Circus Carelli in Altötting

Zirkus verärgert über Demo von Aktivisten

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Am Samstag haben in Altötting erneut Aktivisten vor dem Circus Carelli demonstriert
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Altötting - Am Samstag haben Aktivisten mit einer Demo vor dem Circus Carelli für Aufsehen gesorgt. Der Protest trifft nach Ansicht des Zirkus aber die Falschen.

Der "Circus Carelli" war in Altötting zu Gast - und zwar sogar länger als ursprünglich geplant. Vergangene Woche hat der Zirkus den Aufenthalt um drei Tage verlängert - "wegen Riesenerfolges", wie es auf Plakaten hieß. Anders als die Zirkusbesucher waren einige Tierschutzaktivisten allerdings wenig begeistert vom Gastspiel des Circus Carelli. Sowohl am vergangenen Samstag als auch am Sonntag eine Woche zuvor haben sie auf dem Altöttinger Dultplatz gegen Tiere als Entertainer im Zirkus protestiert.

Wie die Agentur timebreak21 meldet, demonstrierten am Samstag mehr als 20 Aktivisten und verteilten Flugblätter an die Zirkusbesucher - offenbar teilweise mit Erfolg. Eine junge Familie soll wegen der Demonstration auf einen Zirkusbesuch verzichtet haben. Womöglich war dies nicht die letzte Aktion der Aktivisten in der Region. Einer von ihnen erklärte gegenüber timebreak21: "Der Landkreis hat Potential und wir werden in den nächsten Wochen eine Aktionsgruppe Chiemgau ins Leben rufen, welche dann auch unter anderem im Landkreis Altötting sehr aktiv sein wird."

"Ich kann nicht irgendwelche Menschen verurteilen"

Der Circus Carelli ist wenig begeistert von der Aktion. Die Verantwortlichen sehen sich zu Unrecht am Pranger. Gegenüber innsalzach24.de hat sich Ramona Spindler geäußert, die sich beim Circus Carelli gemeinsam mit ihrem Bruder um die Tiere kümmert. "Wir haben ja angeboten, dass sie (die Aktivisten, Anm. d. Red.) kommen und sich die Tiere anschauen. Dann können sie sich ihre eigene Meinung bilden", erklärt Spindler. "Und wenn sie dann meinen, die Tiere werden nicht artgerecht gehalten oder werden gequält, dann können sie protestieren. Aber ich kann doch nicht irgendwelche Menschen verurteilen, wenn ich gar nicht weiß, wie es den Tieren geht." Beim Zirkus gebe es einige schwarze Schafe und da hätten die Aktivisten auch recht. "Aber bei uns müssen sie erstmal gucken und dann können wir reden."

Spindler beteuert, dass es den Tieren in ihrem Zirkus gut gehe und man von den Veterinärämtern stets Bestnoten bekomme. Auf Anfrage von innsalzach24.de bestätigt das Altöttinger Veterinäramt, dass bei der Haltung und beim Tierschutz nichts zu beanstanden gewesen sei. Haltung, Pflegezustand und Ernährungszustand der Tiere seien gut. Zudem habe der Zirkus ein neues Stallzelt mit großen Boxen. Der Dultplatz sei zwar kein optimaler Standort, was den Auslauf der Tiere betrifft. Den vorhandenen Platz habe der Zirkus aber optimal genutzt.

Bilder von der Demo:

Aktivisten demonstrieren vor dem Zirkus

"Die Besucher haben sich halb totgelacht"

Spindler ärgert ebenfalls, dass die Aktivisten auf Plakaten und mit einem Elefantenkostüm einen Bezug zu Wildtieren hergestellt haben. Wildtiere wie Elefanten oder Löwen im Zirkus einzusetzen ist gesellschaftlich umstritten. Nach einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen Anfang des Jahres lehnt eine Mehrheit der Deutschen Wildtiere im Zirkus ab.

Das Problem beim Protest in Altötting ist aber, dass der Circus Carelli keine Wildtiere hält. "Wir haben gar keine Wildtiere. Die Besucher haben sich halb tot gelacht", sagt Spindler. "Wir haben nur Pferde, Kamele, Hunde, Ziegen, Lamas, Esel, aber keine Wildtiere. Die sollen da hin, wo es ihnen auch gut geht." Tatsächlich ist auch ein exotisches Tier wie ein Kamel nichts anderes als ein domestiziertes Haustier. Die Aktivisten sollten deshalb dort demonstrieren, wo tatsächlich Wildtiere gehalten werden, findet Spindler. Ein Protest vor dem Circus Carelli samt Aktivisten im Elefantenkostüm ist für sie deshalb "lachhaft".

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