Interkommunales Gewerbegebiet

"Am Mordfeld" soll gemeinsames Gewerbegebiet von Altötting und Neuötting entstehen

Das geplante Gewerbegebiet gehört großteils zu Altötting(rot), doch das Geländeniveau südlich und östlich liegt 20 Meter höher und die Zufahrt ist derzeit nur über die Neuöttinger Seite(blau) möglich.
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Das geplante Gewerbegebiet gehört großteils zu Altötting(rot), doch das Geländeniveau südlich und östlich liegt 20 Meter höher und die Zufahrt ist derzeit nur über die Neuöttinger Seite(blau) möglich.

Altötting - Bereits am Mittwoch sprach sich der Altöttinger Stadtrat einstimmig für ein interkommunales Gewerbegebiet in der Kiesgrube der beiden Nachbarstädte aus. Am Donnerstag folgte dann der ebenfalls einstimmige Beschluss für das insgesamt 18 Hektar umfassende Gebiet im Neuöttinger Stadtrat: „Die Schaffung des Innovationsgewerbegebietes ist eine sinnvolle Nachnutzung der ausgebeuteten Kiesgrube“, fasste Neuöttings Bürgermeister Peter Haugeneder(SPD) zusammen.

Während in Altötting, auf dessen Gemeindegebiet sich der größere Teil der geplanten Gewerbeflächen befindet, die ungünstige Bezeichnung "Am Mordfeld" größerer Diskussionsgegenstand war, interessierte sich der Neuöttinger Stadtrat eher für die momentan nur einseitig mögliche Verkehrsführung, mit der das neue Gewerbegebiet angebunden werden soll. Allerdings monierte bereits am Mittwoch auch der Altöttinger Stadtrat Konrad Heuwieser (FW) das Fehlen eines Verkehrskonzepts: „Das Gelände liegt ja etwa 20 Meter unterhalb des Niveaus der Konventstraße und der ehemaligen B12“, bestätigte Bürgermeister Stephan Antwerpen (CSU) die Problematik der fehlenden direkten Anbindungsmöglichkeit. Jedoch stehe das Altöttinger Stadtoberhaupt diesbezüglich "in enger Abstimmung mit dem Neuöttinger Amtskollegen Peter Haugeneder“.


Dass die Verkehrsanbindung ein größeres Problem ist, formulierte dann am Donnerstag auch Fraktionssprecher Klaus Angermaier im Namen der Neuöttinger CSU-Fraktion: „Jeder weiß, wie sich das Gelände öffnet und wo daher die zusätzliche Verkehrsbelastung zu erwarten ist“. Fraktionssprecher Jürgen Gastel ging im Namen der SPD sogar noch weiter und forderte im Zuge der Bauleitplanung ein groß angelegtes Verkehrskonzept, "das bis zur B299 reicht". Nach Ansicht der Neuöttinger SPD ist es für den Lastverkehr, der Neuötting über die Landshuter Straße verlässt, „schon jetzt kaum möglich, auf die Bundesstraße Richtung Süden abzubiegen“.

Die Altöttinger Räte machten sich indes größere Sorgen über den geplanten Namen "Am Mordfeld", der Unwissende möglicherweise abschrecken könne. So schlugen die Stadträte Alfred Kanizsay (CSU) und Holger Gottschalk (SPD) vor, dem Gewerbegebiet möglicherweise einen besseren Namen zu geben. Mangels konkreter Alternativen und aufgrund der Erläuterungen durch andere Stadtratskollegen auf den historischen Bezug, stimmten am Ende aber dann doch alle für den Antrag inklusive des unschönen Namens.


Die Altöttinger Räte machten sich indes größere Sorgen über den geplanten Namen "Am Mordfeld", der Unwissende möglicherweise abschrecken könne. So schlugen die Stadträte Alfred Kanizsay (CSU) und Holger Gottschalk (SPD) vor, dem Gewerbegebiet möglicherweise einen besseren Namen zu geben. Mangels konkreter Alternativen und aufgrund der Erläuterungen durch andere Stadtratskollegen auf den historischen Bezug, stimmten am Ende aber dann doch alle für den Antrag inklusive des unschönen Namens.

Schließlich wies Altöttings Bürgermeister auch darauf hin, dass es nun mal ein geschichtsträchtiger Ort, "der den Ortsansässigen seit jeher ein Begriff ist". Daher befürchtet Stephan Antwerpen, dass eine etwaige Alternativbezeichnung eher dazu geeignet wäre, Verwirrung zu stiften. Altötting setzte sich aus den drei Teilen Mordfeld im Nordwesten, Michaelifeld im Nordosten und Georgenfeld im Süden zusammen. Dabei wird das „Mordfeld“ spätestens seitdem der Geschichtsschreiber Aventinus im 15. Jahrhundert eine Schlacht, bei der ein bayerisches Heer unter Herzog Arnulf im Jahr 913 rund 30.000 magyarische Reiter auf dem Rückzug über den Inn vernichtend geschlagen hat, eben dort verortet.

Für den Neuöttinger Stadtrat war diese Bezeichnung hingegen keine Diskussion wert. Vielmehr freue man sich darauf, dort "nachdem die Kiesgrube ausgebeutet ist nun mit einem Innovationsgewerbezentrum eine sinnvolle Nachnutzung gefunden zu haben", wie Bürgermeister Peter Haugeneder (SPD) sagte. Innovator ist dabei ein Privatinvestor, der das Gelände vor einiger Zeit erworben hatte und hier nun zukunftsträchtige Unternehmen ansiedeln möchte.

Peter Becker

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