Kundgebung für Fahrräder

Knapp 200 Teilnehmer an erster Fahrraddemo in Alt- und Neuötting

Eine erfolgreiche Fahrrad-Aktion für die ganze Familie: mit Hund, Kind und Kegel.
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Eine erfolgreiche Fahrrad-Aktion für die ganze Familie: mit Hund, Kind und Kegel.

"Rauf aufs Rad!" lautete das Motto einer Veranstaltung zu der das Aktionsbündnis "Verkehrswende_AÖ" am Samstag an den Bahnhof geladen hatte. Gruppen von Radlern aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus waren der Einladung gefolgt.

Sehr zufrieden zeigten sich die Organisatoren mit einer ersten Aktion am Altöttinger Bahnhof, der das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel wieder in den Fokus rücken soll. "Wir sind sehr zufrieden mit der großen Resonanz, die wir erhalten", erklärte Kreisrat Stefan Angstl(Grüne). Mit Unterstützung der Altöttinger Stadtratsfraktionen der Freien Wähler, "die Liste", darüber hinaus von der ÖDP, "Die LINKE", Attac, dem Bund Naturschutz, Fridays for Future, der Grünen Jugend und dem Altöttinger Mieter Konvent(AMK) hatten die Veranstalter weit mehr als 200 Teilnehmer aus dem ganzen Landkreis und auch dem Nachbarlandkreis Mühldorf zusammengetrommelt, um klarzumachen, dass Fahrradfahrer im täglichen Straßenverkehr benachteiligt sind.


Aktionsbündnis "Verkehrswende_AÖ" bringt Menschen aufs Rad

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Nach einigen Ansprachen, unter anderem vom Landtagsabgeordneten Dr. Markus Büchler(Grüne), dem Verkehrsexperten Bernd Englmann(Die LINKE) und der Landesvorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs(ADFC) Bernadette-Julia Felsch, die mit ihrem Klapprad aus München im Zug angereist war, ging es dann auf einen Fahrradkorso zur Neuöttinger Fellermeier-Schule und zurück. Die Polizei garantierte dem Zug mit sieben Fahrzeugen und etwa 10 Einsatzkräften ein gutes Durchkommen, sodass Neuöttinger Stadträtin Christa Puppe(Grüne) und Bernd Sluka vom Verkehrsclub Deutschland e.V.(VCD) dort der Forderung nach einer weitläufigen Zone 30 im Bereich der Schule Nachdruck verleihen konnten.


Weitere Forderungen des Aktionsbündnisses sind, dass mehr Angebotswege("Fahrradstreifen") geschaffen werden sollen, um die Radfahrer besser vor der steigenden Zahl an motorisierten Fahrzeugen zu schützen. Außerdem sollen bessere Möglichkeiten geschaffen werden, dass Fahrräder auch im ÖPNV mitzunehmen sind. "Selbst in München kann ich mein Rad erst nach neun Uhr im ÖPNV mitnehmen, und dann kostet es auch noch zusätzlich!", erklärte der Landtagsabgeordnete Dr. Markus Büchler bei der Zentralkundgebung am Altöttinger Bahnhof. Zudem sei die Straßenverkehrsordnung allein für motorisierte Verkehrsteilnehmer geschrieben worden. Seine Forderung: das muss sich ändern, um Fahrradfahren wieder attraktiver im Alltag zu machen.

Denn in der jetzigen Situation könnten sich nur noch "mutige Fahrradfahrer, die sehr sicher auf dem Rad sind" auf die Straßen trauen. Hier muss sich nach Ansicht der Teilnehmer zügig etwas ändern. Andere Länder, wie die Niederlande oder Dänemark hätten hier schon einen jahrzehntelangen Vorsprung, nicht zuletzt, weil dort auch deutlich mehr Geld zur Ausweisung von Fahrradwegen in die Hand genommen würde. Besonderen Anstoß nahm daher Dr. Markus Büchler auch an der Tatsache, dass sogenannte "Pop-Up"-Radwege, die während des Lockdown in vielen Städten entstanden waren, inzwischen auf richterliche Anordnung und mit Unterstützung der Regierung wieder zurückgebaut werden: "Wenn die bayerische Verkehrsministerin sowas begrüßt, ist das doch ein falsches Signal", sagte Büchler unter dem Applaus der vielen Anwesenden.

Da bereits die erste Veranstaltung dieser Art so viel Anklang gefunden hat, sind die Initiatoren zuversichtlich, dass solche Aktionstage in Zukunft noch öfters stattfinden werden. "Ich könnte mir vorstellen, dass sowas einmal im Jahr stattfindet", erklärte der Burghauser Stadtrat und Kreisrat Stefan Angstl(Grüne). Kritische Stimmen waren allerdings zum Beispiel in den Sozialen Medien aufgetaucht. So behauptete zum Beispiel der Neuöttinger Stadtrat Jürgen Gastel(SPD) auf seiner Facebook-Seite, dass 30 km/h im Morgenverkehr vor der Fellermeier-Schule wegen der schwierigen Verkehrssituation gar nicht erreicht würden und dass die Forderungen des Aktionsbündnisses daher realitätsfremd seien.

Peter Becker

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