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Neubaugebiet mit knapp 50.000 Quadratmetern im Gespräch

Zeitgemäßes Wohnquartier im Nordwesten Altöttings? Stadtrat fällt Entscheidung

Auch wenn eine landwirtschaftlich genutzte Restfläche im Vordergrund bleibt, könnte der Blick von Nordwesten auf Altötting nach dem Willen des Stadtrates in Zukunft viele Häuser mit mindestens vier Stockwerken zeigen.
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Auch wenn eine landwirtschaftlich genutzte Restfläche im Vordergrund bleibt, könnte der Blick von Nordwesten auf Altötting nach dem Willen des Stadtrates in Zukunft viele Häuser mit mindestens vier Stockwerken zeigen.

Das mögliche Neubaugebiet „Wohnen-West“ war zuletzt Thema im Altöttinger Stadtrat. So wurde über das geplante Projekt entschieden:

Altötting – Auf seiner Sitzung im Dezember hat der Altöttinger Stadtrat einstimmig einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Demzufolge soll auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche mit insgesamt 49.307 Quadratmetern im nordwestlichen Außenbereich der Kreisstadt in den kommenden Jahren „viel Wohnraum mit Lebensqualität“ entstehen, so Bürgermeister Stephan Antwerpen (CSU).

Dem Sachvortrag zufolge soll in dem fast fünf Fußballfelder großen Areal ein allgemeines Wohngebiet mit „mindestens“ vier Stockwerken hohen Häusern entstehen. In dem als „Wohnen-West“ bezeichneten Gebiet könnten sich demzufolge aber auch Nahversorgungseinrichtungen und nicht störende Handwerksbetriebe ansiedeln.

Günstiger Wohnraum und großer Nachhaltigkeits-Gedanke

Im Zuge vorausgegangener Besprechungen hatten Gremienmitglieder bereits einige Ideen für das neue Wohngebiet gesammelt. So soll das entstehende Wohnquartier günstigen Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten bieten und gleichzeitig nachhaltig sein.

Statt Durchgangsstraßen wünscht man sich bevorzugt Fuß- und Radwege, die Stellplätze oder Tiefgaragenzufahrten sollen sich in den Randbereichen der Fläche befinden. Auch sollen die Gebäude nach Möglichkeit in Holzbauweise errichtet werden, über einen Fernwärmeanschluss verfügen und verpflichtend mit Photovoltaik ausgestattet sein.

Zusätzlicher Platz für Kindertagesstätte

Im Gegenzug zu den erwartbaren Bauhöhen sind großzügige Freiflächen mit Grünanlagen für Spiel- und Sportgeräte angedacht. Schließlich sollen nach dem Willen des Stadtrates auf dem knapp fünf Hektar großen Gelände in den kommenden Jahren hunderte neuer Wohnungen entstehen, weswegen die Planungen zusätzlich Platz für eine KiTa mit mutmaßlich vier Gruppen berücksichtigen sollen.

Beschleunigtes Verfahren angestrebt

Schon bisher ist der Großteil der Fläche im Flächennutzungsplan als „allgemeines Wohngebiet“ ausgewiesen. Dies soll nun für die gesamte Fläche gelten, von der ein kleiner Bereich im Südwesten von einem 100-jährigen Hochwasser des Mörnbach betroffen sein könnte. Der Antrag sollte nicht zuletzt deswegen im Dezember beschlossen werden, damit die Stadt ein beschleunigtes Verfahren gemäß §13b des Baugesetzbuch anstreben kann, die ab dem nächsten Jahr nicht mehr gilt.

Der Stadtrat will in dem Gebiet im Westen Altöttings schnellstmöglich viele attraktive Wohnungen ermöglichen. Das Quartier soll möglichst autofrei werden, weshalb weder von West nach Ost noch von Nord nach Süd Durchgangsstraßen geschaffen werden.

Das beschleunigte Verfahren spart Zeit, weil viele normalerweise gültige Bestimmungen dadurch außer Kraft gesetzt werden. So entfällt die Suche nach Ausgleichsflächen, es muss kein Umweltbericht erstellt werden und auch die Umweltprüfung entfällt. Zudem kann beispielsweise der Flächennutzungsplan nachträglich, passend zum Bebauungsplan geändert werden und so manche Auslegungsfrist entfällt.

Umweltverträgliche Bauweise

Wie aus dem Sachvortrag zum Beschluss hervorgeht, liegt der Stadt Altötting schon daran, die Flächenversiegelung durch das Projekt gering zu halten. Als Baumaterialien sollen nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz kommen und das Gebiet soll an die Fernwärme angeschlossen und eigenen Strom erzeugen.

Gegen die Pflicht zur Errichtung von PV-Anlagen auf jedem dort gebauten Haus stellte Stadtrat Günter Vogl (AfD) einen weiterführenden Antrag, dem aber niemand sonst folgte. Am Ende stimmte der AfD-Rat für den Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung.

Photovoltaik als großes Thema

Vielmehr betonten der stellvertretende Fraktionssprecher Albert Pollety (CSU) und Ulrike Bubl (Die Liste) die unbedingte Notwendigkeit einer solchen PV-Pflicht. Fraktionssprecher Konrad Heuwieser (FW) erinnerte an derartige Projekte in Altötting, bei denen man KiTa- und Schulbedarf zunächst außer Acht gelassen hatte.

Er wies auch darauf hin, dass „durchgezogene, großzügige Freiflächen mit Grünanlagen“, wie im Sachvortrag genannt, im Widerspruch zu günstigem Wohnraum stünden. Er schlug auch vor, anstatt „mindestens“ vier Geschoße zu fordern, deren Höhe auf „maximal“ vier Stockwerke festzuschreiben.

Erweiterung nicht ausgeschlossen

Bürgermeister Stephan Antwerpen argumentierte dagegen: „Wir wollen günstige Wohnungen ermöglichen, daher muss es hoch werden! Damit es attraktiv bleibt, soll es zwischendrin viel Grün geben.“, so das Stadtoberhaupt. CSU-Stadtrat Alfred Kaniszay wies noch darauf hin, dass die Infrastrukturplanung eine spätere Erweiterung des Baugebietes nach Westen berücksichtigen soll.

Dort befindet eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, die aufgrund der Eigentumsverhältnisse derzeit nicht zur Debatte steht. Der von allen anwesenden Stadträten unterstützte Vorschlag ermächtigt Bürgermeister Stephan Antwerpen, den wirtschaftlichsten Bieter mit dem Projekt zu betrauen.

pbj

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