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Pfingsten in Altötting

Pilgerwelle nach der Pandemie: Was rollt bzw. wie viele wandern da auf den Wallfahrtsort zu?

Fußwallfahrt von Regensburg nach Altötting
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Fußwallfahrt nach Altötting: Ein Pilger trägt während einer Fußwallfahrt ein Holzkreuz.

Pfingsten ist jedes Jahr traditionell der Höhepunkt der Wallfahrten nach Altötting. Zwei Jahre lang waren die Aktionen stark eingeschränkt bzw. wurden komplett abgesagt. Was erwartet den Marienort zum Pfingstfest 2022? Gibt es ein Hygienekonzept? innsalzach24.de hat nachgefragt.

Altötting - Droht Altötting ein großes Chaos, wenn tausende von Pilgern an den Feiertagen rund um das Pfingstfest endlich wieder wallfahren dürfen? Nachdem offiziell alle Covid-19-Beschränkungen gefallen sind, stellt sich diese Frage. Ähnlich wie bei den Volksfesten der Region, könnte es auch bei den Wallfahrten einen Ansturm mit Nachholbedürfnis geben.

In den „normalen“ Jahren vor der Pandemie war das Pilgern nach Altötting immer zu Pfingsten eine logistische Mammutaufgabe, die Jahr für Jahr mit nahezu perfekter Organisation bewältigt wurde. Hunderte bzw. tausende von Wallfahrern marschieren oft tagelang aus allen erdenklichen Richtungen zum Marienheiligtum. Völlig erschöpft aber eben auch „spirituell erfüllt“ erreichen sie das Ziel und es kommt jedes Mal zu einer großen Menschenansammlung in Altötting. Bei den Pfingstgottesdiensten sind die Kirchen rappelvoll. Ebenso die Gastwirtschaften und Biergärten. Regionale Busunternehmen sorgen danach für den Rücktransport der Pilger.

Zuletzt 2019, jetzt wieder neu aufgelegt: Beginn der 190. Fußwallfahrt von Regensburg nach Altötting.

Ein „Epizentrum der Wallfahrer“ ist der Reischacher Hof in Reischach. Dort machen viele Pilgergruppen traditionell einen kulinarischen Boxenstopp vor der Schlussetappe nach Altötting. Auf Nachfrage von innsalzach24.de am Freitag (27. Mai) sind „dieses Jahr die Pilgergruppen wieder voll unterwegs, ohne Einschränkungen“ - so eine Mitarbeiterin der Gastwirtschaft. Bereits zwei Wochen vor dem Pfingstfest - am 5. und 6. Juni 2022 - setzen sich die Kolonnen der Pilger in Gang. Nach zwei Jahren Corona-Pause sind „bereits jetzt praktisch alle Zimmer ausgebucht“, so die Mitarbeiterin vom Reischacher Hof. Als hätte es nie eine Pandemie gegeben. Man rechnet allein in dieser Unterkunft „mit 2.000 bis 3.000 Übernachtungen von Wallfahrern“.

Einige Bürger aus dem Landkreis Altötting nehmen Pilger kostenlos zu Hause auf

In allen Gemeinden rund um Altötting übernachten Pilger in Gasthöfen, Hotels und privaten Unterkünften. Die Jahresaktion ist ein großes Geschäft für den Tourismus, der durch die Ausfälle 2020 und 2021 vorübergehend zum Erliegen gekommen war. Traditionell nehmen auch viele Landkreisbürger Pilger kostenfrei in ihren Häusern bzw. Wohnungen auf. Wenn genügend Platz vorhanden ist. Ehrensache. Immer schon. Stand heute spricht alles dafür, dass die Pilgermärsche nach Altötting 2022 genauso wie vor der Pandemie stattfinden werden. Das birgt - infektionstechnisch - gewisse Risiken. Diese sind offenbar kalkulierbar, wie auch bei den Volksfesten. Andersherum gedacht, ist die Vorfreude bei vielen Bürgern bzw. Pilgern groß.

Wallfahrer Gruppen müssen sich in Altötting anmelden

Alle Pilgergruppen, die nach Altötting kommen, sollen bzw. müssen ihre Wallfahrt anmelden: „Dies hilft uns dabei, den Tagesablauf für alle anwesenden Gruppen gut zu organisieren und die gewünschten Kirchenräume für Heilige Messen und Andachten zu koordinieren“, heißt es auf der Homepage der Stadt.

Die Anmeldung wird über ein Online Formular. Vor der ersten Anmeldung einer Wallfahrt muss man sich neu registrieren. Name und Termin der Wallfahrt werden automatisch in den Veranstaltungskalender der Stadt Altötting, und der Bischöflichen Administration übernommen.

Ansprechpartnerin ist Luise Hell, Telefon: 08671 95856-122

Ein Termin hat ebenfalls Tradition: Die Pilgergruppe aus Straubing zum Beispiel übernachtet auf dem Weg zum Gnadenort in einer Turnhalle in Eggenfelden. Am frühen Morgen des Pfingstsonntag gibt es eine Einkehr im Reischacher Hof. Vor Sonnenaufgang gibt es Brotzeit und Kaffee bzw. Tee zum Aufwärmen.

Bereits hinter sich haben die Strapazen 55 Fußwallfahrer aus Edling (Landkreis Rosenheim). Mit dabei waren zahlreiche Gast-Wanderer aus Rott am Inn und Wasserburg. Karin Färber vom Organisationsteam: „Wir pilgern immer am letzten April-Wochenende nach Altötting. Dadurch, dass nicht alle Gruppen an Pfingsten gehen, entzerrt sich das Geschehen etwas.“ Jede Gruppe finde immer schon „den passenden Termin“. Die Edlinger Gruppe pilgerte über Kraiburg, durch Polling nach Tüßling. Dort wurde Station gemacht mit Gottesdienst und Einkehr. Danach zog man feierlich in Altötting ein.

Auf dem Weg werden immer wieder die gleichen Gebete wiederholt: „Gegrüßet seist du, Maria“, das Vaterunser, der Rosenkranz sowie das Sprüchlein „Maria mit dem Kinde lieb, uns allen deinen Segen gib.“ Die Gruppe stimmt gemeinsam Marienlieder an, die ein Ansager über ein Megaphon anstimmt.

Bei Wallfahrern aus Landau fährt Kleinbus mit - Erste Hilfe bei Hitzschlag

Wie anstrengend so ein Fußmarsch über 50 Kilometer ist? „Das kommt auf die individuelle Verfassung und die Begleitumstände an“, so Karin Färber. Die Edlinger hatten Glück mit dem Wetter. Bei zahlreichen Gruppen - wie zum Beispiel den Wallfahrern aus Landau - fährt ein Kleinbus mit dem Tross der Pilger mit, um Leute an Bord zu nehmen, denen es zu beschwerlich wird. Auch Sanitäter sind verfügbar, falls jemand einen Schwächeanfall oder einen Hitzschlag erleiden sollte. Leichte, wetterfeste Kleidung, bequemes Schuhwerk und Blasenpflaster sollten zum Standard-Equipment jedes Pilgers gehören.

Stand heute werden die Pfingstgottesdienste mit den Wallfahrern 2022 genauso abgehalten wie vor der Corona-Pandemie. Ohne Hygienekonzept, Abstandsgebot oder Maskenpflicht. Man setzt auf Eigenverantwortung. Dann steht dem Höhepunkt des Jahres für alle bayerischen Pilger nichts im Wege.

-rok-

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