5000 Euro für Familien ausgelobt

Altöttinger Familien bekommen über neues „Bonus-Paket“ jährlich 5000 Euro

Die Gruppierung in fünf Altersklassen soll vereinfachen, dass leichter ein der Reife der Kinder entsprechendes Angebot gefunden werden kann. Weiterhin dürfen aber auch Eltern Stempel sammeln.
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Die Gruppierung in fünf Altersklassen soll vereinfachen, dass leichter ein der Reife der Kinder entsprechendes Angebot gefunden werden kann. Weiterhin dürfen aber auch Eltern Stempel sammeln.

Der Altöttinger Stadtrat hat am Mittwoch ein Förderprogramm beschlossen, bei dem die Familien aus der Wallfahrtsstadt künftig bis zu 5000 Euro erhalten können.

Altötting - Seit dem Jahr 2007 gibt es für Altöttinger Familien ein Bildungsprogramm des Rathauses. Seither konnten Familien, die sich beispielsweise konstruktiv in die Kindergartenarbeit einbringen, oder an entsprechenden Veranstaltungen teilnehmen, eine kostenlose Familien-Jahreskarte für das Freibad in St. Georgen erhalten. „Wir wollen das jetzt stark ausweiten“, erklärte Angelika Tupy (CSU), die Referentin für Schulen, Kindertagesstätten und Spielplätze. Sie hatte bei der Vorstellung des Programms am Mittwoch bereits Musterdrucke dabei. Das Gremium war nach einer intensiven Diskussion einstimmig dafür, zu diesem Zweck für dieses Jahr nachträglich 5000 Euro im laufenden städtischen Haushalt einzuplanen.


Grundlegende Kritik am neuen „Altöttinger Bonus-Paket“, an dem neben der Schulreferentin auch Jugendreferent Holger Gottschalk (SPD), Vereinsreferent Wolfgang Sellner und Familienreferentin Elisabeth Straßer (beide CSU) mitgewirkt haben, gab es keine. Vielmehr bedankten sich die meisten Stadträte für das Engagement der Referenten um die bereits in gedruckter Form vorliegenden Pakete, die ab sofort telefonisch(08671/506212) oder per Mail(monika.kranich@altoetting.de) gratis im Rathaus geordert werden können. Man erhält dann eine bunte Kartonmappe im Format A5, in der man insgesamt fünf farbige Heftchen für alle Altersstufen bis 16 Jahren findet. Gegliedert in Phasen von drei oder vier Jahren, gilt es darin jeweils acht Stempel zu sammeln, um sich einen City-Card-Gutschein in Höhe von 150 Euro zu verdienen.

Zwar wird es dann in Zukunft keine Jahreskarte mehr fürs Freibad geben, doch „der Vorteil ist, dass sich das Programm jetzt auch direkt an die Kinder und Jugendlichen richtet“, erklärte Vereinsreferent Wolfgang Sellner. Denn beim alten Programm konnten die Stempel praktisch nur von den Eltern gesammelt werden. In Zukunft sollen aber Kinder und Jugendliche selbst aktiv werden, indem sie beispielsweise ein Schwimmabzeichen machen, sich oft in der Stadtbücherei etwas ausleihen oder regelmäßig in einem Verein mit machen. „Das ist ja auch eine Chance für die Jugendabteilungen der Vereine“, warb Familienreferentin Elisabeth Strasser für die Idee.


Denn die Liste der möglichen Angebote sollte nach dem Wunsch der Referenten stetig wachsen und aktualisiert werden. Auch Jugendreferent Holger Gottschalk (SPD) rief die Vereine der Kreisstadt, die eine aktive Jugendarbeit betreiben, dazu auf, sich ebenfalls zu beteiligen. Die Übersicht über mögliche Veranstaltungen und Angebote wird auf der Homepage der Stadt ständig aktualisiert.

Für die Familien bietet das Förderprogramm aber bereits jetzt viele Möglichkeiten. So sei es zum Beispiel möglich, sich die Teilnahme an einem Prager-Eltern-Kind-Programm im Heftchen der Altersstufe 0 bis 3 Jahre bestätigen zu lassen. „Das wird in Altötting selbst momentan gar nicht angeboten“, erklärte Schulreferentin Angelika Tupy auf Nachfrage. Doch auch wenn man daran in einer Nachbarstadt oder sogar einem anderen Landkreis teilnähme, könne dies gelten: „es muss halt eine Altöttinger Familie sein!“, erklärte die Stadträtin im Gespräch. Ab sofort wollen daher nicht nur die Referenten für das Bonus-Paket werben, sondern es soll auch an Schulen und den Kinder und Jugendeinrichtungen bekannt gemacht werden.

Auch wenn es von Anfang an kaum Bedenken gegen das Projekt gab, so beteiligten sich alle Fraktionen und Gruppierungen mit konstruktiven Verbesserungsvorschlägen. Fraktionssprecher Konrad Heuwieser(FW) meinte, man müsse entweder die Gutscheinsumme absenken oder die im Haushalt eingeplante Summe erhöhen, um mehr Familien einen Gutschein garantieren zu können.

„Im Schnitt der letzten Jahre haben da etwa 40 Familien gemacht“, rechtfertigte Bürgermeister Stephan Antwerpen(CSU) die Beschlussvorlage. Auch war der Freie Wähler im Hinblick auf die vielen Mitbürger mit Migrationshintergrund dafür, die Heftchen auch in einigen anderen Sprachen aufzulegen. Um die Kosten für eine mehrsprachige Auflage der Pakete zu sparen, schlug Fraktionssprecher Hubert Rothmayer (SPD) stattdessen vor, dass die Fremdsprachen ja auf der Internetseite der Stadt ergänzt werden könnten. David Pietzka (Die Liste) kritisierte wiederum, dass Ministranten ebenfalls für ihr Engagement einen Stempel erhalten könnten. Außerdem bekundete er im Namen seiner Fraktion, dass die Kosten mehrerer Vereinsmitgliedschaften über Jahre möglicherweise nicht im Verhältnis zu einem 150-Euro-Gutschein stünden.

Damit hatte AfD-Stadtrat Hans-Ulrich Mayr eine Steilvorlage, der, „um Verwaltungsaufwand einzusparen“ mit dem Geld lieber gleich bedürftigen Familien die Vereinsmitgliedschaften erstatten wollte. Letzterer Vorschlag wurde aber vom Vereinsreferenten mit dem Hinweis darauf abgeschmettert, dass es eine derartige Unterstützung von Familien bereits über das Landratsamt gäbe.

pbj

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