Mit neuem Cafe an der Bahnhofsstraße

Landratsamt Altötting soll für 26 Millionen erweitert werden

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So soll das Landratsamt in Zukunft aussehen. Die Ansicht aus dem Osten zeigt das Projekt von der Bahnhofsstraße. 

Altötting – Für rund 26 Millionen Euro soll das Landratsamt Altötting erweitert werden. Baubeginn ist für den Frühling 2021 vorgesehen. Hans Steindl befürchtet finanzielle Schwierigkeiten für die Zukunft. 

Von einer „gewagten Maßnahme“ sprach Landrat Erwin Schneider in der jüngsten Kreisausschusssitzung. Rund 26 Millionen Euro soll das Projekt kosten. „Ich bin überzeugt, wir können das stemmen“, so Schneider über die Erweiterung des Landratsamtes.


„Wir haben einen großen Flächenbedarf, aber wenig Platz zum Bauen“, so Architekt Gunnar Hoffmann über die Schwierigkeit der Planungen. Gemeinsam mit der Planungsgruppe Winkler-Ackermann hat "hoffmann.roidner architekten" die Entwürfe erstellt und dem Gremium vorgestellt.

Die Ansicht vom Süden: Das Cafe im Erdgeschoss soll das Leben und die Verwaltung miteinander verbinden. 

Im Erdgeschoss wird es eine Sondernutzung mit einem Cafe geben. Dieses sei für die Öffentlichkeit gedacht, um das Leben und die Verwaltung zu verbinden. Laut Landrat Erwin Schneider gebe es bereits einen Mieter für diese Fläche. Der derzeitige Gebäudeeingang soll aber bestehen bleiben. Ebenso soll der Zugang zum Edeka über die Bahnhofstraße nicht betroffen sein.

Neuer Platz für 118 Mitarbeiter

Um alle neuen Büros mit Fenster auszustatten, habe man Toiletten, Treppen und EDV-Bereiche in den Innenbereich gesetzt. 118 Mitarbeiter bekommen mit dem Neubau einen neuen Arbeitsplatz. Bis die derzeitigen Außenstellen allerdings an die Bahnhofstraße ziehen können, wird es laut Landrat Schneider länger dauern: „Wenn die Erweiterung fertig ist, muss zunächst noch der Altbau saniert werden. Vor dem Jahr 2026 werden wir nicht alle Angestellten auf einem Platz haben.“

Die Erweiterung wird ein Verbindungsbau, die den Bestand mit dem Neubau verschmelzt.

Aus Kostengründen wird es keine Klimaanlage geben, sondern eine Kühldecke zum Einsatz kommen. Diese könne die Temperatur um ca. fünf Grad Celsius herunterkühlen. Je wärmer es also draußen ist, desto wärmer wird es im Büro sein.

Dr. Tobias Windhorst (CSU) hält diese Maßnahme für sinnvoll: „Der aktuelle Zustand der Büros ist indiskutabel. Für die Mitarbeiter ist dieser Umstand nur schwer erträglich.“ Zehn Jahre lang habe man laut Schneider dieses Projekt verschoben, um das Geld in beispielsweise Schulen zu investieren. „Das gehört jetzt angepackt“, so Schneider.

Steindl: "Kann man sich dies jetzt leisten?"

Hans Steindl (SPD), der als einziger gegen diesen Beschluss gestimmt hat, mahnte wie bereits bei der Entscheidung über die Klinikfusion. Zwar wäre der Zusammenschluss alternativlos gewesen, dennoch ruft Burghausens Bürgermeister zur Vorsicht auf: „Kann man sich dies jetzt leisten? Hört auf die Signale der Wirtschaft. Die Rücklagen der Stadt Burghausen sind beispielsweise in zwei Jahren weg. Ich hoffe, wir werden kein Pflegefall.“

Schneider dagegen ist der Meinung, man könne es verantworten. Bei dem derzeitigen niedrigen Zinsniveau würde es keinen besseren Zeitpunkt dafür geben. Der Baubeginn ist derzeit für den März 2021 vorgesehen. 

jz

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