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2G trifft 12- bis 17-Jährige in Oberbayern mit Wucht

Jugendliche vom „Covid-Radar“ kaum erfasst: Sie leiden still und fühlen sich benachteiligt

Psychische Probleme bei Kindern sind durch die Pandemie verstärkt worden.
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Bei vielen Kindern und Jugendlichen hat die Coronakrise psychische Probleme verstärkt. 2G trifft die Jugendlichen aktuell hart.

Sie sind die Bevölkerungsgruppe, die wahrscheinlich am härtesten von der neuen 2G-Regelung für Freizeitaktivitäten getroffen wird: Die 12- bis 17-jährigen Jugendlichen. Sport und Feiern bzw. Ausgehen fallen größtenteils flach. Das liegt auch daran, dass sie erst seit August vermehrt geimpft werden. Selbst daran bestehen aber noch Zweifel. Viele Eltern zögern, da Kinder unter 12 Jahren bisher noch gar nicht geimpft werden.

Bei allem Wirbel um die ständig wechselnden „3G/3G-Plus/2G oder sogar 2G-Plus“ Varianten ist eine Gruppe im Toten Winkel des Corona-Rückspiegels gefahren: Die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen. Für diese Jugendlichen gilt die Impfempfehlung der Stiko erst seit August 2021. Die meisten Jugendlichen sind noch ungeimpft, alle Aktivitäten, für die nun eine 2G-Regel gilt, sind für sie demnach unmöglich geworden. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es noch keine Unbedenklichkeits-Bescheinigung der Covid-Impfung.

Bericht im Merkur deckt die Zwangslage auf

Das ganze Drama der Jugendlichen kommt in einem Bericht des Münchner Merkur vom 11. November zum Ausdruck: Dort geht es um das elfjährige Mädchen Maya, dass leidenschaftlich gerne schwimmt und sogar zum Bayerischen Landeskader gehört.  Freizeitaktivitäten, die ein Kind ausübt, wie etwa eine Sportart oder das Spielen eines Instruments, bleiben zwar vorerst erlaubt, doch damit soll Ende Dezember 2021 Schluss sein.

Weitere Informationen im Corona-Ticker

Und Maya wird im Dezember zwölf Jahre alt. „Ich habe ein Kind zu Hause, dass seit drei Tagen weint, weil es so riesige Angst hat, dass es jetzt wieder rausfliegt. Wie soll ich meiner Tochter vermitteln, dass Ministerpräsident Markus Söder sie einfach vergessen hat?“, so Mayas Mutter im Merkur.

Minderjährige brauchen die Zustimmung der Eltern

Es ist die neue „kritische Gruppe“ der Corona-Pandemie, auch deshalb weil Jugendliche gerne und viel unterwegs sind, mit Freundinnen und Freunden feiern wollen. Nun fühlen sich viele vergessen und benachteiligt, nur weil die Empfehlung, sie zu impfen, spät und zögerlich getroffen wurde. Viele Eltern behandeln sie daher auch noch wie Kinder und lassen sie teilweise lieber (noch) nicht impfen. Die Crux: Selbst wenn Jugendliche sich impfen lassen wollen, brauchen sie dafür die Erlaubnis der Eltern. Sie sind in eine Falle geraten, aus der sie sich nicht so leicht befreien können.

Vorsitzender des Elternbeirats bezieht klar Stellung

Für Thomas Hiebl, Vorsitzender des Elternbeirats am König-Karlmann-Gymnasium Altötting, ist die Sache klar: „Ich würde alle Jugendlichen über zwölf Jahren zum Impfen schicken. Wir haben selbst eine Tochter in der besagten Altersgruppe, die erfolgreich zweimal geimpft wurde.“ Er kennt allerdings Fälle „von Eltern, die Impfskeptiker sind und/oder befürchten, dem Kind in der Wachstumsphase Schaden zuzufügen“. Eine offene Debatte werde dadurch erschwert, dass für Kinder unter zwölf Jahren noch die Impffreigabe fehlt. Eine ihm bekannte Mutter sei „nicht geimpft, doch muss sie wohl bald dem Drängen ihrer zwei jugendlichen Töchter nachgeben, die selbst geimpft sein wollen.“

„Die bayernweite Impfquote für die Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen liegt nach aktueller Angabe des Robert Koch-Instituts bei 44,7 Prozent. Nach den uns zur Verfügung stehenden Informationen und Daten gehen wir im Landkreis Altötting von einer Impfquote dieser Altersgruppe von rund 40 Prozent aus“, so Dr. Robert Müller vom Landratsamt Altötting.

Gesamte Impfquote ist höher, wenn man sie anders berechnet

Die prozentuale Impfquote müsse immer unter allen Gesichtspunkten betrachtet werden: „Die Gesamtimpfquote im Landkreis Altötting liegt aktuell (Stand 7. November) bei 65,1 Prozent. „Diese Zahl ist allerdings zu einem erheblichen Anteil von den derzeit noch nicht impfberechtigten Kindern unter zwölf Jahren bestimmt. Rechnet man diese Altersgruppe heraus, kommt man auf eine Quote der Impfberechtigten von 73,4 Prozent“, so Dr. Müller.

Um den Jugendlichen eine Perspektive zu geben, müsste die Ausnahmeregelung für Freizeitaktivitäten wie Sport und Musizieren zumindest bis ins Frühjahr 2022 verlängert werden. Die Behörden, Impfzentren und Hausärzte müsste die Unbedenklichkeit der Impfung für diese Altersgruppe deutlicher kommunizieren. Eltern müssten besser aufgeklärt werden, dass eine Covid-Impfung für ihre jugendlichen Kinder die beste Lösung sei.

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