Plakat in Altötting wurde ausgetauscht *mit Voting*

Sexistische Werbung? Das sagen unsere Leser

Dieses Werbeplakat der Firma Brunner Haustechnik sorgt für Missfallen bei der Frauen-Union Altötting. Sie kritisiert es als sexistisch und diskriminierend. Der Chef der Firma entgegnet, er könne diese Kritik nicht nachvollziehen.
+
Dieses Werbeplakat der Firma Brunner Haustechnik sorgt für Missfallen bei der Frauen-Union Altötting. Sie kritisiert es als sexistisch und diskriminierend. Der Chef der Firma entgegnet, er könne diese Kritik nicht nachvollziehen.

Altötting - Die örtliche Frauen-Union kritisierte ein Werbeplakat einer Firma für Haustechnik. Jetzt wurde es ausgetauscht, jedoch nicht wegen der Kritik. Die Reaktionen in unserer Leserschaft sind dagegen sehr eindeutig.

Während die Frauen-Union in Altötting befürchtet, dass durch das Plakat das weibliche Geschlecht zum Objekt erniedrigt wird, verstehen viele unserer Leser die Aufregung nicht und loben sogar die Werbung. „Es gibt weit größere Probleme als so ein Plakat“, schreibt Steffi P. unter dem Artikel bei Facebook. „Das Plakat ist mal richtig gut. Endlich mal eine vernünftige Werbung, die ins Auge fällt“, lobt Ti N. „Ich finde auch nichts schlimmes an der Werbung. Tolles Plakat mit witzigen Spruch“, schreibt Yvonne E.


Frauen-Union Altötting kritisiert „sexistisches Plakat“ - Leser finden Werbung überwiegend toll

Äußerst auffällig ist dabei, dass besonders viele weiblichen Leser die Werbung gut heißen: „Ich bin eine Frau und finde es gut, wie es ist“ äußert sich beispielsweise Susanne H.. „Also meine Damen, das ist ein sehr schönes Bild, und mir gefällt es“ meint auch Gisa K..


Aber es hagelt auch Kritik an der Frauen-Union, so schreibt beispielsweise Siegfried L.: „Wo ist das Problem? Ist die Frauen-Union in den 50er Jahren stehengeblieben? Alles scheint sich rückwärts zu drehen. Wenn es Frauenverachtend oder dergleichen wäre, würde ich es verstehen. Aber so? Ist doch nett anzusehen“. „Die Organisationen mit den erhobenen Zeigefingern werden immer mehr...“, glaubt auch Rolf G..

Plakat in Altötting ausgetauscht - Variante nun in Burgkirchen zu sehen

Die Hoffnung einiger Leser, dass das Plakat hängen bleiben kann, haben sich aber zumindest in Altötting derweil zerschlagen. Wie die Brunner Haustechnik in ihrem eigenen Blog mitteilten, wurde am vergangenen Freitag das Plakat ausgetauscht: „Es wäre so oder so diesen Freitag weg gekommen, weil die Dekade – der Zeitraum, indem das Plakat hängt - sowieso zu Ende gegangen wäre.“

Dieses alternative Plakatmotiv mit einem Mann statt einer Frau wurde nun stattdessen in Altötting angebracht. Die Vorsitzende der Frauen-Union kritisiert, es unterstreiche nur vielmehr die Problematik des anderen Plakats.

Eigentlich wäre kurioserweise dasselbe Plakat angebracht worden. Es sei jedoch ein großer Aufwand betrieben worden, die Werbung mit einem Mann zu bekommen. „Aber nicht wegen der Frauen-Union, sondern weil keiner geglaubt hat, dass es so eine Variante gibt“, heißt es in dem Blog. Der nette Plakatierer hätte es dann gut gemeint und das vorbereitete Plakat auf eine Leerfläche in Burgkirchen geklebt. Für die Verteilung der Plakate sei die Brunner Haustechnik selbst nicht verantwortlich.

Umfrage: Wie steht ihr zu den Plakaten?

Leserin: „Sex hat sich schon immer gut verkauft“

Somit gibt es ab sofort zwei Varianten im Landkreis Altötting: Eine mit Mann und eine mit Frau. Dass besonders Letztere jetzt nur ein paar Kilometer weiter entfernt zu sehen ist, dürfte bei der Frauen-Union in Altötting keine große Jubelschreie auslösen. „Ich dachte, dass eine derart plumpe, sexistische Werbung längst der Vergangenheit angehört“, so Monika Klein von Wisenberg, Vorsitzende der Frauen Union Altötting, zuletzt über das Plakat.

Unterstützung bekommt die Frauen-Union immerhin von ein paar Lesern. „Sex hat sich schon immer gut verkauft....so nutzt m(M)an(n) das auch weiterhin. Sehr armselig“, so Lucia L.. Auch Rosi R. versteht die Kritik an der Werbung: „Traurig, dass es Frauen gibt, die es offensichtlich ganz normal finden, in einer Firmenwerbung als „heißes Gerät“ bezeichnet zu werden.“

jz

Kommentare