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Architekten zeigen Pläne im Kreistag

Moderne Dreifachturnhalle für Altöttinger Gymnasium soll satte 15,5 Millionen Euro kosten

Architekt Ulrich Farthofer aus Freilassing präsentierte seinen Entwurf einer modernen Multifunktionshalle beim Kreisausschuss in Altötting.
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Architekt Ulrich Farthofer aus Freilassing präsentierte seinen Entwurf einer flexiblen Multifunktionshalle beim Kreisausschuss in Altötting.

Der Kreistag von Altötting ist zum Handeln gezwungen: Die alte Dreifachturnhalle des König-Karlmann-Gymnasiums Altötting hätte im schlimmsten Fall einstürzen können. Probleme mit der Statik zwangen zum Abriss des Gebäudes. Der Neubau ist beim Kreistag am 28. März beschlossen worden. Das Konzept sieht eine moderne Multifunktionshalle vor, die auch von Sportvereinen und für Veranstaltungen genutzt werden kann. Diese ambitionierten Pläne kosten entsprechend. An der kolportierten Summe von 15,5 Millionen Euro gab es Kritik von einzelnen Kreisräten.

Altötting - Bei drei Sitzungen des Schulausschusses im Kreis Altötting - am 8. November 2021, am 17. Februar 2022 und am 28. März 2022 - musste viel besprochen werden. Weil viel getan werden muss. Neben den Großprojekten Sanierung des Berufsschul-Zentrums und Neubau des FOS/BOS Gebäudes - innsalzach24.de berichtete - ist die neue Dreifachturnhalle am Karlmann-Gymnasium eine dringliche Maßnahme. Sie wurde einstimmig beschlossen.

Denn die alte Sporthalle hatte Probleme mit der Statik und war einsturzgefährdet. Sie ist bereits abgerissen worden. Die neue Multifunktionshalle soll architektonisch Maßstäbe setzen und mit der Nutzung erneuerbarer Energien glänzen. Dieses Konzept präsentierte der verantwortliche Architekt Ulrich Farthofer vom gleichnamigen Architekturbüro in Freilassing.

Außenansicht der geplanten neuen Altöttinger Dreifachturnhalle. Oben: Aluminiumfassade in Holz-Lamellen-Optik. Erdgeschoss verglast, um Transparenz zu erreichen.

Das Büro ist namhaft in der Region und hat bereits zahlreiche Prestigeobjekte gestaltet - darunter den Bahnhof in Altötting, das Kehlsteinhaus am Obersalzberg und eine Wohnanlage in Wasserburg. Bei der Altöttinger Turnhalle bildet Farthofer eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) mit Christoph Scheithauer aus Salzburg.

Die Lösung ist qualitativ hochwertig, aber deswegen auch teuer. Die veranschlagten Gesamtkosten betragen 15,5 Millionen Euro. Der Betrag wurde bei der Kreistags-Sitzung am 28. März erst auf Nachfrage von Kreisrat Konrad Schwarz genannt. Auch die Bauzeit wurde genannt: Von Frühjahr 2023 bis Herbst 2024 .

Architekt Scheithauer verweist auf große Probleme bei der Materialbeschaffung

Auf Anfrage von innsalzach24.de erklärt Architekt Christoph Scheithauer, dass „die Halle vor ein bis zwei Jahren vermutlich fünf Millionen Euro weniger gekostet hätte“. Die Lohnkosten und vor allem die Materialkosten beim Bauen seien exponentiell gewachsen. Der Krieg in der Ukraine trägt dazu bei. Vielen seinen diese Auswirkungen noch nicht bewusst.

Scheithauer: „Ein Beispiel sind Elementwände. Es gibt fünf wichtige Stahlwerke in Europa, die uns beliefern können. Drei davon sind in Russland, Belarus und der Ukraine. Alle drei stehen aktuell still und liefern nicht. Nur zwei Werke in Italien können liefern, und die haben zu wenig Erdgas für die Produktion zur Verfügung.“

Technische Daten der neuen Dreifachturnhalle in Altötting

Die neue Sport- und Veranstaltungshalle ist 27 Meter breit und 45 Meter lang. Oberirdisch ragt sie 7 Meter in die Höhe. Integriert werden mehrere Dusch- und Umkleideräume, ein Kiosk sowie ein Behinderten-WC.

Der Boden der Turnhalle ist 3 Meter tief in den Keller verlegt. Diese Bauweise ist im modernen Hallen- und Stadionbau mittlerweile Standard. Grund dafür ist einerseits eine optimale Einsehbarkeit von Wettkämpfen bzw. Ballspielen durch Zuschauer von der Galerie in der Turnhalle bzw. von außen.

Die Besucherströme und der Weg der Sportler in die Katakomben der Halle werden bewusst getrennt. Der unterirdische Bereich besteht aus drei abtrennbaren und kombinierbaren Sporthallen. Dazu kommt in Altötting ein vierter Sportunterrichtsraum für Gymnastik, der ebenerdig angelegt ist, direkt hinter der Schule liegt.

Dieser Gymnastikraum ragt höher hinaus als der Hallenboden. Er hat mit einer gesonderten Treppe eine Verbindung zum geplanten Dachgarten, der wiederum vielseitig bepflanzt werden soll. Dieser kann im Biologieunterricht zu Anschauungszwecken für die Schüler verwendet werden.

Das komplette Hallendach wird mit einer 258 kWPeak Photovoltaikanlage versehen, die auch Strom für die Schule erzeugen soll. Warmwasser kommt von der Fernwärme des Biomasse-Heizkraftwerks.

Innenansicht der neuen Dreifachturnhalle mit Prallwänden, Tribüne, Galerie und Dachtragwerk aus Holz.

Eine Sondertribüne kostet circa 170.000 Euro

Der geplante Hallenboden hat eine Fläche von 1.220 m2 (alle drei Hallen). Beim Kreistag wurde beschlossen, dass eine von drei möglichen ausziehbaren Tribünen im Souterrain eingebaut wird. Optional können zu einem späteren Zeitpunkt zwei weitere Tribünen eingebaut werden. Ulrich Farthofer beziffert die Kosten für eine Sondertribüne auf 170.000 Euro. Die Galerie - auf 301 m2 Fläche - bietet circa 140 Sitzplätze. Für Wettkämpfe kann die Halle mit bis zu 300 Plätzen zusätzlich bestuhlt werden.

Die Voraussetzungen für eine Nutzung der Dreifachturnhalle durch regionale Sportvereine - im Handball, Basketball, Volleyball, Tischtennis oder Fußball - sollen zukünftig optimal sein. Deswegen plädierte auch Landrat Erwin Schneider beim Kreistag für eine schnelle Umsetzung, „weil die Planung rund ist wir einen Kompromiss schließen, der teuer genug ist“.

Grünen-Fraktion des Kreistags Altötting lobt „Konzept einer ökologischen Lösung“

Auch der Grünen-Kreisrat Stefan Angstl aus Burghausen spricht von einer „guten ökologischen Lösung“ einer „sozialen Halle“. Nur afd-Kreisrat Johann Mittermeier aus Pleiskirchen fragte, „ob eine normale Schulsporthalle nicht deutlich günstiger“ sei. Architekt Ulrich Farthofer gab zu bedenken, dass „er bei den gewünschten Ansprüchen keine Einsparpotenziale“ sieht.

Dem Kreis Altötting stehen als Bauherr zahlreiche Fördermöglichkeiten des Freistaats Bayern offen. Die Barrierefreiheit der Halle wird dafür allerdings nicht gesondert gewertet, da sie bautechnisch Standard ist.

Architektur-Entwurf der Dreifachturnhalle Altötting mit Raumplanung.

Platz wird benötigt für Tanz, Yoga, Theater und Klettern

Im neu geplanten, 140 m2 großen Gymnastikraum soll eine Möglichkeit für Tanz, Yoga, Meditation und Theater geschaffen werden. Zusätzlich denkbare Kletterwände könnten später im Außenbereich realisiert werden. Der Bedarf an solchen Einrichtungen steige „weiterhin, weil wir viele junge Mitglieder im Alpenverein haben“, so Hans Steindl. Und das Bouldern werde auch regional immer beliebter.

-rok-

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