Kein islamisches Gebetshaus in Altötting

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Nebeneinander der Religionen: Das islamische Gebetshaus in der Trostbergerstraße 50 (Punkt A) wäre nur 500 Meter von der katholischen Pfarrei St. Josef (B) entfernt gewesen.
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Altötting - Am Ende wären die Umbaumaßnahmen zu teuer gewesen: Der Wallfahrtsort Altötting bekommt vorerst kein islamisches Gebetshaus.

Altötting bekommt nun doch kein islamisches Gebetshaus in den Räumlichkeiten an der Trostbergerstraße 50. Einen entsprechenden Bauantrag hat Hauseigentümer Hans Steck zurückgezogen. Grund dafür sind die hohen Kosten, die mit dem Umbau des Gebäudes in ein Gebetshaus verbunden gewesen wären.

Eigentümer suchte zwei Jahre nach einem Mieter

Früher befand sich in den Räumlichkeiten ein Schleckermarkt, doch mit der Pleite der Drogeriekette schloss auch der Laden in der Trostbergerstraße. Zwei Jahre stand er seitdem leer. Mit der türkischen Gemeinde in Altötting schien Steck endlich einen neuen Nutzer für die Räumlichkeiten gefunden zu haben. Aus dem früheren Laden sollte ein islamisches Gebetshaus werden.

Auch der Stadtrat war kleineren Kontroversen zum Trotz dem Vorhaben gegenüber grundsätzlich offen eingestellt. Eine Anfrage auf Vorbescheid war im Planungsausschuss positiv beschieden worden.

Kosten waren dem Betreiber zu hoch

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Letztendlich machten aber die zu hohen Kosten für den Umbau dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Das Gebäude befindet sich an einer Hanglage, was unter anderem eine Fluchttreppe und eine Fluchttür erforderlich gemacht hätte. Die damit verbundenen Kosten seien für den Betreiber des Gebetshauses in spe zu hoch gewesen, erklärt Hans Steck gegenüber innsalzach24.

Während die türkische Gemeinde weiterhin Räumlichkeiten für ein Gebetshaus suchen muss, hat Steck bereits eine Alternative gefunden. Künftig wird an der Trostbergerstraße 50 ein Photovoltaik-Unternehmen Batterien lagern.

Positive Erfahrungen mit Gebetshäusern im Landkreis

Steck hätte ein Gebetshaus in Altötting begrüßt. "Ich hätte es auf jeden Fall gemacht und hätte keine Berührungsängste gehabt." Im Landkreis habe man schließlich schon positive Erfahrungen mit islamischen Gebetshäusern gemacht, etwa in Burgkirchen.

Widerstand gegen Gemeindezentrum in Waldkraiburg

In Waldkraiburg ist im vergangenen Jahr ein ähnliches Projekt gescheitert, damals allerdings am Widerstand der CSU-Stadtratsfraktion. Die türkisch-islamische Gemeinde der Stadt wollte auf dem Haldenwanger-Areal ein Gemeindezentrum errichten. Die CSU störte vor allem die Größe des Bauvorhabens. Minarette und Kuppel passten einfach nicht ins Stadtbild, hieß es damals.

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