. Dieses Votum fiel einstimmig.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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