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Freibad St. Georgen wird saniert

Besser Baden: Energie-Studie hat Altöttinger Stadtrat überzeugt - nur den Umweltreferenten nicht

Eine Becken-Abdeckung soll schon bald das Abkühlen des Badewassers in Altötting reduzieren.
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Eine Becken-Abdeckung soll schon bald das Abkühlen des Badewassers in Altötting reduzieren.

Noch ist es nur eine Studie, die die Zukunft des Altöttinger Freibads aufzeigt. Doch die Mitarbeiter vom Hochbauamt der Stadt sind längst damit beschäftigt, das ehrwürdige Freibad St. Georgen auf den neuesten Stand zu bringen. Bei der Sitzung des Stadtrats wurde das Konzept des Ingenieurbüros Brundobler wohlwollend aufgenommen. Nur nicht vom Umweltreferenten.

Altötting - „Wir haben schon Präsentationen erlebt, die in politischen Gremien auf wesentlich stärkere Ablehnung gestoßen sind. Am Mittwoch konnten wir den Stadtrat von Altötting mit unseren Ideen gut abholen. Schade, dass es eine Gegenstimme gab“, so Günther Pfaffinger vom Mühldorfer Standort des Ingenieurbüros Brundobler.

Bei der am 9. März vorgestellten Studie ging es darum, die Zukunft des Freibads St. Georgen zu skizzieren. Gefühlt führt das Altöttinger Bad ein Schattendasein verglichen mit den Bädern in Töging, Wasserburg und Burghausen. Und doch ist es eines der ältesten Heilbäder Deutschlands. Seine Geschichte reicht bis 1465 zurück.

Die Gegenstimme kam ausgerechnet vom Umweltreferenten Toni Dingl (Freie Wähler). Und das, obwohl Pfaffinger und sein Kollege Thomas Lang ein modernes, CO2- und klimafreundliches Mischkonzept aus Photovoltaik und Fernwärme vorstellten. Dingl gibt auf seiner Website „Moderator für die Einführung erneuerbarer Energien“ als Beruf an.

Toni Dingl: „Wir müssen sparsam mit Energie umgehen und können uns nicht alles leisten“

Umweltreferent Toni Dingl begründet seine Ablehnung der „Variante 3“ der energetischen Sanierung des Altöttinger Freibads gegenüber innsalzach24.de folgendermaßen: „Ob man so einen Aufwand mit einer 200 kWp Photovoltaikanlage betreiben muss, um Badewasser von 24 auf 26 Grad Celsius aufheizen zu müssen, bezweifle ich“.

Seiner Meinung nach sind „die Solar-Absorber auf den Dächern des Freibads immer noch in Ordnung und nutzen die Sonnenergie optimal“. Sofern diese regelmäßig gewartet und durchgespült würden, spricht aus Dingls Sicht „nichts dagegen, die Absorber weiter zu verwenden“.

Dingl plädiert dafür, Fernwärme „weiterhin sorgsam zu verwenden“ und es „dem Sonnenlicht zu überlassen, das Badewasser im Sommer aufzuheizen“. Die Abdeckung zum Vermeiden des Abkühlens von Badewasser in den Nachtstunden hält er „durchaus für sinnvoll“.

Lesen Sie hier seine ganze Stellungnahme im Wortlaut (Plus-Artikel von OVB24).

Wie dem auch sei: Alle anderen Mitglieder des Stadtrates von Altötting stimmten für „Variante 3“ des Ingenieurbüros Brundobler. Dieses ist jedoch noch nicht offiziell beauftragt. „Wir hoffen, dass wir den Zuschlag bekommen. Ein Angebot für Planung der Umsetzung haben wir abgegeben“, so Dipl.-Ing. (FH) Günther Pfaffinger von Brundobler.

Bis 2025 werden Heizung, Lüftung, Sanitär, Bädertechnik und Gebäude saniert

Aus Sicht der Stadt Altötting steht das „erste Paket“ einer Schritt-für-Schritt-Erneuerung des Freibads auf dem Programm. Die Arbeiten sollen außerhalb der Badesaison stattfinden. Heizung, Lüftung, Sanitär (Toiletten & Duschen), Elektro, Bädertechnik und die Gebäude-Architektur (Umkleiden/Eingang/Büro) „werden von 2022 bis 2025 durchgeführt“, so Hubert Rabenbauer vom Hochbauamt der Stadt Altötting.

Video zur Rutsche mit Zeitmesser von rutscherlebnis.de :

Die Sanierung der Schwimmbecken ist langfristig ebenfalls geplant, frühestens jedoch ab 2025. Die Stadtverwaltung wird die technische Projektleitung - möglicherweise durch Brundobler - individuell vergeben und die Einzelaufträge für die ausführenden Handwerks- und Baubetriebe in den kommenden Wochen öffentlich ausschreiben.

Kleinigkeiten werden vor Beginn der Sommer-Freibad-Saison 2022 bereits jetzt erledigt: „Wir haben einen neuen Trafo von Bayernwerk installiert. Die Technik für den Chlorraum wird neu verlegt. All das fließt ins Gesamtkonzept ein“, so Rabenbauer.

Der Stadtrat hat diese Variante beschlossen: Die alten Absorber werden durch eine großflächige PV-Anlage ersetzt.

Was steckt nun alles in der beschlossenen „Variante 3“ aus der Brundobler-Studie? „Zunächst soll die Fernwärme im Bad weiter genutzt werden. Dass der Anschluss da ist, war schon vor Jahren die richtige Entscheidung. Das ist auch für den Energieversorger gut, weil das Bad im Sommer (antizyklisch) ein wichtiger Abnehmer von Fernwärme ist“, so Günther Pfaffinger.

Auch die geplante neue 200 kWp Photovoltaikanlage (PV) ist Teil der Sieger-Variante 3. Pfaffinger: „Damit wollen wir die vorhandene Dachfläche optimal nutzen.“ Die alten Solar-Absorbermatten kämen dann weg. Hubert Rabenbauer: „Die Dachabsorber sind in die Jahre gekommen und erneuerungsbedürftig. Es wird ein Systemwechsel stattfinden, da PV-Module für den Freibadfall eine deutlich höhere Energieausbeute bringen. Im Prinzip werden Absorber gegen PV-Module getauscht.“

Laut der Studie von Brundobler sind die Solar-Absorber verbraucht, reparaturanfällig und größtenteils sogar außer Betrieb genommen.

Brundobler-Energie-Studie für das Quellwasser-Bad St. Georgen in Altötting.

Die Stadtrat stimmte am 9. März explizit gegen Variante 1 der energetischen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung - die „Billig-Variante“ mit Kosten in Höhe von 300.000 Euro. Diese wären in 2,9 Jahren amortisiert worden. Dabei wären die Absorber weiter genutzt worden - in Verbindung mit den Beckenabdeckungen zum Wärmeerhalt für den kommenden Badetag.

Die Luxus-Variante 2 erhielt ebenfalls keine Zustimmung. Die Lösung mit Abdeckung, zusätzlich einer 730 kW Luft-Wärme-Pumpe und 200 kWp Photovoltaik hätte in 9,4 Jahren insgesamt 1,3 Millionen Euro gekostet.

Somit wird es voraussichtlich die „goldene energetische Mitte“ der Variante 3 mit Abdeckung und PV-Anlage statt der alten Absorbermatten. Sie verursacht 620.000 Euro Mehrkosten auf den Ist-Zustand, die in 4,2 Jahren amortisiert sein sollen.

Freibad St- Georgen: Breitrutsche mit Zeitmesser und „Speckbretteln“ auf den Tennisplätzen

Die Becken im Freizeit- und Erholungszentrum St. Georgen sind mit eigenem Quellwasser befüllt. Das Badewasser wird mit Solarenergie (Dach-Absorber) und Fernwärme beheizt. Badegäste können ein 50 Meter langes Schwimmerbecken nutzen und ein 1.000 Quadratmeter großes Erlebnisbecken.

Das Erlebnisbecken ist ausgestattet mit Großrutsche und seit 2018 mit Wellenbreitrutsche. Die Großrutsche ist mit einer Zeitmessanlage ausgestattet.

Der drei Meter hohe Wasserfall des Massage-Pilzes läuft jede halbe Stunde für 5 Minuten und liefert 15.000 l/m. Kinder vergnügen sich im 121 m² großen Planschbecken. Für Sportfreunde gibt es eine „Soccer Area“, einen rund 320 m² großen eingezäunten Fußballplatz.

Auf drei Tennisplätzen wird in Altötting traditionell „gespeckbrettelt“ – Tennis auf Holzschlägern. Zwei Beachvolleyballplätze, sechs Tischtennisplatten und ein Basketball-Korb bieten weitere Sportmöglichkeiten. 3 Asphaltbahnen zum Stockschießen mit einem Grillplatz laden zur geselligen Freizeitgestaltung ein.

Quelle: www.altoetting.de

-rok-

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