Hightech für eine handvoll Leben

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Der neue Transportinkubator und das Team der Neonatologie mit Dr. Stefan Vlaho (1.v.r.), den Vertretern des BRK-Kreisverbands Herbert Hofauer (2.v.r.) und Josef Jung (4.v.r.) und des BRK-Rettungsdienstes Wolfgang Aigner (hinten, 2.v.l.) und Klaus Werkstetter (hinten 4.v.l.).

Altötting - Der BRK-Rettungsdienst übergab nun einen Transportinkubator für Frühgeborene. Die lebensrettende Technik für Frühchen ist ein wichtiger Baustein im Gesundheitswesen.

Aus drei Landkreisen kommen die kleinsten Patienten der Kreisklinik Altötting. Die Neonatologie, die Abteilung für Neu- und Frühgeborene, behandelt Babies aus Altötting, Mühldorf und Rottal-Inn, Kinder die oft gerade mal ein Pfund schwer sind, die ohne die speziell abgestimmte Schutzatmosphäre eines Inkubators - früher „Brutkasten“ genannt - binnen Minuten sterben würden und deren Behandlung und Betreuung Ärzte und Pflegepersonal vor große Herausforderungen stellt.

Besonders kritisch ist der Transport solcher Frühchen. Die Verlegung von einem Krankenhaus ins andere erfolgt daher in speziellen Transportinkubatoren, die auf den ersten Blick ausschauen wie ein transparentes Kästchen auf einer Trage, in Wirklichkeit aber abgeschlossene mobile Klein-Biosphären mit genau regelbarer Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Beatmung und Infusionen sind. Eine komplizierte Technik sorgt dafür, dass alle Voraussetzungen für die vitalen Bedürfnisse der winzigen Patienten gesichert werden. So haben Frühgeborene etwa nur ein Hundertstel des Atemvolumens von Erwachsenen, aber eine rund dreißig Mal höhere Atemfrequenz, und brauchen daher ganz spezielle Geräte. Insgesamt macht all das solch einen Transportinkubator so teuer wie eine Etagenwohnung: Rund 100.000 Euro kostet diese Gerätschaft.

Chefarzt Dr. Stefan Vlaho ist deshalb außerordentlich dankbar, dass das neue Gerät über den Rettungsdienst beschafft und finanziert werden konnte. Über den regulären Kliniketat hätte der Inkubator nicht angeschafft werden können, zumal die Frühgeborenenmedizin für eine Klinik betriebswirtschaftlich stets problematisch sei. Bei der Übergabe des Transportinkubators zeigte sich Herbert Hofauer in seiner doppelten Funktion als Vorsitzender des Fördervereins der Kreiskliniken und des BRK-Kreisverband höchst erfreut über diese Initiative des Rettungsdienstes und die herausragende Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Klinik. Die lebensrettende Technik für Frühgeborene sei ein wichtiger Baustein in der langfristigen Sicherung eines hohen Standards im Gesundheitswesen für den Landkreis und die Region.

Rettungsdienstleiter Klaus Werkstetter und Wachleiter Wolfgang Aigner erläuterten Aufbau und Einsatz des Geräts und die notwendige intensive Schulung von Rettungsdienstpersonal wie Klinikmitarbeitern, die im Vorfeld erfolgt ist. Zum Glück konnte durch die langfristige Planung der rechtzeitige Ersatz des bisherigen, technisch überholten und nicht mehr reparatursicheren Inkubators gewährleistet werden.

Freuen dürfen sich aber vor allem die werdenden Mütter und Väter in der Region. Schließlich ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass im Falle eines Falles auch für die neuen Erdenbürger gesorgt ist, die es zu eilig haben auf die Welt zu kommen.

Pressemeldung des BRK Kreisverband Altötting

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