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ovb24.de stellt die Brauereien in der Region vor

Graminger Weißbräu Altötting: Hier brauen Frauen in der vierten Generation

Graminger Weißbräu Altötting
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Seit 1920 befindet sich der Graminger Weißbräu im Familienbesitz.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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Altötting - Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s - diesen Spruch kennt jeder. Ebenso wie das Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516, ein Garant für süffiges und gutes Bier. Bayern und das bayerische Bier - eine Liebesgeschichte, die seit Jahrhunderten besteht. ovb24.de nimmt die Brauereien in der Region ein bisserl genauer unter die Lupe. Sabine Detter vom Graminger Weißbräu steht uns Rede und Antwort:

+++ Hier finden Sie einen Überblick über alle Brauereien der ovb24-PAY-Serie+++

Seit wann gibt es Ihre Brauerei?

Die Graminger Weißbräu KG in Altötting existiert seit 1900 und ist seit 1920 im Familienbesitz. Wir sind jetzt die vierte Generation.

Wie sieht die Gründungsgeschichte aus?

Der in Graming ansässige Schmiedemeister kam 1900 auf die Idee, Tische aufzustellen und den wartenden Landwirten Bier und Brotzeit zu verkaufen. Im großen Waschkessel stellte er das Bier damals selbst her. Und es muss geschmeckt haben, denn das Geschäft lief bald so gut, dass er es in diesem Rahmen nicht mehr bewältigen konnte. Er verkaufte die neu gegründete Brauerei und baute nebenan eine neue Schmiede. Der Weissbräu wechselte bis 1920 mehr als zehnmal den Besitzer - bis Braumeister Josef Krähschütz das Anwesen erwarb. Heute führen dessen Ur-Enkelinnen, die Braumeisterinnen Birgit Strasser und Sabine Detter sowie die Hotelfachfrau Iris Detter mit ihren Eltern Karlmann und Inge Detter den Betrieb.

Wie erklärt sich Ihr Brauerei-Logo und das Etikett?

Josef Krähschütz braute 1929 einen Weizenbock, den er „Berggeist“ nannte. Dessen Etikett zierte ein liebliches Deiferl - auf einem Ziegenbock reitend. Dieses Bild gibt es noch in unserer Gastwirtschaft. 1959 wandelte Karl Detter das Deiferl zu einem schelmisch grinsenden Deife, der im Sudkessel das Bier rührt. So ist der Deife auch heute noch als Holzschnitzerei an unserem Stammtisch zu finden. In den 70ern übernahm Karlmann Detter, der Enkel von Josef Krähschütz, den Deife in das Brauerei-Logo. Aus dieser Geschichte heraus ist 2018 ein Bier entstanden, der Graminger „Deife“. Die drei Detter-Schwestern haben dann den Deife sozusagen als Markenzeichen für jedes Bier ein wenig abgewandelt und in die aktuellen Bieretiketten übernommen.

Haben Sie einen Werbeslogan?

„Jeder Schluck ein Treffer“ - dieser Werbebanner wird beim TV Altötting bei den Spielen der Handball- und Fußball-Abteilungen am Spielfeldrand aufgehängt.

Gibt es Vereine, Mannschaften, etc., die von Ihnen gesponsert werden?

TV Altötting: Handball und Fußball und der TVA als Verein im allgemeinen, TSV Neuötting, Abteilung Basketball.

Wie viele Angestellte gibt es bei Ihnen? Bilden Sie aus - wenn ja, in welchen Bereichen?

Wir sind insgesamt drei Braumeister in der Familie: Der Vater Karlmann Detter und seine beiden Töchter Sabine Detter und Birgit Strasser. In der Brauerei gibt es einen Bierbrauer in Vollzeit und zwei Minijobber. Wir bilden zum Brauer und Mälzer aus. Im Braugasthof gibt es etwa 25 Mitarbeiter.

Welche Biere stellen Sie her? 

Bei uns gibt es das Graminger Weissbier, das Graminger Leichtere Weisse, das Graminger Kirtaweissbier, den Graminger Schwarzfahrer als dunkles alkoholfreies Weissbier, den Graminger Berggeist, ein traditioneller dunkler Weizenbock, das Märzen Graminger Deife und das Graminger Pils.

Wie stehen Sie zur Craft-Beer-Bewegung und ist das Reinheitsgebot noch zeitgemäß?

Wir haben dieselbe Meinung wie unsere Kollegen vom Baderbräu in Schnaitsee auch: Wenn man Craft-Beer als handwerklich gebrautes Bier definiert, sind die meisten Brauereien in Bayern seit Jahrhunderten Craft-Beer-Brauereien. Wenn man Craft-Beer als innovatives, kreatives Brauen mit immer neuen Zutaten und Verfahren definiert, so sind wir das nicht. Wir wollen traditionelle Biere auf hohem Niveau herstellen. Für uns gibt‘s nichts Besseres als unsere bayrischen Biersorten. Trotzdem hat die Craft-Beer-Bewegung in Bayern sehr viel bewegt. Sie hat beim Konsumenten das Bewusstsein für die Wertigkeit des Bieres geschaffen und gestärkt: Weg vom Konzernbier, hin zum handwerklichen und regional gebrauten Bier- Ein großer Verdienst!

Woher beziehen Sie Ihre Rohstoffe für die Herstellung Ihrer Biere?

Aus bayerischen Anbaugebieten: Hopfen aus der Hallertau, Malz aus der Malzfabrik Müller in Schierling.

Stichwort Einzugsgebiet: Wo kann Ihr Bier überall erworben werden?

Wir liefern etwa im Umkreis von 30 Kilometer an Getränkemärkte und an Wirte in der Region. Bierversand ist auch möglich.

Auf welchen Festen sind Sie vertreten?

Auf der Altöttinger Hofdult mit eigenem Graminger Weißbierzelt, das wir seit fast 50 Jahren komplett selbst bewirten.

Wie viel Liter Bier werden pro Jahr bei Ihnen abgefüllt?

Die Jahresproduktion liegt bei circa 1500 Hektolitern Bier.

Wie geht es Ihnen in der Corona-Pandemie aktuell und wie blicken Sie in die Zukunft?

Wir haben die Corona-Zeit bisher dank der großen Unterstützung unserer Gäste und Kunden einigermaßen gut überstanden. Weitere Prognosen können wir im Moment aufgrund der aktuellen Lage nicht geben.

Rückblick auf die letzten 10 Jahre: Was ist da besonderes passiert? Gab es ein besonderes Jubiläum?

500 Jahre Reinheitsgebot im Jahr 2016: Die Veranstaltung „Kleine Brauer - Große Biere“ war ein sensationelles Fest mit etwa 25 Brauereien aus Oberbayern und Oberösterreich, die bei uns in Graming Ihre Biere präsentiert haben. Etwa 3000 glückliche und zufriedene Gäste und Bierliebhaber haben diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Ausblick: Stellen Sie in Zukunft besondere Aktionen in Aussicht?

Coronabedingt sind im Moment keine Pläne möglich, es werden nur kurzfristige Events geplant und umgesetzt wie beispielsweise Biergartenkonzerte in Graming.

Abschließend ein Satz über Sie: Was zeichnet Ihre Brauerei aus?

Wenn Frauen brauen ...

mb

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