Eine unabhängige 23-köpfige Wählergruppe

„Die Liste“ im Altöttinger Mieter Konvent (AMK) nominiert

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Einige der Kandidaten konnten aus dringenden Gründen zwar nicht an der Nominierungsveranstaltung teilnehmen, wurden dann aber meist multimedial vorgestellt. Die Anwesenden: (vlnr) Joachim Kracher, Christian Bachmaier, Andreas Antwerpen, Melanie Mühlberger, Stefan Eichinger, Dr. Johannes Wandt, Falko Leonhardt, Ulrike Bubl, SaschaSeehuber(hinten), Frank Bremauer(Mitte), Christoph Putzig, Anette Bremauer, Thomas Heuwieser(hinten), David Pietzka(vorne) und Marcel Seehuber, sind sich jedenfalls sicher, bei den kommenden Stadtratswahlen in Altötting den ein oder anderen Sitz ergattern zu können.
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Altötting - In Altötting hat sich am Sonntag, den 3. November, eine unabhängige, 23-köpfige Wählergruppe präsentiert, die künftig um die zu vergebenden Stadtratssitze kämpfen will.

„Die Liste“ des Altöttinger Mieter Konvent will das Rathaus erobern

Am Sonntag, den 2. November, hat sich im AMK eine unabhängige 23-köpfige Truppe formiert, die am 15. März 2020 um den Einzug ins Altöttinger Rathaus Kämpfen will. In der Kreisstadt geht es zwar auch um die Neubesetzung des Chefsessels, weil der seit 25 Jahren amtierende Bürgermeister, Herbert Hofauer(62, FW), nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Nachdem die etablierten Parteien mit Stephan Antwerpen(CSU) und Marco Keßler(SPD) schon länger ihre Bürgermeisterkandidaten benannt haben, werden nun nach und nach auch die Kandidatenlisten für die 24 Stadtratssitze vorgestellt.

Rund 50 Personen waren am Sonntag im Bunker des AMK dabei, um sich mit anzuhören, was die Kandidaten zu sagen haben. Dabei war die Wahlkampfveranstaltung der unabhängigen Liste parodistisch aufgezogen und erinnerte ein wenig an Auftritte von „Die Partei“ des Satirikers Martin Sonneborn. Doch in ihren Präsentationen stellten die Kandidaten heraus, dass es ihnen durchaus ein ernstes Anliegen ist; „Da ich Altöttinger bin und hier auch noch länger gut leben möchte, liegt es auf der Hand, dass ich mich politisch für meine Heimat engagiere“, erklärte beispielsweise der Versicherungsfachmann Joachim Kracher.

Beten alleine hilft nicht mal in Altötting!“

„Die Liste“ beinhaltet einige spannende Personalien, wie beispielsweise Anette Bremauer, die selbst eigentlich Mitglied der Grünen ist. „Wir sind in Altötting zu Wenige für eine Stadtratsliste“, bedauert die Deutschlehrerin im Gespräch mit innsalzach24.de. Für ihre Partei kandidiert sie aber immerhin auf der Kreistagsliste und auch in „Die Liste“ beschäftigen sie vor Allem ökologische Themen: „Momentan stehen in Altötting so viele Kunststoffherzen herum; ich plädiere für mehr Umweltbewusstsein!“, mahnte Anette Bremauer unter Beifall. Thomas Heuwieser hatte für seine Vorstellung sogar eine Reihe von Notizen gemacht: verkehrsberuhigte Zonen, mehr Fahrradwege und auch das Thema „Nachhaltigkeit“ standen darauf. Demzufolge hat Altötting nicht nur mit der Fernwärme große infrastrukturelle Herausforderungen zu meistern: „Beten alleine hilft nicht einmal in Altötting!“, erklärte Thomas Heuwieser unter großem Beifall der Anwesenden. Viele der Kandidaten, darunter Christian Bachhuber, Stefan Eichinger, Christoph Putzig und Sascha Seehuber, übten bei ihrer Vorstellung Kritik daran, dass im kommenden Jahr kein Altöttinger Stadtfest stattfinden soll. Ebenso für dessen Durchführung und ein allgemein vielfältigeres Kulturprogramm der Kreisstadt will sich auch die Politikwissenschaftlerin Theresa Gauer im Falle einer Wahl einsetzen. Sascha Seehuber forderte darüber hinaus auch weitere Freizeitangebote, wie eine Sauna.

Den Blick auf Burghausen, das noch viel mehr als nur eine Sauna hat, richtete beispielsweise auch David Pietzka: „Da gibt es so viele Sachen, die es bei uns in Altötting auch geben sollte!“, forderte der Geschäftsführer der SauRiassl GmbH, die für bezahlbaren Wohnraum in Altötting sorgt. Ähnlich sah es auch Wolfgang Sellner junior, der Sohn des amtierenden zweiten Bürgermeisters Wolfgang Sellner(CSU), der sich, zeitlich verhindert, mittels einer einer Videobotschaft an die Anwesenden richtete.

Weiteres Thema waren auch die öffentliche Sicherheit, an der es Falko Leonhardt zufolge mangele. Auch die Banken, die mit der Fusion der Raiffeisen- und Volksbanken von Altötting-Mühldorf und Rosenheim-Chiemsee momentan ein Großprojekt vorhaben, blieben nicht unerwähnt: „Ich bin gegen Finanzspekulationen!“, betonte die Architektin Ulrike Bubl, genau, wie Kunstlehrer Andreas Antwerpen. Kindergärtnerin Tina Oueidat konnte zwar aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Nominierungsveranstaltung teilnehmen, will sich aber für die Frauenrechte in der Kreisstadt einsetzen. Und nicht zuletzt die auf dem ersten Listenplatz stehende Melanie Mühlberger sieht im Gesundheitsbereich große Herausforderungen: die am Mühldorfer Klinikum angestellte Sozialpädagogin befürwortet zwar die geplante Fusion in den Landkreisen Altötting und Mühldorf, aber „wir brauchen mehr Ethik in der Politik!“, forderte die Frau, die in ihrer Arbeit Krebspatienten psychosozial betreut.

Auf die Aufstellung einer eigenen Satzung verzichtete „Die Liste“, was nach dem Kommunalwahlrecht zulässig ist: sogenannte „ungeordnete Wählerlisten“ treten vielerorts als „Unabhängigen Wählergemeinschaften“(UWG) an. Dafür, dass einer Zulassung der Liste durch den Altöttinger Wahlbeauftragten nichts im Wege steht, sorgt Anette Bremauer, die über ihre Parteiarbeit einige Erfahrung mit solchen Dingen hat.

  1. Melanie Mühlberger
  2. Tina Oueidat 
  3. David Pietzka
  4. Ulrike Bubl
  5. Markus Huber
  6. Marcel Seehuber
  7. Anette Bremauer
  8. Frank Bremauer 
  9. Theresa Gauer
  10. Dr. Johannes Wandt
  11. Sascha Seehuber
  12. Christoph Putzik
  13. Unglückszahl bleibt b.a.w. unbesetzt
  14. Stefan Eichinger
  15. Falko Leonhardt
  16. Christian Bachhuber
  17. Claudia Buchner
  18. Andreas Antwerpen
  19. Christina McAffree
  20. Thomas Heuwieser
  21. Mark Sieglreithmaier
  22. Wolfgang Sellner junior
  23. Joachim Kracher
  24. Toninho Dingl

pbj


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