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Landtagsabgeordneter besucht Berufsschule Altötting

Umwelttechnik-Schülerin zu Hans Friedl: „Unser Problem ist, dass niemand auf etwas verzichten will“

Schulleiter Carlo Dirschedl (vorne, links) begrüßte MdL Hans Friedl an der Berufsschule. Der Politiker diskutierte mit den Schülern
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Schulleiter Carlo Dirschedl (vorne, links) begrüßte MdL Hans Friedl an der Berufsschule. Der Politiker diskutierte mit den Schülern.

Aus eigenem Antrieb und „aus Neugier“ schaute der Landtagsabgeordnete Hans Friedl (Freie Wähler) an der Berufsschule Altötting vorbei. Er konnte sich ein Bild davon machen, dass die Techniker-Schüler hier beinahe auf Bachelor-Niveau ausgebildet werden. Und sie halten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Gastgeber Carlo Dirschedl sprach auch Probleme an.

Altötting - Es regnete in Strömen, als Hans Friedl am Freitag (13. Mai) an der BSAOE vorbeischaute. Deshalb musste die Gruppe um Schulleiter Carlo Dirschedl, die Studiendirektoren Herbert Richly, Robert Resch, Friedl sowie dessen Büroleiter Dirk Wöhling immer wieder Schutz im Eingangsbereich der Berufsschule suchen. Bildungstechnisch kamen aber doch ein paar Sonnenstrahlen heraus. Vor allem die Qualität der Technikerschulen beeindruckte Hans Friedl.

Vielen Bürgern in und um Altötting ist die Dimension des Schulzentrums nicht bewusst, dessen Gebäude in die Jahre gekommen sind. In vielen Abteilungen herrscht akuter Platzmangel. Daher soll das gesamte Areal in kommenden zehn Jahren umfangreich saniert werden. Gemeinsam mit dem Karlmann-Gymnasium werden an den Berufsschulen, FOS/BOS sowie Techniker- und Fachschulen 3.500 Schüler unterrichtet. Robert Resch: „Nur ein Schulzentrum in Ingolstadt ist in Oberbayern ähnlich groß.“

Im Unterrichtsraum der Fachschule für Umwelttechnik und Erneuerbare Energien entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zwischen Hans Friedl und drei Schülern. Der Politiker aus dem Raum Fürstenfeldbruck suchte dabei authentisch Volksnähe und fragte konkret, welche Wünsche und Beschwerden die jungen Menschen an die Politik hätten. Eine Schülerin kritisierte, „dass viele Politiker zu kurz im Amt sind, um tiefgreifende Veränderungen anzuregen“. Sie achteten oft „zu sehr auf den Erhalt ihres eigenen Mandats“.

Angehende Flussmeisterin sorgt sich um Zukunft und Familienplanung

Die angehende Flussmeisterin wünscht sich „mehr Aufmerksamkeit für das Thema Sauberkeit unseres Wassers“. Alle drei Schüler äußerten vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise - sowie des Kriegs in der Ukraine - Bedenken hinsichtlich der eigenen Lebens-Perspektiven bzw. Familienplanung. „Wenn junge Menschen Angst vor der Zukunft haben, dann erschüttert mich das“, entgegnete Friedl. Dabei betonte der 64-Jährige, „dass gerade Umweltschutz mich motiviert hat, politisch aktiv zu werden.“ Seinen eigenen Vater habe er beim Anblick von Chemie-Fabriken gefragt, „wo denn der Rauch der Schlote hingeht“. Klima- bzw. Umweltschutz sei „in erster Linie Menschenschutz“.

Eine Schülerin der Chemie-Klasse meinte, „dass wir in allen Bereichen Verzicht üben müssen“, obwohl „niemand auf etwas verzichten will“. Wachstum sei nicht alles im Leben. Friedl entgegnete, dass man den „Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem“ schaffen müsse. Weil „den Restart-Knopf zurück zur Steinzeit niemand drücken“ wolle. Die Landwirtschaft zum Beispiel habe „im Prinzip immer das produziert, was sich der Verbraucher wünschte“. Friedl selbst stammt von einem landwirtschaftlichen Betrieb in Alling ab.

Techniker-Absolventen aus Altötting dürfen an Technischer Hochschule studieren

Die Gruppe um Dirschedl, Friedl, Resch und Co. schaute danach noch bei Studiendirektor Alexander Schauer und seiner Automatisierungstechnik-Klasse vorbei. Der stellvertretende Leiter der Abteilung für Elektrotechnik demonstrierte - wieder auf beengtem Raum - wie den Schülern neueste Steuerungstechnik aus der Industrie vermittelt werden kann. Robert Resch: „Das Ausbildungsniveau der Techniker ist nicht weit entfernt vom Level der Bachelor-Studiengänge an den Technischen Hochschulen“. Alle absolvierten Techniker hätten mit dem „Abschluss die Studienberechtigung“.

Irokesen-Punk Demo-Arbeit der Friseurinnen an der BSAOE.

Zum Schluss schaute sich die Gruppe noch die kreativen Arbeiten der angehenden Friseurinnen und Friseure an. Friedl versprach Dirschedl, „bei allen Anliegen von Seiten der Schule immer ein offenes Ohr zu haben und am Landtag alle Kontakte zu nutzen, um Ziele zu erreichen“. Schließlich stellten die Freien Wähler den Kultusminister - Michael Piazolo - und den Umweltminister - Thorsten Glauber - im Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder.

-rok- / Video-Schnitt: Heinz Seutter

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