Autohaus führt Carsharing ein

Altötting schließt zu San Francisco auf

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Drei Fahrzeuge umfasst die Altöttinger Carsharing-Flotte von Thorsten Suttrop.
  • schließen

Altötting - Ein Trend aus den Großstädten hat nun auch den ländlichen Raum erreicht: Ein Altöttinger Autohaus bietet in der Kreisstadt Carsharing an.

Was haben München, Berlin, San Francisco und Altötting gemeinsam? All diese Städte verfügen über ein kommerzielles Carsharing-Angebot. Ganz neu ist der Service in Altötting, in der Wallfahrtsstadt hat Thorsten Suttrop vom gleichnamigen Ford-Autohaus Mitte März das Carsharing eingeführt. Das Prinzip ist simpel: Suttrop stellt Fahrzeuge zur Verfügung, die man stundenweise für einen gewissen Betrag buchen kann. Eine einmalige Anmeldung genügt.

Carsharing - eigentlich ein Phänomen der Großstadt

"Wir versuchen es als Versuchsballon auch auf dem Land", erzählt Suttrop im Gespräch mit unserer Redaktion. Eigentlich sei Carsharing ein Phänomen der großen Städte, so der 45-Jährige, der dies "ein bisschen schizophren" findet. In den Großstädten sei die Infrastruktur schließlich besser als auf dem Land, Bus, U-Bahn und Co. ersetzen das Auto eigentlich ganz gut. Andererseits sei das Einzugsgebiet in Großstädten einfach größer, weshalb Suttrop noch nicht sagen kann, ob sein Carsharing-Projekt rentabel sein wird.

"Ein Jahr haben wir uns in jedem Fall als Testphase gegeben", erzählt Suttrop. "Das Carsharing ist sicher nicht das große Profitcenter am Anfang." Die größte Unsicherheit bei dem Projekt liegt auf der Hand: Auf dem Land haben die Menschen vielleicht einfach schon genug Autos. "Das ist das Risiko: Dass eine flächendeckende Versorgung mit Fahrzeugen, auch mit Zweit- und Drittfahrzeugen schon gewährleistet ist", sagt Suttrop.

Der 45-Jährige ist sich jedoch sicher, dass viele Menschen eben nicht immer ein Zweit- oder Drittauto benötigen, sondern nur ab und zu. "Wir kennen das von unserer Verkaufssituation", sagt Suttrop. Das Carsharing könnte also beispielsweise für die Besorgungsfahrt zwischendurch eine kostengünstige Alternative zum Zweitwagen sein, so Suttrops Überlegung.

Erweiterung des Angebots nicht ausgeschlossen

Sollte sich das Altöttinger Carsharing-Projekt lohnen, ist eine Erweiterung des Angebots nicht ausgeschlossen. Denkbar sind Suttrop zufolge zusätzliche Carsharing Parkplätze in der Kreisstadt, etwa am Krankenhaus, und in der Nachbarstadt Neuötting. Im Moment sind drei Fahrzeuge von Suttrop im Carsharing-Einsatz. Sie sind auf reservierten Parkplätzen am Übergang des Bahnhofvorplatzes in die Traunsteiner Straße, bei der Einfahrt zum Busbahnhof, geparkt. Diese Parkplätze sind der Start- und Endpunkt einer jeden Carsharing-Fahrt.

Wer das Angebot nutzen möchte, muss sich im Autohaus Suttrop, online oder via Smartphone-App gegen einen einmaligen Betrag registrieren. Anschließend bekommt man eine Kundekarte mit einem Chip und kann fortan im Internet oder per App ein Carsharing-Auto buchen. Den Nutzern stehen deutschlandweit die Fahrzeuge des Ford-Carsharing-Netzes zur Verfügung. Darüber hinaus haben die Nutzer Zugang zu Flinkster, dem Carsharing-Netz der Deutschen Bahn.

Buchung 15 Minuten vor Abfahrt möglich

Im Unterschied zum klassischen Mietwagen sind Buchungen beim Carsharing auch kurzfristig möglich, bei Suttrop beträgt die Karenzzeit lediglich 15 Minuten. Tanken muss man auch nicht zwingend, denn sämtliche Kosten werden über eine Zeit- und Entfernungspauschale abgerechnet. Je nach Tageszeit und Fahrzeugtyp kostet die Nutzung zwischen 1,50 Euro und acht Euro, zuzüglich 19 Cent pro gefahrenem Kilometer. Für den Fall der Fälle liegt eine Tankkarte im Auto bereit.

Suttrop ist recht früh auf den Carsharing-Zug aufgesprungen. Das Angebot hat Ford erst im Herbst 2013 eingeführt, schon damals hat sich der 45-Jährige für die Idee begeistert und erste Gespräche mit der Stadt Altötting geführt. "Ich bin diesen neuen Sachen gegenüber grundsätzlich sehr aufgeschlossen", sagt Suttrop, der von der Zukunftsfähigkeit der Carsharing-Idee überzeugt ist. "Die Mobilität verändert sich einfach bei den Leuten."

Zurück zur Übersicht: Stadt Altötting

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser