Baukonferenz mit heimischen Abgeordneten - Neue Variante Reischach angemeldet

Gute Chancen für Aufstufung von Ortsumgehungen?

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Altötting - Das Staatliche Bauamt Traunstein hat alle drei im Landkreis Altötting geplanten Ortsumgehungen bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans zur erneuten Bewertung angemeldet.

Das Staatliche Bauamt Traunstein hat alle drei im Landkreis Altötting geplanten Ortsumgehungen (B20 Ortsumfahrung Burghausen, B299 Garching a.d.Alz und B588 Reischach) bei der anstehenden Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans zur erneuten Bewertung angemeldet. Der derzeitige Sachstand wurde im Rahmen einer Straßenbaukonferenz den Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer und Tobias Zech sowie den Landtagsabgeordneten Ingrid Heckner und Dr. Martin Huber von Vertretern des Staatlichen Bauamts, an der Spitze dessen Leiter Sebald König, vorgestellt. Dabei stellte sich heraus, dass alle drei Maßnahmen gute Chancen haben, in den Vordringlichen Bedarf aufgenommen zu werden.

Ortsumfahrung Burghausen

Im Raum Burghausen gibt es neben der Ortsumfahrung Burghausen noch weitere Module, die derzeit in Planung sind bzw. bereits im vergangenen Jahr realisiert wurden. Das Gesamtkonzept sieht die Verbesserung der straßenbaulichen Infrastruktur von der A94 im Norden bis nach Höchöster südlich des Ortsteils Pirach auf einer Länge von insgesamt 17 km vor. Die Bundesstraße 20 soll vom bereits neu gebauten Kreisverkehr an der Anschlussstelle Burghausen bis zum Gewerbegebiet am Sulzbogen dreistreifig ausgebaut werden. Für diesen Abschnitt werden derzeit die Planfeststellungsunterlagen vorbereitet. Ziel des Staatlichen Bauamts ist, so König, die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens im Frühsommer 2014.

Im weiteren Verlauf der B20 ist die Ortsumgehung Burghausen zwischen dem Knoten Wegscheid und dem Gewerbegebiet Lindach an der Burgkirchener Straße im Westen von Burghausen geplant. Für diese Neubaumaßnahme werden derzeit die Vorentwurfsunterlagen erarbeitet. Die Planungen hierfür sind dank der Vorleistungen durch den Landkreis Altötting sehr weit fortgeschritten. Der Vorentwurf wird voraussichtlich im Sommer 2014 den vorgesetzten Dienststellen zur Genehmigung vorgelegt.

Im südlichen Anschluss daran ist die Staatsstraße 2107 von Hochöster über Pirach nach Burgkirchen ist im engen Kontext mit der Bundesstraße 20 zu sehen. Sie soll nach Verkehrswirksamkeit der Ortsumfahrung Burghausen zur Bundesstraße aufgestuft werden. Derzeit werden Verbesserungen für den Streckenabschnitt von Pirach bis Hochöster und in weiterer Folge die Ortsumgehung von Pirach mit der Beseitigung des Bahnübergangs im Zuge der Staatsstraße geplant. Für beide Abschnitte im Zuge der St 2107 werden derzeit die Vorentwurfsunterlagen erarbeitet.

Außerhalb der direkten Zuständigkeit des Staatlichen Bauamts Traunstein wird sich MdB Stephan Mayer in Berlin für eine Aufstufung des A94-Abschnittes Marktl-Simbach in den Vordringlichen Bedarf einsetzen.

Ortsumfahrung Garching

Dieses Ziel verfolgen die Abgeordneten auch für die Ortsumgehung Garching a.d.Alz im Zuge der B299. Die Topographie im Bereich Garching erfordert es, hier zwei Bahnbrücken und einen ca. 390 m langen Tunnel im Bereich des Dunstensteins zu planen. Hier gibt es, wie König auf Anfrage von MdB Zech betonte, derzeit aufgrund der noch nachrangigen Einstufung in den Bundesverkehrswegeplan leider keine Planungsaktivitäten. Planungen geben nur Sinn, wenn zeitnah gebaut werden kann. Mit veralteten Planungsunterlagen könnten keine Fortschritte erzielt werden. Mit der Aufnahme der Ortsumfahrung Garching a.d. Alz in den Vordringlichen Bedarf würde sich diese Situation deutlich verbessern. Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang auch der Lückenschluss des Radwegs an der B299 (Brucker Holz). Hier läuft der Grunderwerb.

Ortsumfahrung Reischach

Alle CSU-Abgeordneten unterstützen nachdrücklich die Aufstufung der Ortsumfahrung Reischach in den Vordringlichen Bedarf. Leitender Baudirektor König war hier deutlich optimistischer als bei vorhergegangenen Treffen. Das nun vorliegende und angemeldete Konzept sieht eine Ortsumgehung vor, die gegenüber früheren Planungen wesentlich kürzer ist und auch den geplanten dreistreifigen Ausbau des Fuchsberges mit einbezieht. Es zeichne sich mittlerweile eine Trassenführung westlich der Gemeinde ab.

Zwar müssen aufgrund der Topographie ein zwei Tunnel und eine Talbrücke geplant werden. Eine ursprünglich gleichfalls ins Auge gefasste Variante östlich Reischachs sei topographisch jedoch noch schwieriger, deutlich länger und damit auch kostenintensiver darzustellen. Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass der Verkehr der Kreisstraßen weiter durch den Ort führe, da eine Verknüpfung der beiden Kreisstraßen mit der geplanten Ortsumgehung aufgrund der topographisch anspruchsvollen Verhältnisse nicht möglich ist. Befreit würden die Bewohner aber von der unerträglichen Belastung durch den Durchgangsverkehr, insbesondere den LKW-Verkehr.

MdL Ingrid Heckner betonte, dass es kein Dauerzustand sein könne, dass auf der Nord-Süd-Achse zwischen Straubing und Altötting alle Orte bis auf Reischach eine Ortsumgehung hätten. Nach Fertigstellung der restlichen Abschnitte der A94 zwischen Heldenstein und Pastetten sei, wie MdL Dr. Martin Huber bemerkte, mit einer weiteren Zunahme des jetzt schon unzumutbaren Verkehrs zu rechnen.

MdB Stephan Mayer ergänzte eine Frage zum Ausbau des Fuchsbergs nördlich von Reischach. Nach Auskunft von Herrn König werden derzeit die Planfeststellungsunterlagen erarbeitet. Die Planung ist bereits sehr weit fortgeschritten, so dass die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für Mitte 2014 erfolgen könnte.

Pressemitteilung Stephan Mayer, MdB

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