Hofauer: „Zusammenschluss bleibt Dauerauftrag“

Letzte Hürde genommen: Kreistage stimmen für Klinikfusion

+
In einer "historischen Sitzung" stimmte der Großteil des Kreistages für eine Fusion zwischen den Kreiskliniken Altötting und Mühldorf. Lediglich die Grünen waren gegen den Beschluss. 
  • schließen

Altötting/Mühldorf – Beide Landkreise stimmten in der jüngsten Kreistagssitzung für die Fusion der Kreiskliniken Altötting und Mühldorf. Lediglich für die Grünen in Altötting waren zu viele Fragen ungeklärt.

Während der Kreistag in Mühldorf einstimmig für den Zusammenschluss der Kreiskliniken Altötting und Mühldorf stimmte, äußerte die Fraktion der Grünen in Altötting noch Bedenken und war gegen den Beschluss. Allerdings blieb es bei vier Gegenstimmen und somit war auch die letzte Hürde für eine Fusion zwischen den Kreiskliniken Altötting und Mühldorf genommen.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass die medizinische Versorgung mit der Fusion für Jahrzehnte gesichert ist“, teilte Altöttings Landrat Erwin Schneider (CSU) im Vorfeld der Abstimmung mit. Für ihn gebe es keinen Grund gegen diesen Beschluss zu stimmen, höchstens Wahlkampfbewegungen. Diesen Vorwurf mussten sich insbesondere Landratskandidatin Monika Pfriender (Grüne) und Burghausens Bürgermeisterkandidat Stefan Angstl (Grüne) gefallen lassen.

Pfriender: "Unkalkulierbares finanzielles Risiko"

Pfriender fehle derzeit die "Zukunftsperspektive" und sprach von einem „unkalkulierbaren finanziellem Risiko“. Offen sei nämlich noch die Frage, ob das zukünftige Unternehmen Innklinikum gKu Altötting und Mühldorf umsatzsteuerpflichtig ist. In diesem Fall wären nämlich knapp vier Millionen Euro fällig, die derzeit nicht eingeplant sind. Bei einer Umwandlung in einen Eigenbetrieb wäre dieses Thema hinfällig. Offene Fragen seien für sie zudem, inwiefern man zukünftig Kosten einsparen kann.

„Ich bin nicht als Bürgermeisterkandidat hier, sondern als Kreistagsmitglied“, wehrte sich Angstl. Prinzipiell sei er nicht gegen eine Fusion, dennoch wären noch zu viele Punkte offen. Besonders über Mühldorf wisse man derzeit wenig. In diesem Fall könne man nur zustimmen oder ablehnen. Für eine so langfristige Entscheidung, sollte man aber nochmal genauer hinschauen.

SPD glaubt an Weiterentwicklung

Obwohl für Hans Steindl (SPD) auch noch nicht alles zufriedenstellend ist, stimmte die SPD-Fraktion dem „Startschuss“ zu. Für ihn gebe es viele Fragezeichen, die ganz schnell zwischen fünf und sechs Millionen Euro ausmachen würden. „Jeder Euro Defizit kommt zu 100 Prozent auf die Kreisumlage. Damit sind die Kommunen direkt davon betroffen“, mahnt Burghausens Bürgermeister in Bezug auf die finanzielle Situation.

Es müsse Gas gegeben werden, um das Defizit zu verringern. Das medizinische Konzept müsse weiterentwickelt werden. „Wir sollten nicht nur auf die Ausgaben schauen, sondern auch auf die Einnahmen“, so die Devise von Steindl. Das Potential wäre bei einigen Abteilungen vorhanden, um einen größeren Ertrag zu erschließen. Dennoch glaube er an eine Weiterentwicklung in wirtschaftlicher Hinsicht.

Mehr Betten als Uniklinik Regensburg

Von einer „historischen Sitzung“ sprach Herbert Hofauer (FW). Wie bereits in der vergangen Kreisausschusssitzung erwähnt, bleibt für ihn der Zusammenschluss dennoch ein „Dauerauftrag“. „Im Sommer war es ungewiss, ob eine Fusion erreicht werden kann und ob wir das überhaupt wollen“, so Hofauer. Wichtigster Baustein hierfür sei das medizinische Konzept gewesen. Altöttings Bürgermeister ist überzeugt, dass die künftige Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Mühldorf funktionieren werde. Dennoch müsse man die Doppelvorhaltungen auch in Zukunft hinterfragen.

„Die Zukunft wird heute gemacht“, so Dr. Tobias Windhorst (CSU) euphorisch. Nach dem Zusammenschluss hätte das neue Unternehmen mit 873 Betten mehr als die Uniklinik Regensburg (839 Betten). „Gehen wir den ersten Schritt“, gibt Tögings Bürgermeister die Devise vor.

jz

Zurück zur Übersicht: Stadt Altötting

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT