Ermittlungen dauern an

Nach Amok-Alarm in Altötting: Verfasser muss wohl Einsatz bezahlen

  • schließen

Altötting/Landkreis Traunstein – Dem Verfasser der Drohmail drohen neben einer Strafverfolgung in mehreren Fällen auch die Übernahme der Kosten für den Einsatz.

Am Dienstag, den 17. Dezember, hat ein 27-jähriger Mann aus dem Landkreis Traunstein mit einer Drohmail einen Amok-Alarm am Altöttinger Schulzentrum ausgelöst. Dieser hatte mit einer Mail an die Staatliche Berufsschule Altötting kurz für eine Ausnahmesituation gesorgt. Wie berichtet lag das Motiv dafür im persönlichen Bereich. Nun droht dem Verfasser neben einer Strafverfolgung auch die Übernahme der Kosten für den Einsatz.

Wie die Polizeiinspektion Trostberg gegenüber innsalzach24.de bestätigt, erwarten ihn Strafverfolgungen wegen übler Nachrede, Verleumdung und Nachstellung. Ob noch weitere Punkte hinzukommen, werde erst nach Ende der Ermittlungen feststehen.

Bei Einsätzen, die vorsätzlich ausgelöst wurden, sei die Übernahme der Kosten der Regelfall, so Carolin Hohensinn, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Allerdings muss der Vorfall noch überprüft werden. Wichtig dabei ist, dass dies kein Strafmittel ist“, erklärt Hohensinn gegenüber innsalzach24.de. Auch die Summe müsse noch ausgerechnet werden. Man könne aber von einem dreistelligen Betrag ausgehen.

Kontaktverbot zu Ex-Freundin

Bestätigen konnte Hohensinn allerdings das Kontaktverbot des Verfassers zu seiner Ex-Freundin. Denn die Tat würde auf eine reine private Streitigkeit beruhen. Seine ehemalige Freundin ist Berufsschülerin. „Das ist üblich in solchen Fällen“, bestätigt die Polizeisprecherin.

„Eine rechtliche Bewertung des Sachverhalts und auch eine Aussage zu den Rechtsfolgen kommt erst nach Abschluss der Ermittlungen in Betracht“, so Björn Pfeifer, Oberstaatsanwalt von der Staatsanwaltschaft Traunstein.

Alle Schulen haben ein Sicherheitskonzept

Dass alles ohne größere Panik abgelaufen ist, lag auch an den Reaktionen der Schulen in Altötting. Aus Vorsichtsmaßnahme habe man auch die benachbarten Schulen - König-Karlmann-Gymnasium und Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule - gebeten, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. „Nach den Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus sind die Schulen verpflichtet ein Sicherheitskonzept zu erstellen und dieses jährlich zu aktualisieren. Hierüber wird auch die örtliche Polizei informiert“, so Verena Gros, Pressesprecherin der Regierung von Oberbayern.

Darüber hinaus seien an allen Schulen Sicherheitsteams - bestehend aus Sicherheitsbeauftragten und Schulleitung - installiert, die jeweils die Lehrkräfte informieren. Die neuen Mitglieder des Sicherheitsteams werden laut Gros jährlich fortgebildet.

jz

Rubriklistenbild: © picture alliance (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Stadt Altötting

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT