„The Masked Singer“ zählt zu ihren Kunden

Garchingerin fertigt Kostüme für Film und Fernsehen an

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Alexandra Brandner (l.) ist für diesen tolle Kostüme verantwortlich.
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Altötting – Die Gewandmeisterin Alexandra Brandner (45) aus Garching fertigt mit ihrer Werkstatt in Altötting Kostüme für „The Masked Singer“ und den Wiener Opernball an.

„Alexandra, du bist vollkommen unfähig. Du lernst das Nähen nie.“ Diesen Satz wird Alexandra Brandner aus Garching nie vergessen. Er stammt von ihrer damaligen Handarbeitslehrerin. Seit damals ist viel passiert. Inzwischen hat sich die Werkstatt Gewandmeisterei Alexandra Brandner in Altötting weltweit einen Namen gemacht. Sie bekommt Aufträge aus ganz Europa, sogar aus China und USA.

Das bekannteste Projekt dürfte für viele die Sendung „The Masked Singer“ sein – eine Musikshow, in der Prominente maskiert in Ganzkörperkostümen singen. Die von Alexandra Brandner angefertigten Kostüme stehen dort im Mittelpunkt und sind mit sehr viel Arbeit verbunden. „Wir müssen Kostüme bauen, nicht nähen. Gewandmeister schweißen, sägen, löten und schleifen“. Das sei der große Unterschied zu einem Schneidermeister.

Zwei tolle Beispiele aus der Sendung "The Masked Singer)

Zeitintensiver Traumberuf

sehr detailverliebt - links: Tentakel für den Oktopus, rechts: Mitarbeiterin Estella Moser richtet den Astronatenhelm neu ein

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es etwas Kreativeres gibt. Es ist mein Traumberuf“, so die 45-Jährige. Der Job sei interessant und jeden Tag anders. Es gäbe keinen Arbeitsschritt, der gleich ist. Diese Leidenschaft für diesen Beruf ist allerdings für sie auch Grundvoraussetzung. Denn es ist oft sehr zeitintensiv - viele Überstunden, arbeiten am Wochenende und an Feiertagen sind keine Seltenheit. Denn die Kostüme müssen zur Premiere fertig sein. „Eine Live-Show oder Aufführung wird wegen uns nicht verschoben“, so die Gewandmeisterin.

In ihrer Werkstatt in Altötting hat sie zwei Angestellte. Für große Projekte wie „The Masked Singer“ werden zusätzliche Mitarbeiter gebucht. „Es ist teilweise so viel Arbeit, dass sich dies viele Leute gar nicht vorstellen können“, berichtet die Garchingerin. Zwar würden sich viele Bewerber für einen Ausbildungsplatz bei ihr melden, doch diese können oft gar nicht einschätzen, wie zeitaufwendig dieser Job ist. Auf jedes noch so kleine Detail wird geachtet.

Noch mehr Bilder zu ihren Projekten gibt es auf der Webseite der Gewandmeisterei.

Der Weg ist das Ziel

Die Liebe zu ihrem Beruf lässt sich allerdings auch schon an ihrem Ausbildungsweg erkennen. Brandner wollte schon immer Kostümbild studieren, hatte allerdings nur einen Hauptschulabschluss. Daher hat sie die Mittlere Reife und anschließend das Fachabitur nachgeholt. Danach zog es sie nach München, um eine Lehre als Theaterschneider im Münchner Residenztheater zu absolvieren. 

Es folgte die Meisterschule für Gewandmeisterkunst und nebenbei das Studium Kostüm- und Bühnenbild. „Es ist nicht immer leicht gewesen. Wenn ich mir aber etwas vornehme, dann ziehe es auch durch,“ blickt die 45-Jährige auf die schwierige Zeit zurück.

Arbeiten mit Weltstars

Doch es hat sich gelohnt. „Ich habe durch meinen Beruf die Chance, mit vielen weltbekannten Personen zu arbeiten“. Plácido Domingo, Anna Netrebko, Ben Becker, Til Schweiger und Richard „Mörtel“ Lugner sind nur einige Beispiele. Dies sei für die Garchingerin nicht gewöhnlich. Menschen aus unserer Region bekommen dafür nur selten eine Chance.

Ein Traumduo und immer gut gelaunt - Maskenchefin Marianne Meinl (l.) und Alexandra Brandner (r.) 

Seit 24 Jahren ist Alexandra Brandner jetzt als Gewandmeisterin tätig. In ihrer Anfangszeit hat sie nur für das Theater produziert, unter anderem für die Salzburger Festspiele. Inzwischen kann sich die 45-Jährige ihre Kunden aussuchen. Bereits jetzt ist sie für das aktuelle Jahr ausgebucht und nächstes Jahr stehen neben der zweiten Staffel von „The Masked Singer“ weitere spannende Projekte an, über die sie jetzt allerdings noch nicht sprechen darf.

Abendkleider für den Wiener Opernball

Doch auch für private Kunden fertigt ihre Werkstatt auf Wunsch spezielle Kostüme an. Egal ob Hochzeitskleider, Historisches oder Abendkleider für den Wiener Opernball – es gibt ganz viele verschiedene Baustellen. Doch dies kommt nicht allzu oft vor, da es im Vergleich zu einem Schneidermeister bei ihr deutlich teurer ist. „Wenn ich ein historisches Kleid mache, dann achte ich auch auf epochentypische Details. Das ist natürlich aufwendiger und der Kunde muss zwischen 2.000 und 3.000 Euro für eine Anfertigung rechnen“, so Brandner.

Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden, sucht die Gewandmeisterin auch eine neue Werkstatt. „Ich brauche eine Fläche zwischen 150 und 200 Quadratmeter. Besonders bei Projekten wie „The Masked Singer“ kommen viele Produkte, die ich zwischenlagern muss“, erklärt Brandner die Notwendigkeit für eine größere Werkstatt.

jz

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