Ökonomischste Variante erhielt den Zuschlag

Für bis zu 1,9 Millionen Euro: Altöttinger Rathaus soll renoviert werden

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Eine neue Schließanlage gehört zu den dringenden Renovierungsarbeiten des Altöttinger Rathauses.
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Altötting - Der umfänglichste Renovierungsvorschlag erhielt auf der Sitzung des Stadtrates im September den Zuschlag. Von 955.000 bis 1,9 Millionen Euro reichten die vier Alternativen, die Architekt Johannes Wiesbauer aus Burgkirchen am Mittwoch den Altöttinger Räten präsentierte.

Ein Stadtratsbeschluss vom Februar 2018 hatte diese Planungen ins Rollen gebracht, weil die bisherige Hausmeisterwohnung, die sich auf der Ostseite über den zweiten und dritten Stock erstreckte, frei geworden war und es der Stadtverwaltung zunehmend an Platz für dringend benötigte Unterlagen fehlt. Gegen die Stimmen der Stadträte Schneiderbauer, Poletty(beide CSU) sowie Dingl, Erdmann und Heuwieser(alle FW) erhielt der Beschluss-Vorschlag der Stadtverwaltung, der laut Aussage von Bauamtsleiter Hubert Rabenbauer die ökonomischste Variante darstellt, den Zuschlag. Zur Finanzierung der Maßnahme werden nach den 600.000 Euro, die bereits im Haushalt 2019 zurückgestellt waren, in den kommenden drei Jahren noch jeweils 436.000 Euro nachgetragen. Eine Förderung durch den Freistaat wird es Bürgermeister Herbert Hofauer zufolge nicht geben.

Nach 35 Jahren soll das Rathaus renoviert und aufgestockt werden

Grundsätzlich sind die vorgesehenen Maßnahmen in zwei Bereiche zu trennen: Einerseits müssen die bestehenden Geschäftsräume und die Fassade des Rathauses renoviert werden. In diesem Zuge sollen beispielsweise isolierende Fenster eingebaut werden, die es bei der letzten Renovierung im Jahr 1984 noch überhaupt nicht gab. Außerdem soll bei dieser Instandsetzung das Bürgermeisterzimmer renoviert und die Flure teilweise neu möbliert werden. Es muss eine Alarmanlage eingebaut und die Notstromeinspeisung erneuert werden. Zu guter Letzt soll das ganze Haus eine neue elektronische Schließanlage bekommen. Diese notwendigen Arbeiten schlagen alleine mit 585.000 bis 654.000 Euro zu Buche.

"Das glaube ich niemals, dass eine Treppe nur 10.000 Euro kostet"

Darüber hinaus standen insgesamt vier unterschiedliche Varianten mit Kosten von 370.000 Euro bis hin zu 1,25 Millionen Euro zur Wahl. Vor allem die Art und Weise des Ausbaus des Dachgeschoßes stand daher zur Diskussion. Nach dem jetzt beschlossenen Plan soll der komplette Dachstuhl des Rathauses isoliert und statisch verstärkt werden, sodass dann ein drittes und viertes Geschoß zur intensiven Aktenlagerung genutzt werden können. Bisher werden diese Geschoße nämlich nur teilweise genutzt und dienen vor allem der Lagerung von Archiv und Registraturunterlagen. „Das glaube ich niemals, dass eine Treppe nur 10.000 Euro kostet!“, zweifelte beispielsweise SPD-Fraktionssprecher Hubert Rothmayer, an der Installation, die den Verwaltungsmitarbeitern den Zugang zu dringend benötigten Unterlagen im Dachgeschoß erleichtern soll. Auch CSU-Bürgermeisterkandidat Stephan Antwerpen hatte Zweifel geäußert. „Ob man die Isolierung da nicht günstiger nach dem vierten Geschoß abschließen kann?“, fragte der Schreiner-Lehrer von der Altöttinger Berufsschule beispielsweise in Richtung des Architekten. Auch wollte Antwerpen wissen, ob der Bedarf für mehrere hundert Quadratmeter an Regalflächen in Zeiten der Digitalisierung wirklich notwendig sei.

Größter Kritiker war schließlich Dr. Stefan Schneiderbauer(CSU), dessen Meinung sich beispielsweise Stadtrat Toni Dingl(FW) und andere Räte anschlossen. Er war der Ansicht, dass das Stadtarchiv, das durch den nun beschlossenen Plan nun umfangreich erweitert werden soll, möglicherweise in einem eigenen, neu zu errichtenden Gebäude, besser untergebracht sei. Bisher war Stadtarchivarin Dr. Ulrike Scholz mitsamt einem Teil des Archivs in einem 30 Quadratmeter großen Raum im dritten Stock untergebracht. Nun soll sie ein größeres Büro erhalten, das gleichzeitig als Leseraum für die Öffentlichkeit gedacht ist.

Peter Becker

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