Überraschende Nachricht aus Altötting

Neuer Bürgermeister 2020: Hofauer (FW) tritt nicht mehr an

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Altötting – Herbert Hofauer zieht sich von seinem Amt zurück. Der derzeit amtierende Erste Bürgermeister der Kreisstadt will bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten.

Update um 20.15 Uhr:

CSU-Stadtrat Stephan Antwerpen bezeichnete auf Nachfrage von innsalzach24 die Entscheidung von Herbert Hofauer, 2020 nicht mehr für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, als richtig. Seiner Meinung nach habe Hofauer Altötting zwar „sehr viel weiter gebracht“. Dennoch sei es nach dann 25 Jahren an der Zeit, neue Kräfte walten zu lassen: „Nach so viel Zeit ist es immer ratsam, Schlüsselämter neu zu besetzen, weil sich zweifellos so Manches einschleift!“, so Antwerpen. 

Den Weg frei machen

Seine Entscheidung bereits jetzt öffentlich zu machen, hält Jugendreferent Stephan Antwerpen für äußerst fair vom amtierenden Bürgermeister Hofauer: „Nun können sich die Kandidaten aller Parteien klar positionieren“. Antwerpen selbst möchte zwar zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht offiziell als Bürgermeisterkandidat gehandelt werden, „da hierzu erst einmal das Votum der CSU-Hauptversammlung im März nötig ist“. 

Neues Gesicht an der Spitze?

Dennoch hat der Berufsschullehrer aus Altötting die Absicht, sich dann seinen Parteifreunden als möglicher Kandidat für das Bürgermeisteramt in Altötting zur Verfügung zu stellen. „Da möchte ich jetzt aber noch nicht vorgreifen, denn ein guter Bürgermeisterkandidat in Altötting braucht auch die Unterstützung seiner Partei!“.

Stephan Antwerpen ist Sohn von Richard Antwerpen, Bürgermeister a.D. in Altötting. Dieser gilt als Urvater der Work & Lifie Balance in der Kreisstadt. Richard Antwerpen war bis 1995 im Amt. Dann hat Herbert Hofauer übernommen.

pbj/rw

Update um 16.40 Uhr:

Thomas Bohlmann von der SPD, der 2016 für seinen aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Parteigenossen Michael Schoßböck in den Stadtrat nachrückte, meint: „Ich finde es schade, weil ich Herbert Hofauer für einen guten Bürgermeister halte“. Das jüngste Stadtratsmiglied sieht Hofauers Stärken vor allem darin, dass dieser „immer ein gutes Gespür hat, wo der Schuh drückt“. 

Auch habe Hofauer für den Straßenbau, den Wohnungsbau und andere Dinge „immer ein gutes Händchen“ gehabt. So fand Bohlmann zuletzt die Initiative Hofauers bezüglich der langfristigen Einigung über die PFOA-Problematik bemerkenswert: „Dass er bei so einer zukunftsweisenden Sache federführend das Heft in die Hand genommen hat, finde ich toll!“.

pbj

Update um 15.25 Uhr:

Herbert Hofauer gehört den "Freien Wählern" an. Hier ist die schriftliche Stellungnahme des Fraktionssprechers Konrad Heuwieser der Partei im Altöttinger Stadtrat:

"Herbert Hofauers Entscheidung, bei der nächsten Wahl zum Bürgermeister nach dann 25 Jahren nicht mehr anzutreten, verdient unser aller Respekt. Es ist meines Erachtens nur logisch, dass er auch nicht mehr für den Stadtrat kandidiert, dieses Gremium, dem er als Bürgermeister so lange vorstand.

Zweifellos wird es nicht leicht werden, einen Nachfolger zu finden, der ein ähnlich großes Arbeitspensum an den Tag legen kann. Auch wenn Fraktion und Bürgermeister nicht immer einer Meinung waren, so hat unser Bürgermeister der Stadt zweifellos seinen persönlichen Stempel aufgedrückt und die Kreis- und Wallfahrtsstadt bestens nach außen dargestellt.

Herbert Hofauers Entscheidung leitet den ganz normalen demokratischen Prozess der Nachfolge ein, in dem die im Stadtrat etablierten Parteien und eigentlich alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen sind, sich nach einem neuen Stadtoberhaupt umzusehen. Das kann und wird hoffentlich im Sinne der Demokratie und Bürgerbeteiligung spannend werden, denn Herausforderungen wird es auch in Zukunft sowohl für den neuen Bürgermeister bzw. die Bürgermeisterin und für den neu zu wählenden Stadtrat zur Genüge geben.

Herbert Hofauer gönnen wir sehr gerne einen sicher abwechslungsreichen, aber hoffentlich etwas weniger hektischen Un-Ruhestand."

Update um 13.50 Uhr:

Der Zweite Bürgermeister der Kreisstadt, Wolfgang Sellner (CSU), findet, dass es sich abgezeichnet hat, dass Herbert Hofauer 2020 nicht mehr antreten würde: „Die Vertretungen haben in den letzten Monaten schon stark zugenommen“, sagt Sellner, der zuletzt oft seines Amtes als Stellvertreter bei öffentlichen Empfängen und Verantstaltungen walten durfte. Rückblickend zeichnet Sellner ein positives Bild der Zusammenarbeit mit Bürgermeister Hofauer, dessen Stellvertreter er von Beginn an ist: „Für den Bürgermeister und sein Team, wie auch für Altötting hat sich in Herbert Hofauers Amtszeiten sehr viel bewegt“. 

Der Bau des Kultur- und Kongressforums, von Kindertagesstätten, Erweiterungen und Umbauten an den Altöttinger Schulen, das Vorantreiben von Städtepartnerschaften sowie der Shrines of Europe: „Als Vorsitzender des TV Altötting möchte ich auch betonen, dass er uns nicht zuletzt beim Bau der neuen Sporthalle in der Burghauser Straße und auch sonst immer gut untersützt hat“. 

Zwar habe es in letzter Zeit immer öfter Differenzen im Stadtrat gegeben, beispielsweise bei Bauprojekten, wie einem geplanten fünfgeschossigen Wohnhaus in der Popengasse oder aktuell mit dem Bau im Bereich der früheren Alten Post in der Mühldorfer Straße. Sellner merkt hierzu kritisch an: „Unstimmigkeiten entstanden dabei weniger in unserer Zusammenarbeit, sondern in seiner eigenen Fraktion“. Bezüglich eines eigenen Bürgermeisterkandidaten verweist Sellner auf die kommende Fraktionssitzung der CSU, auf der man den Terminplan für die Kommunalwahl 2020 festlegen wolle.

pbj

Update um 10.45 Uhr:

Christine Burghart, Sprecherin der CSU-Fraktion im Stadtrat und 1. Vorsitzende im Altöttinger Wirtschaftsverband e.V. blickt gerne zurück auf die Zusammenarbeit mit dem Ersten Bürgermeister der Kreisstadt, Herbert Hofauer. Im Gespräch mit innsalzach24.de hebt sie unter anderem das Kultur + Kongress Forum hervor, wofür sich Hofauer stark gemacht habe. Allgemein sei in dessen Amtszeit viel vorangegangen in Altötting. Die Zusammenarbeit sei immer sehr gut und konstruktiv gewesen.

Besonders verdient gemacht habe sich Hofauer um die Außenwirkung der Wallfahrtsstadt in Europa. Die sogenannten Shrines of Europe, ein Zusammenschluss der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte Europas seien nicht zuletzt Verdienst des noch amtierenden Ersten Bürgermeisters. Hofauer habe aber auch in der Stadt deutliche Fußspuren hinterlassen. Burghart nennt hierbei insbesondere die Verwaltung der Kreisstadt, die er immer im Blick gehabt habe, effizient und um Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu arbeiten. Nicht zuletzt habe Herbert Hofauer immer ein offenes Ohr für die Belange des Altöttinger Wirtschaftsverbandes.

Erstmeldung:

Herbert Hofauer (Freie Wähler), erster Bürgermeister der Kreisstadt Altötting, wird laut Informationen der PNP bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten. Er sei sich bewusst, dass er viele Wählerinnen und Wähler enttäuschen werde, zitiert das Blatt den Rathauschef. „Ich habe mir diesen Schritt lange und reiflich überlegt“, heißt es weiter. Er werde auch nicht für den Stadtrat kandidieren, so Hofauer in der PNP weiter. „Wohl aber strebt er erneut eine Kandidatur für den Kreistag an.“

Nach mehr als 20 Jahren im Amt

Herbert Hofauer: Vor kurzem feierte er seinen 62. Geburtstag. Die Kreisstadt Altötting bezeichnet er als seine „geliebte Heimatstadt“. Derer eingedenk macht er seit 1995 als Erster Bürgermeister im „Herzen von Bayern“, wie die Wallfahrtsstadt mit Gnadenkapelle und Kapellplatz gerne genannt wird, Lokalpolitik. Er kennt sich aus. Hofauer ist gelernter Diplomverwaltungswirt (FH). Er weiß, was geht und was eben nicht. Zuletzt hat er auf sich aufmerksam gemacht mit dem Vertrag zwischen den von der PFOA-Problematik betroffenen Kommunen Altötting, Neuötting, Winhöring, Burgkirchen und Kastl (dazu Tüßling und Emmerting) und den Verursachern. Im Sitzungssaal des Altöttinger Rathauses wurden zukunftsweisende Verträge unterschrieben.

Neue Kräfte und Ideen für die Kreisstadt

Nun will sich Herbert Hofauer als Bürgermeister offenbar zur Ruhe setzen. „Neue Kräfte werden sich finden und das Vertrauen der Altöttinger Bevölkerung erhalten, neue Akzente werden gesetzt werden und unsere Nachfolger werden unsere geliebte Stadt in eine weiterhin gute Zukunft führen."

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