Heckner besorgt über Fachkräftemangel

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Altötting - Die Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner (CSU) beklagte am "Tag der Ausbildung" den Fachkräftemangel, der viele regionale Firmen verzweifeln lässt.

Interessante Berufe, breite Weiterqualifizierungsmöglichkeiten und gute Aufstiegschancen – und trotzdem bleiben viele Lehrstellen auch weiterhin unbesetzt. Der sich immer stärker ankündigende Fachkräftemangel war zweifellos das Hauptthema des Fachgesprächs zum Tag der Ausbildung, das die Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner bei der Firma „Der Saubermann“ mit Firmenchef Walter Lindinger und dem Leiter der Staatlichen Berufsschule Altötting Carlo Dirschedl zusammen mit Lehrlingen der Gebäudereinigung führte.

Heckner lobt Ausbildungsarbeit der Firmen

„Die meisten Betriebe unternehmen sehr viel um Jugendliche für eine Ausbildung bei ihnen zu gewinnen – und sie tun ebenso viel, um auch schwächeren Auszubildenden einen guten Abschluss zu ermöglichen, zum Beispiel durch Stützunterricht“, berichtet Lindinger. Und trotzdem sei es immer schwieriger, Auszubildende zu bekommen.

Dieses Jahr habe er zum Beispiel das erste Mal keinen Lehrling gefunden, so der Unternehmer. Und das, obwohl Gebäudereiniger ein vielseitiger und vor allem werteerhaltender Beruf sei. „Es gibt inzwischen eine Tendenz zum Lehrlingsmangel, vor allem in den handwerklichen Berufen“, bestätigte auch Ingrid Heckner im Gespräch. Dabei gäbe es gerade in diesem Bereich gute Weiterqualifizierungs- und Aufstiegschancen für junge Menschen.

Am Beispiel der Firma Lindinger nannte sie die Möglichkeit sich zum Objektleiter, Meister oder Techniker weiterzubilden oder auf verschiedene Gebiete zu spezialisieren. „Der handwerkliche Mittelstand ist eines der Standbeine unserer Wirtschaft. Hier müssen wir dringend gegensteuern und unser Potential an Fachkräften komplett ausschöpfen“, so die Abgeordnete.

Instrumente zum Gegensteuern

Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, gäbe es durchaus Mittel, erläuterte Carlo Dirschedl daraufhin. Ein Beispiel sei das unter anderem von der Berufsschule Altötting angebotene Kooperationsmodell mit der sozialpädagogischen Betreuung, das mit 55.000 Euro pro Klasse vom Europäischen Sozialfonds unterstützt wird.

Dabei würden Jugendliche ausbildungsreif gemacht, indem sie jeweils ein halbes Jahr in der Gastronomie und ein halbes Jahr im Bauhandwerk ausgebildet würden. Mit diesen Erfahrungen würde der Übergang in einen regulären Ausbildungsberuf bedeutend erleichtert, so Dirschedl. Wichtig sei es außerdem, Jugendliche bereits frühzeitig über Schulpraktika mit den Betrieben vertraut zu machen, ergänzt Unternehmer Lindinger. Nur so könne man das Interesse an Ausbildungsberufen wachhalten und junge Leute für eine Lehre begeistern.

  Pressemitteilung Büro Ingrid Heckner, MdL

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