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Schauspielerin aus Altötting im Interview

Marisa Burger: „Ich finde es gut, dass meine Tochter beruflich was anderes macht“

Marisa Burger privat (links) und mit Max Müller (alias Michael Mohr) in der Rolle der Miriam Stockl (rechts). Die Schauspielerin aus Altötting lebt privat in der Schweiz.
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Marisa Burger privat (links) und mit Max Müller (alias Michael Mohr) in der Rolle der Miriam Stockl bei den „Rosenheim Cops“(rechts).

Die Rolle in der ZDF-Serie „Rosenheim Cops“ überstrahlt die Karriere von Marisa Burger. Die Schauspielerin aus Altötting über ihre Wahlheimat Schweiz, die Herausforderungen einer Patchwork-Familie, männlichen Schönheits-Wahn und das Älterwerden.

Altötting - Marisa Burger verwandelt sich wieder oft in Polizei-Sekretärin Miriam Stockl, denn bis November werden mehrere neue Folgen der „Rosenheim Cops“ gedreht und vorproduziert. Obwohl sie sich oft in München aufhält, ist die Schweiz seit vielen Jahren ihre eigentliche Heimat geworden. Aus privaten Gründen. Im Gespräch mit innsalzach24.de spricht sie ungeschminkt über die Höhen und Tiefen des Schauspielerinnen-Daseins.

Marisa Burger als Miriam Stockl, hier im Spielfilm-Special „Mörderische Gesellschaft“.
Frau Burger, was machen Sie gerade in Basel?
Mein Mann lebt ja hier (Marisa Burger und Werner Müller haben 2015 geheiratet, Anm.d.Red.) und ich habe eine Woche drehfrei. Ich nutze die Zeit, um an einem Programm zu schreiben, das ich mit meinem Kollegen Max Müller - der aus Klagenfurt stammt - im Wiener Musikverein zu Weihnachten 2022 aufführen werde.
Können Sie dazu Genaueres sagen?
Das Programm heißt „Oh Pannenbaum“, ein Weihnachts- und Singspiel der etwas anderen Art. Es wird auf jeden Fall ein vergnüglicher Abend in Wien. Der Jazz-Musiker Tonc Feinig aus Kärnten wird uns begleiten. Termine sind der 3. und 4. Dezember 2022. Beide Vorstellungen sind bereits ausverkauft.
Könnte das Programm auch in Rosenheim oder Altötting aufgeführt werden?
Prinzipiell denkbar, falls Anfragen kommen. Wir müssen allerdings streng auf den Terminplan achten und solche Aktionen außerhalb der Serien-Drehzeit planen. Im Dezember 2021 hatten wir das Problem, dass wegen der Corona-Auflagen gar nicht klar war, ob die Theater überhaupt für Publikum öffnen dürfen. Vom Singen soll ein Infektionsrisiko ausgegangen sein. Für uns Künstler ist das wie ein Schlag ins Gesicht.
Was drehen Sie im Moment alles?
Momentan wieder geballt Folgen der „Rosenheim Cops“, von April bis November.
Reicht es Ihnen nicht irgendwann, die Miriam Stockl zu mimen, jetzt schon seit 20 Jahren?
Ich mache das immer noch gerne und drehe mit Freude am Set. Das Rosenheimer Kriminalkommissariat der Serie ist ja ein Studio am Münchner Geiselgasteig (Bavaria Filmstudios in München, Anm. d. Red.).
Wie identifizieren Sie sich mit der Rolle der Stockl?
Es macht Spaß, sie zu spielen. Sobald ich in die Garderobe komme, geschminkt und frisiert werde, schlüpfe ich in die Figur. Nach dem Dreh laufe ich in Privatklamotten wieder raus und bin ich selbst. Die Figur „Stockl“ war ursprünglich klein angelegt, hat sich aber im Lauf der Jahre ordentlich entwickelt. Anfangs eher schüchterne Sekretärin, ist sie mittlerweile zentrale Anlaufstelle. Sie ist schlau, forscht selbst nach, klärt Mordfälle mit auf, schenkt weiterhin Kaffee aus und verbreitet gute Stimmung unter den Kollegen.
Sie flirtet oft und es scheinen sich Affären anzubahnen.
Sie ist ja charmant. Doch die potenziellen Kandidaten entpuppen sich in der Serie dann immer als Luftnummern. Sie selbst bleibt Dauer-Single.
Und „es gabat a Leich“.
Das ist Kult. Der Spruch gehört dazu. Die Rosenheim Cops sind an sich kein bayerischer Kitsch oder banalisieren Mordfälle. Es geht darum, die Arbeit von Kriminalkommissaren in einem typisch alpenländischen Ambiente und mit feinsinnigem, bayerischem Humor darzustellen. Die Charaktere stehen im Vordergrund. Diese Machart zieht in ganz Deutschland und sogar im Ausland. Viele Menschen hören den bayerischen Dialekt unheimlich gern. In der Schweiz werden die Rosenheim Cops auch angeschaut. Sogar in Griechenland hab ich die Serie im TV laufen sehen. Fanpost bekam ich einmal aus China.
Sind die Öffentlich-Rechtlichen mit ihrem Programm noch zeitgemäß?
Sie sollten bewusst den Kontrast zu den Streaming-Diensten bilden und glaubwürdig bleiben. Daher ist es wenig hilfreich, Rollen nur mit jungen, hübschen Frauen zu besetzen, die im Alter von 24 einen Doktortitel haben, ein Kind betreuen und im Beruf voll durchstarten. Im echten Leben ist das nicht so. Viele im Berufsleben etablierte Frauen sind deutlich über 30 oder 40.
Wie sehen Sie Frauen im „kritischen Alter“ zwischen 40 und 50?
Die meisten, die ich kenne, sind tough, selbstsicher und leistungsfähig. Ich fühle mich im Alter von 49 sehr gut und voller Energie - akzeptiere die Höhen und Tiefen des Lebens. Ich mache mir auch keine Sorgen darüber, ob ich irgendwann nicht mehr besetzt werde. Wer älter geworden ist, hat viel erlebt und kann Geschichten erzählen. Jüngere können das auch, nur anders. Ich habe im Freundeskreis Personen im Alter zwischen 20 und 80. Was für mich zählt, ist die Person an sich, nicht die Zahl.
Beauty-Behandlungen oder Schönheits-OPs: Würden Sie das machen?
Es ist jedem selbst überlassen, wie man sich gut findet oder was man für sich macht. Früher wurde bei Frauen getuschelt: „Oh, die hat sich Botox spritzen lassen oder die Haut wirkt plötzlich straffer.“ Mittlerweile sind Männer voll auf den Beauty-Zug aufgesprungen.
Was muss man gerade als Schauspielerin tun, um weiterhin attraktiv zu sein?
In erster Linie sollte eine Frau alles in Sachen Beauty für sich selbst tun und nicht, um anderen zu gefallen. Ich habe gerne Gesprächspartner, die mit sich zufrieden und sozial kompatibel sind. Sport mache ich gerne, weil das meine Lebensqualität verbessert. Aber Bodyshaming ist in einer offenen Gesellschaft fehl am Platz. Wer sich so wohlfühlt, wie er ist, liegt richtig. Man muss sich nicht ständig von anderen bewerten lassen.
Wie verstehen Sie sich mit den anderen Schauspielern der „Rosenheim Cops“?
Man muss sich das sehr professionell am Set vorstellen. Ich sehe die anderen als gute Arbeitskollegen. Mit Max Müller verbindet mich tatsächlich eine Freundschaft, weil wir seit Beginn der Serie dabei sind.
Was würden Sie jemandem raten, der gerne Schauspieler werden möchte?
Ich bereite manchmal Jung-Schauspieler auf die Schauspielschule vor. Die Leidenschaft für diesen Beruf muss da sein. Diejenige oder derjenige sollten dafür „brennen“. Eitelkeit ist keine Basis, so eine Karriere zu starten. Texte zu lernen und Drehbücher zu lesen, darin wird man entsprechend geschult.
Wird Ihre Tochter in Ihre Fußstapfen treten?
Eher nicht. Lilly ist schon 28 Jahre alt - alle unsere Kinder sind erwachsen - und hat beruflich etwas für sich entdeckt, was ihr Freude macht. Das ist gar nicht verkehrt, dass es nicht der Beruf der Eltern ist, denn sonst wird man immer mit jemandem verglichen.
Wie klappt das Patchwork-Familienleben?
Einmal im Sommer oder Winter sammle ich quasi alle ein unter dem Motto „Es gabat a Ferienhaus“. Dann fahren wir irgendwo hin und verbringen bewusst Zeit miteinander. Das wird gerne angenommen.

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