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Impf-Sonderaktion in Altötting

Rund 2.500 Freiwillige „ohne Termin“ mit Astrazeneca geimpft

Rund 2.500 Freiwillige konnten in Altötting ohne Termin geimpft werden.
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Rund 2.500 Freiwillige konnten in Altötting ohne Termin geimpft werden.

Zum wiederholten Mal konnten sich Freiwillige am vergangen Pfingstwochenende auch „ohne Termin“ im Altöttinger Hallenbad mit dem Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen.

Altötting - Ende April, am 9. Mai und nun am vergangenen Wochenende machte die Belegschaft des Impfzentrums im Altöttinger Hallenbad Sonderschichten. Insgesamt etwas mehr als 2.500 Landkreisbürger erhielten dabei eine Erstimpfung durch das Präparat der Firma Astrazeneca. Wie das Altöttinger Landratsamt auf Nachfrage mitteilte, war auch die dritte Sonderimpfaktion am vergangenen Wochenende ein voller Erfolg. Dabei wurden am Freitag von 18 bis 20 Uhr rund 400 Impfdosen und am Samstag nochmals 350 an Mann und Frau gebracht. „Inzwischen haben wir insgesamt rund 50.000 Impfungen durchgeführt“, erklärte ein Sprecher des Landratsamtes im Hallenbad. Rund 41.000 Bürger des Landkreises haben also schon eine Erstimpfung im behördlich geführten Impfzentrum erhalten, weitere knapp 10.000 Personen bei ihren Hausärzten.

Zweitimpfungen sind es im Impfzentrum aber erst rund 10.000, bei den Hausärzten sogar nur 500. Damit sind erst etwa 10% der Bürger vollständig geimpft und haben einen Impfpass erhalten. Hintergrund für die Sonderaktionen war, dass das Altöttinger Landratsamt in den vergangenen Wochen besonders viele Dosen des umstrittenen Impfstoffs erhalten hatte. „Der erste Termin kam aufgrund einer Sonderlieferung von 4.300 Impfdosen Astrazeneca zustande“, erinnert sich Landkreis-Pressesprecher Markus Huber. Zwar wurden in dem Zuge bis Mitte April auch rund 3.500 priorisierte Bürger im normalen Impfablauf mit dem Vektorimpfstoff versorgt. Dennoch hatten viele der über 60-Jährigen, für welche die Impfungen eigentlich vorgesehen waren, eine Impfung mit dem zeitweise in der Kritik stehenden Präparat bereits bei der Terminvergabe abgelehnt.

Daher machte das Altöttinger Landratsamt aus der Not eine Tugend und rief nun bereits zum dritten Mal alle Bürger, also auch solche ohne Priorisierung, dazu auf, sich über eine spezielle Internetseite des Altöttinger Landratsamtes anzumelden(https://www.lra-aoe.de/news/sonderimpfaktion). Einzige Voraussetzung für eine erfolgreiche Terminvergabe ist dabei, dass die Freiwilligen auch bereits über https://impfzentren.bayern/ registriert sind. „Zwar wird für unter 60-jährige ein mRNA-Impfstoff empfohlen, doch freiwillig dürfen auch Jüngere Astrazeneca nehmen“, verweist Markus Huber auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission der Bundesregierung(STIKO).

Für alle „Sondergeimpften“ in Altötting gab es eine individuelle Risikoaufklärung über die Gerinnungsproblematik (VITT). Weitere Termine für Sonderimpfungen gibt es momentan noch nicht. Die Empfehlungen der STIKO spielen eine besondere Rolle für das Altöttinger Impfzentrum: „Bei individueller Risikoaufklärung ist gemäß den Empfehlungen der STIKO seit dem 1. April möglich, dass auch unter 60-Jährige zweifach mit Astrazeneca geimpft werden“, teilt die Pressestelle des Altöttinger Landratsamtes auf Nachfrage mit. Zwar wird jüngeren Menschen in den Impfhinweisen vom 23. April bezüglich der Erstimpfung mit Astrazeneca immer noch eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff(Biontech oder Moderna) empfohlen. Allerdings wurden die Freiwilligen im Altöttinger Hallenbad ja auch explizit über das minimal höhere Risiko aufgeklärt, das mit dem Vektorimpfstoff einher geht. „Dadurch ist natürlich dann auch die Zweitimpfung mit Astrazeneca möglich“, erklärt Pressesprecher Markus Huber.

Deswegen wurden bei den Sonderimpfaktionen in den vergangenen Wochen dann auch gleich entsprechende Impftermine nach jeweils zwölf Wochen vereinbart. Der Erfolg der Sonderaktionen gibt der im Altöttinger Impfzentrum angewandten Praxis Recht: mehr als 2.500 Personen nahmen im vergangenen Monat das freiwillige Angebot des Landratsamtes an und haben auf diesem Wege eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten, obwohl sie nach dem normalen Priorisierungskatalog noch gar nicht an der Reihe gewesen wären. „Wenn man nur auf diesem Wege seine Bürgerrechte zurückkommt, dann ist das doch in Ordnung“, begründete ein Teilnehmer an der Sonderimpfaktion seine Bereitschaft, sich mit dem zeitweilig umstrittenen Astrazeneca impfen zu lassen. Erfahrungsgemäß entwickeln sich nach der Impfung mit dem Vektorimpfstoff zwar stärkere Nebenwirkungen, wie beispielsweise hohes Fieber oder Schüttelfrost, die aber in der Regel nach wenigen Stunden abgeklungen sind.

Der Impfschutz, der sich durch den Vektorimpfstoff gegen das Coronavirus entwickelt soll laut bisheriger statistischer Erhebungen im Vergleich zu anderen Präparaten sogar geringfügig höher sein, wie es in den Impfhinweisen vom 23. April heißt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei Erstimpfung mit Astrazeneca heftigere Nebenwirkungen auftreten, als bei den anderen Stoffen“, erklärte ein Sprecher des Landrastamtes im Impfzentrum, „doch bei der Zweitimpfung ist es umgekehrt“. Über weitere Sonderimpfaktionen im Landkreis Altötting ist derzeit nichts bekannt, sie erfahren es aber hier auf innsalzach24.de, wenn es soweit ist.

pbj

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