Kinder im Bus angesprochen

Zweieinhalb Jahre Haft für Sexualstraftäter

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Altötting - Trotz eines gerichtlichen Verbots hatte ein Sexualstraftäter Kinder im Bus angesprochen. Im Berufungsverfahren wurde er nun zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Die Richter am Landgericht Traunstein folgten im Wesentlichen der Einschätzung ihrer Kollegen: Auch im Berufungsprozess wurde ein 70 Jahre alter verurteilter Sexualstraftäter aus dem Landkreis Altötting zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er trotz eines gerichtlichen Verbots Kinder angesprochen hatte. Das Urteil liegt mit zwei Jahren und sechs Monaten allerdings sechs Monate unter dem Urteil aus erster Instanz. Damit hat sich der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Erhard Frank, durchgesetzt, der am Tag vor der Verhandlung gegenüber unserer Redaktion gesagt hatte, er hoffe, ein halbes Jahr runterzubekommen.

"Spezialprävention" statt Sicherungsverwahrung

Der Prozess stellte einen Sonderfall dar, schließlich hatte der Angeklagte vermeintlich wenig getan. Sein Verteidiger bewertete das Ansprechen der Kinder als "straflose Vorbereitungshandlung". Schon in erster Instanz am Amtsgericht Mühldorf wurde jedoch deutlich, dass das Gericht quasi vorsorglich eine Haftstrafe verhängen möchte, der Richter selbst sprach von einer "Spezialprävention".

Der 70-Jährige hatte sich schon einmal in Sicherungsverwahrung befunden, war aber entlassen worden, als die nachträgliche Sicherungsverwahrung für unzulässig erklärt wurde. Der verurteilte Sexualstraftäter musste allerdings strenge Auflagen beachten. Er musste sich von Kindern fernhalten und durfte nicht Autofahren. Letzteres rührte daher, dass er einst ein Mädchen in sein Auto gelockt hatte.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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