Jugendamt sucht neue Pflegefamilien

Altötting - Kinder brauchen viel Geborgenheit. Jedoch gibt es Eltern, die sich nicht ausreichend um ihre Kinder kümmern können. Deswegen werden Pflegefamilien gesucht!

Derzeit leben im Landkreis 140 Kinder in Pflegefamilien. Jährlich werden etwa 10 Kinder neu in Pflegefamilien untergebracht. Aus vielfachen Gründen, wie zum Beispiel Krisen, massive Erkrankungen oder sonstige persönliche Probleme können Eltern ihre Kinder nicht ausreichend betreuen, versorgen und erziehen. Kinder haben nur bedingt die Möglichkeit, in ihrem familiären und sozialen Umfeld weiter betreut zu werden, wenn ihre Eltern nicht mehr dazu in der Lage sind. Dies ist eine zutiefst verunsichernde Situation für Kinder. Umso mehr haben sie ein Recht darauf, in sicheren Lebensräumen und tragfähigen Beziehungen zu leben.

Pflegekinder sind vielfach von ihren Vorerfahrungen geprägt und bringen einen großen „Rucksack“ an Belastungen mit. Landrat Erwin Schneider: „Gerade diese Kinder benötigen von ihrer „zweiten Familie“ daher viel verständnisvolle Zuwendung, Einfühlungsvermögen und Geduld.“ Die Pflegeeltern haben die äußerst verantwortungsvolle Aufgabe, den betroffenen Kindern eine wertvolle Chance für ihr Leben zu geben. Pflegeeltern arbeiten mit dem Jugendamt und den Herkunftsfamilien der Kinder zusammen und erfüllen einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag.

Die Besonderheit der Pflegefamilien im Vergleich zu den Adoptionsfamilien ist vor allem auf die Ausrichtung der Rückführung der Kinder in den Haushalt der Eltern bestimmt. Hier besteht insbesondere die Herausforderung an die Pflegeeltern, die Rückkehr des oftmals schon langjährig bei sich befindlichen Pflegekindes zu unterstützen und einvernehmlich mit Wertschätzung und Akzeptanz dies dem Kind gegenüber zu vertreten. Diese Haltung ist für das Wohl des Pflegekindes und zur Vermeidung von größeren seelischen Schäden äußerst wichtig.

Eine spezielle fachliche Ausbildung wird bei Pflegeeltern nicht vorausgesetzt. Jedoch ist die Aufnahme eines Pflegekindes für die gesamte Familie eine bedeutende Veränderung, für die eine hohe Stabilität und Belastbarkeit aller Familienmitglieder vorausgesetzt wird. Die Pflegeeltern werden ab der Aufnahme eines Pflegekindes bis zur Beendigung des Pflegeverhältnisses durch den Pflegekinderdienst des Amtes für Kinder, Jugend und Familie unterstützt und begleitet.

Sowohl verheiratete als auch nicht-verheiratete Paare und Einzelpersonen können Pflegeeltern werden. Die individuelle Beurteilung der Eignung als Pflegeeltern erfolgt nach Überprüfungsgesprächen durch den Pflegekinderdienst. Die Vermittlung von Kindern ist stets an den Bedürfnissen und dem Wohl des Kindes orientiert.

Die Fachkräfte des Pflegekinderdienstes des Amts für Kinder, Jugend und Familie Altötting veranstalten gemeinsam mit dem Pflegeelternverein des Landkreises am Freitag, den 13. März um 19 Uhr, einen Informationsabend für alle interessierten Personen in den Arbeiterwohlfahrt (AWO) Räumen im Rettungszentrum Töging, 1. Stock, Grünewaldstraße 5. Hierzu sind Sie herzlich eingeladen. Auskünfte gibt gern Frau Südbeck unter der Telefonnummer: 08671/502-113

Pressemitteilung Landratsamt Altötting

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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