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Beschwerde über Schulzentrum Altötting

Rauchen Schüler auf dem Schulgelände? Carlo Dirschedl: „Die Kritiker sollen bitte ihren Namen nennen“

Raucher an Schule
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Obwohl tendenziell immer weniger Schüler in Bayern rauchen, sorgt die schlechte Angewohnheit weiterhin für reichlich Ärger.

Eine anonyme Beschwerde einer Frau ist bei innsalzach24.de eingegangen. Die Anschuldigungen sind schwer. Angeblich wird auf dem gesamten Schulgelände der Berufsschule Altötting munter geraucht. Das gefährde die Gesundheit minderjähriger Kinder massiv. Ist das wirklich so? Werden Vorschriften und Nichtraucherschutz einfach so missachtet? Schulleiter Carlo Dirschedl über namenlose Kritik und das eigentliche Kardinalproblem.

Altötting - Einen Vorwurf im anonymen Schreiben - das unserer Redaktion vorliegt - entkräftet OStD Carlo Dirschedl selbst: „Es ist mir nicht egal, wenn Vorschriften zum Schutz der Gesundheit Minderjähriger missachtet werden oder Schüler gegen die Hausordnung verstoßen und auf dem Schulgelände rauchen.“ Auch die Regierung von Oberbayern habe der betreffenden Person inhaltlich identisch geantwortet. Die Pausenaufsicht sei stets bemüht, alle Vorfälle zu entdecken und zu ahnden. Wenn Schüler rauchten, dann „vor allem auf den Gehwegen vor den Schulgebäuden an der Neuöttinger Straße und der Kardinal-Wartenberg-Straße“, so Dirschedl.

Einer der Haupt-Kritikpunkte lautet, dass Kinder durch „Pulks rauchender älterer Schüler gehen müssen, wenn sie morgens auf dem Schulweg“ sind. Der Schulleiter „bedauert solche Dinge außerordentlich, die leider tatsächlich vorkommen können“. Nur habe die Schule „auf öffentlichen Straßen oder Gehwegen keine rechtliche Handhabe gegen volljährige Raucher.“ An überdachten Bushaltestellen vor Schulen „können wir ebenfalls nichts dagegen tun, wenn Minderjährige neben volljährigen Rauchern, z. B. bei Regen, dicht gedrängt nebeneinander stehen“, so der Schulleiter.

Rauchen und der Kauf von Tabakwaren sind erst ab 18 Jahren gestattet

Gemäß Jugendschutzgesetz ist das Rauchen in Deutschland erst mit 18 Jahren erlaubt. Auch der Kauf von Tabakwaren ist unter 18 theoretisch nicht möglich. Doch viele Jugendliche wenden alle Tricks an, um diese Verbote auszuhebeln. Dirschedl: „Hinzu kommt an unseren Beruflichen Schulen die Besonderheit, dass viele unserer 2.300 Schüler bereits volljährig sind.“ Alle Schulen mit volljährigen Schülern hätten ähnliche Probleme: „Ich versuche, an die Jugendlichen heranzukommen, wenn ich unangemessenes Verhalten sehe. Da muss man den richtigen Ton treffen.“

Eine große Herausforderung ist laut Dirschedl zudem „die Kontrolle der Schülerbewegungen auf dem Schulgelände, das in Altötting alles andere als ideal gestaltet ist. Die Notwendigkeit einer Umgestaltung sprechen wir seit 20 Jahren an und jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache“. Die Verkehrswege werden aktuell überplant, FOS/BOS und BSAOE werden in den kommenden zehn Jahren neu gebaut bzw. von Grund auf modernisiert. Der Platz im Freien am Schulzentrum sei „aktuell sehr begrenzt“ - so der Schulleiter - und „Baustellenverkehr nach dem Abriss der einsturzgefährdeten Turnhalle am Karlmann-Gymnasium“ habe die Situation weiter verschärft. Es gebe „zu hohen Druck auf den „Schülerverkehrswegen“. Besonders eng werde es zu Stoßzeiten auf dem Weg von der Bushaltestelle zum Karlmann-Gymnasium (siehe Abbildung unten).

Regierung von Oberbayern bestätigt die Schulleitung von Altötting

Was Carlo Dirschedl wichtig ist: „Dass unsere Schulfamilie zusammenhält. Denn wir wollen alle beständig besser werden. Kritiker, die ihren Namen nicht nennen, tragen nichts dazu bei. Ich habe der betreffenden Person ein Gespräch mit Begehung der Schule angeboten. Das wurde nicht wahrgenommen. Die Beschwerde wurde über die Regierung von Oberbayern an mich herangetragen; die keinerlei Fehlverhalten von Schule und Schulleitung zu bemängeln hatte.“

OStD Carlo Dirschedl zeigt eine Engstelle auf dem Schulweg von der Bushaltestelle zum Gymnasium (gelbe Linie).

Unsichtbare Gegenseite klagt über Hilflosigkeit und Untätigkeit der Behörden

Aus den Worten der anderen „unsichtbaren Seite“ - offenbar eine Mutter von minderjährigen Schulkindern, die das Schulzentrum in Altötting besuchen - spricht dagegen Hilflosigkeit: „All diese Behauptungen sind Schutzbehauptungen und entsprechen nicht der Realität. Es wird munter geraucht und gemüllt, was das Zeug hält. Seit Beginn der Corona-Pandemie wird auf dem gesamten Schulgelände der Berufsschule Altötting geraucht. Wie Schüler mitteilen, geschieht dies nicht nur unter Billigung der Lehrkräfte und der Schulleitung, sondern auf deren explizite Anweisung.“

Carlo Dirschedl: „Dieser Vorwurf ist unverschämt und entbehrt jeglicher Grundlage. Eine Anweisung zum Rauchen geben wir bestimmt nicht. Wir appellieren immer an die Einsicht aller Beteiligten und klären Schüler zu den Gefahren des Rauchens auf. Lehrer, die für die Pausenaufsicht eingeteilt sind, kontrollieren und sanktionieren bei Bedarf. Doch sie sollen und dürfen Schüler nicht über die Maßen provozieren. Nochmal: Wir haben auf öffentlichen Gehsteigen nichts zu sagen! Man macht uns hier zum Sündenbock für räumliche, verkehrstechnische Gegebenheiten, die wir nicht zu verantworten haben."

Schulzentrum Altötting mit über 3.000 Schülern „Querschnitt der Gesellschaft“

Seiner Meinung nach ist ein Schulzentrum dieser Größenordnung - mit mehreren Schularten und weit über 3.000 Schülern - „ein Querschnitt unserer ganzen Gesellschaft. Und in der wird Alkohol getrunken und geraucht.“ Was ihn persönlich ärgert und trifft, „ist die Tatsache, dass mit Kritik dieser Art vor allem meistens die Berufsschüler an den Pranger gestellt werden, obwohl Schüler der anderen Schulen ebenfalls rauchen und die Raucher sich oft zusammenstellen“.

Die Corona-Pandemie habe eine „neue Lösung mit dem Standort der Raucher außerhalb des Schulgeländes notwendig gemacht, da niemand mehr dicht gedrängt stehen durfte“. Volljährige Schüler versammelten sich auf den Gehwegen - oder jenseits der alten B12 Brücke oder am Ende der Kardinal-Wartenberg-Berg-Straße. Dirschedl: „Das führte zu Klagen von Radfahrern, der AOK und der Polizei wegen auf der Brücke stehender Schüler. Ich habe seit Jahren einen ganz konkreten Vorschlag, wie wir das Problem kurzfristig lösen könnten: Sperrung der Kardinal-Wartenberg-Straße für den Durchgangsverkehr. Damit könnten wir den dringend benötigen Raum aktuell zumindest provisorisch schaffen. Eine bessere Idee haben wir derzeit leider nicht.“

-rok-

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