Kreistag debattiert über FOS/BOS-Neubau

FOS/BOS: Landrat schließt Standort Töging aus

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Berufsschule, FOS/BOS und König Karlmann Gymnasium: Das Schulzentrum in Altötting platzt mit 4200 Schülern aus allen Nähten.
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Altötting - Noch in diesem Jahr möchte Landrat Schneider Klarheit über den Standort für ein neues FOS/BOS-Gebäude. Dass der Neubau kommt, scheint inzwischen realistisch.

Längst herrscht im Kreistag Konsens darüber, dass etwas geschehen muss am Schulzentrum Altötting. Mit der Berufsschule, der FOS/BOS und dem König Karlmann Gymnasium beherbergt das Areal drei Schulen mit mehr als 4200 Schülern. Weil ein Neubau, etwa einer FOS/BOS, viele Millionen Euro kosten dürfte, will die Entscheidung möglichst sorgfältig abgewogen werden. Am Montag deshalb hat der Diplom-Statistiker Christian Rindsfüßer vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS) im Altöttinger Kreistag eine Studie vorgestellt, die die Schülerzahlen der kommenden Jahrzehnte prognostiziert.

Schneider möchte "Nägel mit Köpfen" machen

Diplom-Statistiker Christian Rindsfüßer

Das Fazit des Statistikers ist eindeutig: Erst in den zwanziger Jahren werden die Schülerzahlen der FOS/BOS spürbar absinken. Und auch dann werden 2032 immerhin noch 757 Schüler diese Schule besuchen (derzeit sind es gut 1000 Schüler). Für die Berufsschule prognostiziert das SAGS einen Fortbestand der Bauberufe. Damit kommt der Landkreis nicht um eine Sanierung der Werkstätten herum.

Für Landrat Erwin Schneider ist diese Prognose der endgültige Startschuss für die Beratungen über einen FOS/BOS-Neubau. "Die Zeit ist reif, Nägel mit Köpfen zu machen", sagte Schneider im Kreistag. Die FOS/BOS würde im Falle eines Neubaus eine in den Augen Schneiders notwendige Aufwertung erfahren. "Ersten ist die FOS/BOS versteckt und zweitens ist sie zersplittert", so der Landrat. Aktuell verteilt sich die Schule auf drei Standorte, inklusive der Außenstelle Mühldorf. "Das wir der Bedeutung dieser Schule überhaupt nicht gerecht", sagte Schneider.

"Wer Töging diskutiert, wird in Mühldorf landen"

Schneider favorisiert einen Bau in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums oder aber an einem völlig neuen Standort. Für einen Bau am Schulzentrum selbst müsste der Baubereich der Berufsschule aufgegeben werden. Für Schneider kommt diese Option nicht in Frage. "Das wäre ein Schlag ins Kontor des Handwerks im Landkreis", so der Landrat.

Kreisrat Dr. Klaus Ulm (FDP) brachte den Standort Töging ins Spiel. "So eine FOS/BOS kann eigentlich nur für beide Landkreise gemeinsam in Frage kommen", so Ulm. Der Kreisrat favorisiert deshalb einen Standort an der Grenze zum Landkreis Mühldorf und nannte konkret die Stadt Töging. Dann finde man auch das Placet des Landkreises Mühldorf. Schneider schließt den Standort Töging jedoch aus: "Wer Töging diskutiert, wird in Mühldorf landen", so der Landrat.

Windhorst: "Keiner will ein Wettrüsten"

Die Haltung des Nachbarlandkreises dürfte für die Planungen Altöttings von entscheidender Bedeutung werden. Erst vor rund zwei Wochen hatte Mühldorfs Landrat Georg Huber erneut einen eigenen Mühldorfer FOS/BOS-Standort ins Spiel gebracht. Derartige Planspiele hatten bereits vergangenes Jahr für Irritationen in Altötting gesorgt. Am Montag stellte Schneider im Kreistag klar, dass der Landkreis Mühldorf eine FOS/BOS-Außenstelle unter der Bedingung erhalten habe, dass Bemühungen um eine eigene FOS/BOS eingestellt werden.

Tögings Bürgermeister und Kreisrat Dr. Tobias Windhorst (CSU) warnte vor einem Konkurrenzkampf mit Mühldorf. "Das es zu einem gegenseitigen Wettrüsten der Landkreise nicht kommen darf, da sind wir uns, denke ich, alle einig." Zugleich mahnte Windhorst zur Eile: "Wenn, dann muss zeitnah was passieren." Eine Einschätzung, die Burghausens Bürgermeister und Kreisrat Hans Steindl (SPD) teilte. Der Zustand der Werkstätten sei "unzumutbar". "Wenn man in das Berufsschulzentrum reinkommt, da kommen einem fast die Tränen."

Auch Schneider möchte in Sachen FOS/BOS aufs Tempo drücken. Die Entscheidung über den Neubau erwartet der Landrat "heuer, und zwar zeitig heuer". Konkret soll die Entscheidung auf jeden Fall vor der letzten Kreistagssitzung des Jahres fallen. Die Investition beläuft sich einer ersten Einschätzung Schneiders zufolge auf bis zu 20 Millionen Euro.

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