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Erste Bürgerversammlung in Altötting seit Ausbruch der Coronapandemie

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Rund 80 Altöttinger waren am vergangenen Donnerstag bei der ersten Bürgerversammlung seit 2019 im renovierten Saal des Hotel Post mit dabei

Am Donnerstag (24. November) fand in Altötting die erste Bürgerversammlung seit Ausbruch der Coronapandemie statt. Nicht zuletzt deswegen fiel der Bericht des neuen Bürgermeisters Stephan Antwerpen (CSU) sehr umfangreich aus.

Altötting – Ein Detail, über das sich Frank Bremauer von der Bürgerinitiative Netzwerk Trinkwasser massiv beschwerte: „Ich habe den Eindruck, hier feiern sich Verwaltung und Bürgermeister selbst!“, bemängelte der Altöttinger die Tatsache, dass Bürger erst nach rund zweieinnhalb Stunden erstmals zu Wort kamen, bevor er seine Frage zur Trinkwassersituation stellte.

Nach der Begrüßung und dem Totengedenken an verstorbene Mitglieder von Stadtverwaltung und Stadtrat, überließ Bürgermeister Stephan Antwerpen zunächst dem Beraternetzwerk für Bienen, Wespen und Hornissen den Saal des neu renovierten Hotel Post. Klaus Wittmann referierte kurz über die Artenvielfalt der Nutztiere und ihren Nestbau: „In den sechzig Fällen, zu denen wir jedes Jahr gerufen werden, müssen nur wenige Nester tatsächlich umgesiedelt werden!“, so der Fachmann. Er und seine ebenfalls ehrenamtlichen Kollegen Horst Tengler, Erna Lechner und Daniela Ehm können bei Bedarf über die Stadt gerufen werden. Die beiden sind Imkerinnen und kommen vornehmlich bei störenden Bienenvölkern zum Einsatz.

Ausblick auf kommende Bautätigkeiten

In seinem Bericht blickte Altöttings Bürgermeister auf seine bisherige Amtszeit zurück und gab, da viele Projekte miteinander verbunden sind, auch gleichzeitig einen Ausblick auf die Zukunft. An erster Stelle standen die Bautätigkeiten der Stadt, wie denen am Rathaus oder an der Kläranlage in Neuötting, an der Altötting mit 42 Prozent beteiligt ist. Details gabs auch zu den Baumaßnahmen an den städtischen Schulen: so wurden an der Josef-Guggemoos-Schule in Altötting Nord für die kommenden vier Jahre in den letzten Wochen 25 Container installiert, um dort „mindestens vier Klassen“ den Unterricht zu ermöglichen, während das Gebäude in Altötting Süd umgebaut wird.

Mit der Verlegung zweier Trafostationen am Dultplatz wurde der Weg für den geplanten Bau des „Haus der Vereine“ geebnet und der Platz für die Installation von E-Ladesäulen vorbereitet. Ein externer Partner will darüber hinaus im kommenden Jahr insgesamt 31 E-Ladesäulen an anderen Stellen des Stadtgebietes errichten. Am Freibad St. Georgen und seinem Parkplatz wurde bereits vorgearbeitet, doch die große Sanierung für knapp 2 Millionen Euro steht noch an. In der Kita Regenbogen gab es 2022 kleinere Instandsetzungen, während der Naturkindergarten an der Osterwies komplett neu entstanden ist und darüber hinaus mit dem Umbau des ehemaligen Kinderheims St. Raphael die Pläne für den Bau einer weiteren KiTa laufen.

Detailliert schilderte das Stadtoberhaupt auch die Tiefbautätigkeiten, wie die Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit, den Ausbau der Fernwärme, der Instandhaltung des 67 Kilometer langen Kanalnetzes und die Umrüstung der letzten Straßenleuchten auf LED. Lobend erwähnte Stephan Antwerpen auch den Bauhof, der die Stadt im Frühjahr zum Blühen brachte. Erwähnung fanden darüber hinaus auch Projekte, an denen die Stadt nur teilweise beteiligt ist, wie den Anbau des Landratsamtes in der Bahnhofstraße, die Erweiterung des Innklinikums, die bereits fertiggestellte neue Geschäftsstelle des BRK samt sozialer Dienste und ihrer Tiefgarage sowie den Generationenpark.

Mangels ausreichend Platz sollen in der Stadt künftig vornehmlich mehrgeschossige Wohnhäuser und in geringerem Umfang noch Reihen- und Doppelhäuser entstehen. Gewerbeflächen werden auch weiterhin benötigt und beispielsweise in der Kiesgrube „Am Mordfeld“ zusammen mit dem benachbarten Neuötting realisiert. Generell will die Stadt künftig zum Mittel des Baugebots greifen, um bestehende Baulücken zu schließen. Nicht zuletzt, weil sich die Zahl der Bauanträge im Vergleich zu den Vorjahren fast halbierte, sei dies das Mittel der Wahl. Die weitere Breitbanderschließung der Telekom soll frühestens 2024 in Angriff genommen werden, wobei der Ortsteil Raitenhart und Außenbereiche explizit ausgeschlossen werden. Ein Hamburger Unternehmen will hingegen das gesamte Stadtgebiet schon ab 2023 mit Glasfaser erschließen, wofür aber vorab bereits etwa 40 Prozent der Anschlüsse einem späteren Wechsel zu diesem Anbieter zustimmen müssten. Das Ganze würde die städtische Kasse nicht belasten, die in diesem Jahr einen Umfang von rund 46 Millionen Euro hat, wobei sich der Schuldenstand von 27,7 Millionen Euro im Vergleich zu 2021 kaum verringert hat.

Vergangene und kommende Jubiläen

Der Bürgermeister blickte auf erfolgreiche Jubiläen zurück, wie 25 Jahre „Shrines of Europe“ und Bauernmarkt. Auch die Europatage der Musik wertete er als großen Erfolg, genau wie den Ferienpass, Anjar, das Bonuspaket für Familien oder die Bläserklasse der Grundschulen und des Musikvereins. Für Senioren gab es ebenfalls erfolgreiche Veranstaltungen. Die Aktion Stadtradeln im Landkreis schloss Altötting mit mehr als 110.000 Kilometern auf Platz 1 ab. Im Panorama gab es 2022 140 Führungen in Fremdsprachen und auch die Veranstaltungen der Stadtgalerie seien gut besucht gewesen. Ökologisch sei Altötting mit dem Beitritt zum Energieeffizienznetzwerk, zum Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel und der Mitgliedschaft in der Ökomodellregion Inn-Salzach gut aufgestellt, zusätzlich ist Altötting Fair-Trade-Stadt geworden.

Nicht verzichten will die Stadt in diesem Jahr auf das Silvesterfeuerwerk auf dem Kapellplatz, das sich vor Corona großer Beliebtheit erfreute. Im kommenden Jahr gibt es wiederum viele Jubiläen zu feiern: 10 Jahre Kultur- und Kongressforum im Januar, wo im Februar dann auch ein Kinderfasching veranstaltet werden soll und wo bereits jetzt eine Synthetik-Eisbahn aufgebaut wurde. Am 17. März soll im renovierten Rathaus ein Tag der offenen Tür stattfinden und im April beteiligt sich die Kreisstadt an der Biennale Bavaria International. Für den 10. Juli hat Ministerpräsident Markus Söder seine Teilnahme an den Feierlichkeiten zur ersten urkundlichen Erwähnung Altöttings vor 1275 Jahren angekündigt und im Dezember wird dessen Stellvertreterin, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, zur Feier anlässlich der Stadterhebung vor 125 Jahren in der Kreisstadt erwartet.

Bürgeranfragen zur Trinkwasserbelastung

Bürgeranfragen gab es schließlich von Frank Bremauer bezüglich der Trinkwasserbelastung, welches neben PFOA neuerdings auch mit GenX belastet ist. Er bemängelte, dass neue Brunnen nicht zusammen mit den Bürgern geplant und zudem „in hochbelasteten Gebieten gebaut“ wurden. Bürgermeister Stephan Antwerpen wies darauf hin, dass die gemeinten Brunnen noch vor dem Bekanntwerden der Probleme mit PFOA geplant und gebaut wurden. Er dankte vielmehr dem städtischen Mitarbeiter Christian Wieser, der dafür sorgte, dass der Verursacher der PFOA-Verunreinigungen eine „hochqualitative Aktivkohlefilteranlage, besser als industrielle Anlagen“ an den Brunnen errichtete, wofür es aus der Bürgerschaft Applaus gab. Auch bemerkte das Stadtoberhaupt, dass es bezüglich GenX „noch keine gesetzliche Vorgabe“ gäbe, weshalb man nicht wisse, wie man mit dem Stoff umgehen solle.

Der kurz zuvor mit einer Bürgermedaille geehrte Hans Steck forderte einen Radweg in Nord-Süd-Richtung und dass auf der Grünanlage beim Panorama eine Blühfläche entstehen soll. Bürgermeister Stephan Antwerpen erläuterte die Schwierigkeit bei den Planungen zu einem in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Radweg und verwies an Marcel Seehuber (Die Liste), der an einem Mobilitätskonzept arbeite. Eine Blühfläche hinter dem Panorama sei nicht optimal, da der Ort mitunter auch bei Veranstaltungen intensiv genutzt würde. Gabriele Hofer beklagte sich über Belästigungen durch alkoholisierte Kleingruppen an Entspannungsorten in der Kreisstadt. Das Stadtoberhaupt versprach, hierbei die neue ehrenamtliche Sicherheitswacht zurate zu ziehen. Simon Altenbuchner forderte vermehrte Geschwindigkeitskontrollen an beschränkten Straßenabschnitten. Bürgermeister Stephan Antwerpen appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer und verwies auch an die Polizei als Kontrollbehörde.

Zu guter Letzt wollte Max Fürstberger wissen, was die Position der Stadt bei den konkurrierenden Angeboten zum Breitbandausbau sei. Das Stadtoberhaupt verwies auf das Neutralitätsgebot einer Behörde und dass die Stadt daher keine Empfehlungen aussprechen dürfe. Er versprach aber, darauf hinzuwirken, dass die beiden Unternehmen effizient zusammenarbeiten und nach Möglichkeit die gleichen Rohre für ihre Leitungen nutzen sollen.

pbj

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