Kommunalwahlen 2014 in Altötting

Saller hat wieder eine Partei gefunden

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"Parteibuch wechsle dich" bei Dr. Rudolf Saller: Der ehemalige Stadtrat der Freien Wähler hat der CSU in Richtung FDP den Rücken gekehrt. Mit Meldungen über einen bevorstehenden Wechsel zur AfD hat Saller "eine falsche Fährte gelegt", wie er selbst sagt.
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Altötting - Erst saß er für die Freien Wähler im Stadtrat, später kehrte er der CSU enttäuscht den Rücken. Warum Saller nun doch nicht bei der AfD anheuert:

"Die Alternative kommt sicher, ich gehe davon aus", hatte Dr. Rudolf Saller noch vor wenigen Wochen gegenüber innsalzach24 gesagt. Enttäuscht von der CSU, hatte der ehemalige Stadtrat öffentlich mehrfach davon gesprochen, eine "Alternative für Altötting" ins Leben zu rufen. Nun will Saller tatsächlich eine Liste für die Kommunalwahl 2014 aufstellen - allerdings nicht, wie ursprünglich angekündigt, unter dem Dach der AfD, sondern unter dem der FDP.

Dr. Rudolf Saller ist der Vorsitzende des neu ins Leben gerufenen FDP-Ortsverbandes Altötting. Die Vorbereitungen für die Kommunalwahl im nächsten Jahr laufen auf Hochtouren, denn die Zeit drängt. Bis Ende Januar muss die Kandidatenliste für die Wahl stehen, voraussichtlich Mitte Januar wird die Altöttinger FDP ihre Nominierungsversammlung abhalten. Aktuell führt Saller, der wohl auch selbst für den Stadtrat kandidieren wird, Gespräche mit möglichen Mitstreitern. Eine mindestens acht Kandidaten starke Liste ist das erklärte Ziel des Ortsverbandes.

Flirt mit der AfD war "falsche Fährte"

Diese Debatte entfachte den Zwist mit der CSU:

Für Saller ist es nicht der erste Parteiwechsel. Der Jurist saß bereits von 2002 bis 2008 für die Freien Wähler im Altöttinger Stadtrat. 2014 wollte Saller eigentlich auf der Liste der CSU kandidieren, scheiterte jedoch auf der Nominierungsversammlung. Bereits im Vorfeld hatte es Unstimmigkeiten zwischen Saller und anderen Vertretern der örtlichen CSU gegeben - zum Teil ausgelöst durch ein Missverständnis. Daraufhin hatte Saller angekündigt, eine "Alternative für Altötting" ins Leben zu rufen.

Ende November schienen die Überlegungen konkrete Formen anzunehmen. Gegenüber innsalzach24 lobte Saller die AfD als "wirtschaftsliberale Partei" mit vielen Aussagen im Parteiprogramm, "die ich unterschreiben kann", wie er damals sagte. Die konstituierende Sitzung einer Altöttinger Ortsgruppe der AfD stand laut Saller unmittelbar bevor. Offenbar war alles eine Finte.

"Das war eine falsche Fährte, die wir gelegt haben. Wir wollten wissen, was die AfD vor hat", sagte Saller nun. Kurzfristig habe man vermutet, die AfD kandidiere bei der Kommunalwahl -  eventuell auf einer gemeinsamen Liste mit den Republikanern, die in Altötting gegenwärtig einen Stadtrat stellen, erklärte der Rechtsanwalt. Dies war offenbar ein Irrtum. "Die wollen keine Kommunalpolitik machen und haben keine Kommunalpolitik auf der Agenda", so Saller.

Saller ist "vollauf zufrieden" mit Hofauer

Der Rechtsanwalt ist nun ganz Feuer und Flamme für seine neue politische Heimat. Die FDP habe eine "Geisteshaltung, die sehr tolerant, sehr liberal ist". Mit dem Kommunalprogramm der Partei könne er sich voll identifizieren: "Da ist fast 100 Prozent Übereinstimmung." Im Wahlkampf in Altötting möchte Saller einen Schwerpunkt auf die Themen Verkehr und Stadtentwicklung legen.

 Eine Liste gibt es zwar noch nicht, ein Wahlziel dafür aber schon. Realistisch sei ein Sitz im Stadtrat, "zwei wären schön, drei wären eine Sensation", sagte Saller. Mit drei Sitzen könnte die FDP immerhin eine eigene Stadtratsfraktion bilden. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten möchte der Ortsverband allerdings nicht nominieren. Mit dem amtierenden Ersten Bürgermeister Herbert Hofauer (Freie Wähler) sei er "vollauf zufrieden", erklärte Saller. "Es ist sehr tragfähig, was er macht. Wir werden keinen eigenen Kandidaten aufstellen."

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