Eine neue FOS/BOS für Altötting?

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Altötting - Raumnot und Verkehrsprobleme plagen Lehrer und Schüler am Altöttinger Schulzentrum schon lange. Schafft eine neue Schulanlage für die FOS/BOS Abhilfe?

Mehr als 4200 Schüler besuchen tagtäglich die Berufsschule, die FOS/BOS und das König-Karlmann-Gymnasium in der Kardinal-Wartenberg-Straße. Verkehrsprobleme durch die vielen Busse und Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, sind an der Tagesordnung. "Das führt bei uns täglich zum Kollaps", sagte Berufsschulleiter Carlo Dirschedl im Gespräch mit innsalzach24. Lehrer und Schüler von Berufsschule und FOS/BOS plagt zudem eine Raumnot. Die beiden zusammen fast 3500 Schüler starken Schulen teilen sich Räume in allen sechs Gebäuden des Schulzentrums Altötting, feste Zuständigkeiten gibt es nicht. Gleich zwei sogenannte externe Evaluationen aus den Jahren 2006 und 2011 kamen zu dem Ergebnis, dass die Schulanlage getrennt werden muss. Eine Lösung ist jedoch bis heute nicht gefunden.

"Neue FOS/BOS halb so teuer wie neue Berufsschule"

Jetzt hat Berufsschulleiter Dirschedl die Initiative ergriffen und in einem Schreiben an den Landrat, die Kreistags-Fraktionssprecher und Vertreter von Schul- und Aufsichtsbehörden angeregt, ein neues Gebäude für die FOS/BOS an einem anderen Standort zu errichten. Bislang war vor allem eine Erweiterung des bestehenden Komplexes diskutiert worden. Dirschedl möchte damit erreichen, dass sich "alle zusammensetzen und eine sehr gute Lösung suchen", erklärte der Schulleiter. Eine Umsiedlung der Fach- und Berufsoberschulen wäre nach Ansicht Dirschedls nur rund halb so teuer wie die Errichtung einer neuen Berufsschule. Die Investition in eine neue Berufsschule war mit Verweis auf die hohen Kosten von 12 bis 15 Millionen Euro zuletzt abgelehnt worden.

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Sowohl die FOS/BOS als auch die Berufsschule haben ihr Angebot in den vergangenen Jahren erweitert. So wurden unter anderem zwei neue Technikerschulen und die FOS 13 geschaffen. Die Schülerzahlen sind dementsprechend freilich gewachsen. Die FOS/BOS verzeichnet auch heuer wieder einen Zuwachs, die Schülerzahlen der Berufsschule sind "ziemlich konstant hoch", erläuterte Dirschedl. Die Bedürfnisse beider Schulen könne man mit den gegenwärtigen Räumlichkeiten nicht mehr befriedigen, so der Schulleiter. Die Berufsschule etwa bräuchte mehr Fachräume. Außerdem soll nächstes Jahr eine Klasse mit Asylbewerbern gebildet werden, für die die Schule aber gegenwärtig schlicht keinen Raum hat.

Den Ausschlag, ein neues Gebäude für die FOS/BOS anzuregen, hat schließlich der Zustand der Bauwerkstätten gegeben, den Dirschedl als dramatisch bezeichnet. Ist die FOS/BOS nicht mehr an der Kardinal-Wartenberg-Straße angesiedelt, könnte man die Räumlichkeiten für die Berufsschule über mehrere Jahre hinweg sehr schnell sanieren, ist der Schulleiter überzeugt.

Landratsamt: "Es gibt verschiedenste Alternativen"

Wäre die FOS/BOS ausgezogen und der Gebäudekomplex damit um rund 1000 Schüler entlastet, könnte die Kardinal-Wartenberg-Straße gänzlich umgestaltet werden. Dirschedl schwebt eine Art Campus vor, autofrei und mit Tischen und Stühlen für die Schüler ausgestattet. Derzeit gebe es dort keine einzige Sitzbank und die Pausenhalle befinde sich auf dem Stand von 1965, erläuterte der Berufsschulleiter. Damals besuchten etwa 1600 Schüler das Schulzentrum. Die Enge wird durch die Unterschiede von Berufsschülern und Fach- beziehungsweise Berufsoberschülern noch verstärkt. "Wir können nicht erwarten, dass die Fach- und Berufsoberschüler unsere Schulkultur leben und umgekehrt", erklärte Dirschedl.

Wie Dirschedls Vorstoß bei den Verantwortlichen angekommen ist, kann noch nicht gesagt werden. Die Überlegungen befinden sich "im Stadium des Beginnens", sagte Klaus Zielinski, Pressesprecher des Landratsamts Altötting, gegenüber innsalzach24. Es gebe noch keine Entscheidung und keine Finanzierung. Eine Aussage darüber, welche Lösung präferiert wird, "wäre Kaffeesatzleserei". "Es gibt verschiedenste Alternativen", so Zielinski. "Man muss eine Lösung finden, die allen Seiten gerecht wird."

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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