Stadt Altötting verabschiedet neue Verordnung

Große Hunde müssen an die Leine: "Der Mensch hat mehr Recht"

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Die neue Verordnung zwingt große Hunde an die Leine.
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Altötting – In der jüngsten Stadtratssitzung wurde eine Verordnung verabschiedet, die ab dem 1. Januar Besitzer großer Hunde dazu zwingt, ihre Tiere anzuleinen.

Mit drei Gegenstimmen wurde die Verordnung vom Stadtrat beschlossen. Demnach dürfen ab dem 1. Januar große Hunde und Kampfhunde im Gebiet „Mörnbachtal-Gries“ zu jeder Tages- und Nachtzeit nicht mehr frei herumlaufen, sondern an der Leine geführt werden.

Das Thema sorgte in der Sitzung für große Diskussionen. Vorausgegangen war ein Antrag von Stephan Antwerpen (CSU), dem viele Bürger mitgeteilt hätten, sie würden den Gries meiden – aus Angst vor frei laufenden Hunden. „Viele Hundebesitzer haben ihre Tiere im Griff, aber es gibt immer wieder Ausnahmen“, so Antwerpen.

Besonders seit der Eröffnung des Naturlehrpfades im Gries wären laut Antwerpen viel mehr Menschen in diesem Gebiet unterwegs, darunter auch viele Kinder. Nach Abwägung der Interessen, „habe der Mensch dann mehr Recht“, begründet Antwerpen seinen Antrag.

Kaum Gebiete für Hunde vorhanden

Im eingerahmten Gebiet zählt ab 1. Januar 2020 die neue Verordnung.

Toni Dingl (FW), selbst ein Hundebesitzer, sprach sich gegen ein Generalverbot aus. Für ihn wird es langsam eng, noch Gebiete für seinen Hund zu finden, wo dieser frei herumlaufen könnte. Weder in der Siedlung, im Wald oder auf Feldern dürften Hunde frei herumtoben. „Der Gries war noch eines der wenigen Gebiete, wo das möglich gewesen ist“, so Dingl.

„Hunde müssen laufen können. Die Besitzer sind in der Pflicht, andere Gruppen zu schützen“, so Dingl. Man könnte die Hundebesitzer anschreiben und auf diese Pflicht hinweisen. Hinzu kommt, dass er sichan keinen einzigen Fall erinnern könnte, dass etwas passiert wäre.

Als Gegenvorschlag brachte er ein Zeitfenster ins Spiel. Beispielsweise könnte man überlegen, ob dieses Verbot nur von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends gelte. Ebenso im Winter könnte die Verordnung ausgesetzt sein, wenn sich sowieso weniger Personen im Gries aufhalten würden. Bürgermeister Herbert Hofauer (FW) hielt dem entgegen, dass dies jedoch nicht zu kontrollieren wäre.

Hubert Rothmayer (SPD) merkte an, dass dieses Gebiet für Hunde gedacht wäre, die Tiere frei herumlaufen zu lassen. Ebenso störte ihn auch die Formulierung „große Hunde“. Kleine Hunde könnten ebenso sehr giftig sein.

Hunde ab 50 Zentimeter könnten laut Hofauer allerdings Kinder umrennen. „Ein Dackel kann man mit solch großen Hunde nicht vergleichen. Mein Hund war auch groß und gut erzogen. Dennoch hat er Leute angesprungen, wenn er sich gefreut hat“, so der Bürgermeister.

Diese Hunde sind betroffen

Die Verordnung, gültig zum 1. Januar 2020, beschreibt große Hunde als „Hunde, deren Schulterhöhe mindestens 50 Zentimeter beträgt“. Ebenso zählen erwachsene Hunde der Rassen Schäferhund, Boxer, Dobermann, Rottweiler und Deutsche Dogge stets als große Hunde. Die Leine muss reißfest sein und darf eine Länge von 1,50 Meter nicht überschreiten.

Ausgeschlossen von dieser Regelung sind Blindenführhunde, Diensthunde der Polizei, Hunde, die zum Hüten einer Herde eingesetzt sind, Rettungshunde sowie Hunde, die im Bewachungsgewerbe eingesetzt werden. Derzeit gibt es knapp 350 Hundebesitzer in Altötting, wovon sich ein großer Teil nun einen anderen Platz zum frei herumlaufen suchen muss.

jz

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