Nicht jeder Igel benötigt Pflege

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Altötting - Die Untere Naturschutzbehörde informiert: Nicht jeder Igel ist pflegebedürtig, eine Ration Zusatzfutter ist oft ausreichend:

Kaum ziehen die ersten Anzeichen des Herbstes ins Land, erscheint in der Wahrnehmung des Gartenbesitzers auch wieder verstärkt der Igel. Dies bedeutet aber nicht, dass jeder gesichtete Igel auch menschliche Hilfe benötigt.

In den kalten Monaten von Ende Oktober bis etwa Anfang April halten die Igel Winterschlaf. Damit sie diese nahrungsarme Zeit gut überstehen, fressen sie sich im Herbst ein dickes Fettpolster an. Ihre Nahrungssuche findet überwiegend nachts statt.

Es kann jetzt aber durchaus passieren, dass die, von ihrer Mutter verlassenen oder entwöhnten Jungigel, bereits am späten Nachmittag nach etwas Fressbarem suchend durch die Gärten streifen. Diese Igel benötigen jetzt noch keine menschliche Pflege.

Will man ihnen jetzt etwas Gutes tun, genügt es draußen etwas Zusatzfutter in Form von einfachem Katzenfutter anzubieten, damit er sich genügend Fettreserven für den Winterschlaf anfressen kann.

Menschliche Hilfe benötigt ein Igel nur, wenn er offensichtlich verletzt oder krank ist. Wobei es dann sowieso unumgänglich ist, das Tier sofort zu einem Tierarzt zu bringen, der Erfahrungen mit Igeln hat. Denn nur dort können die Igel richtig behandelt werden.

Igel sind keine Haustiere und die Igelpflege kein Gelegenheitshobby. Das heißt, die Pflege ist zeitaufwendig und muss artgerecht sein. Bei nicht artgerechter Haltung sterben viele Igel im Laufe des Winters oder kurz nach der Aussetzung im Frühjahr.

Grundsätzlich ist es nach dem Gesetz verboten, wildlebende Tiere der Natur zu entnehmen. Ausgenommen davon ist nur die Aufnahme von verletzten, hilflosen oder kranken Tieren, um sie gesund zu pflegen. Diese Tiere sind unverzüglich wieder in die Freiheit zu entlassen, sobald sie sich dort selbständig erhalten können.

Treffen Sie nun in dieser Jahreszeit auf einen Igel, dann lassen Sie sich nicht von seinem possierlichen Aussehen dazu verleiten, ihn bei sich zu Hause aufzunehmen; sondern informieren Sie sich bei der unteren Naturschutzbehörde ( erreichbar unter der Telefonnummer: 08671 / 502-532) oder im Internet unter www.lra-aoe.de unter der Rubrik „Wegweiser – Buchstabe A - Artenschutz“, wie sie diesem Wildtier besser helfen können, gut durch den Winter zu kommen.

Pressemeldung Landratsamt Altötting

Rubriklistenbild: © dpa

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